Editorial Heft III/98


Liebe Leser
Heute führt uns unser „Rundumschlag" auf alle Kontinente außer Asien.
Die Artikel über Südamerika, Australien und Ukraine wurden alle drei umfangreicher als ursprünglich eingeplant. Daher mußte unser Bericht über die Japanischen Museumsbahnen, obwohl bereits fertiggestellt, aus Platzgründen verschoben werden. Wir nutzen die Gelegenheit, weitere Infos und zusätzliches Bildmaterial zu bekommen.
Übrigens ... heute schon vormerken: Unser jährliches Treffen mit Mitarbeitern und Lesern ist auf den 23. Januar 1999 in Siegburg (Clubheim des Eisenbahnclub Rhein/Sieg) festgelegt. Neben Erfahrungsaustausch und weiteren Planungen für die Zukunft sind auch Video/Dia- oder Schmalfilmvorführungen vorgesehen. Interessenten sind herzlich willkommen (bitte anmelden!), zur näheren Information wenden Sie sich bitte an mich.

Ihr Karl-W. Koch


Abschied von einem Freund
zu nehmen ist immer schwierig. Noch schwieriger ist es, wenn der Abschied für immer ist und unerwartet kommt. Ein derart unerwarteter Abschied für immer hat mich (und die gesamte Redaktionsmannschaft) im Mai aus heiterem Himmel getroffen. Auf ein eMail an Bill Tasker bezüglich der nächsten geplanten Artikel antwortete seine Freundin mit der Schreckensmeldung, Bill sei vor wenigen Tagen plötzlich verstorben. Offenbar machte die Herzschlagader nicht mehr mit: Obwohl mitten in L.A. bei bester und sofort erfolgter medizinischer Versorgung, verblutete er innerhalb weniger als einer Stunde.
Bill war ein unorthodoxer, ruheloser, aber auch lebenslustiger Mensch. Ob als Filmmusikkomponist in Hollywood, Musikprofessor in Nigeria oder Englischlehrer in München, immer wieder zog es ihn auf Reisen, vornehmlich zu den Straßenbahnen aller Welt. Aber auch Eisenbahnen (moderne Traktion wie die Dampflok), Kultur und landschaftliche Reize hatten es ihm angetan.
Gerade wieder war er nach langen Jahren in die USA zurückgekehrt. Wir hatten bei einem Besuch Wochen zuvor besprochen, wie es weitergehen sollte. Pläne wurden geschmiedet, die Nachrichtenrubriken Nordamerika und Straßenbahnen weltweit sollten angegangen werden, ein Alaskabericht wurde geplant. Die Reise dorthin war ihm nicht mehr vergönnt, wenige Tage zuvor kam das „Aus". Den Alaska-Artikel finden Sie dennoch in dieser Ausgabe, seine Freundin Sharon machte die für sie sicher um so schwierigere Fahrt, aber wahrscheinlich war es auch der richtige Weg für sie, Abschied zu nehmen.
Zu sagen „Er wird uns fehlen" ist zwar eine der üblichen Floskeln, aber vor allem in einem Punkt falsch: Er fehlt uns jetzt schon!
Leb wohl, Bill

Karl-W. Koch


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