Liebe Leser
Hätte mir jemand 1991 nach dem überraschenden
Zusammenbruch des Warschauer Paktes und somit dem Ende des Kalten
Krieges vorhergesagt, dass ein Dutzend Jahre später das Reisen
deutlich schwieriger würde ich hätte, je nach Tageslaune
ihn ausgelacht oder zumindest ungläubig geschaut. Dennoch, das
Unerwartete ist eingetreten.
SARS schlägt dummerweise (?) u.a. ausgerechnet in der chinesischen
Provinz zu (Datong ist eines der Zentren). Wird diese Seuche auch im
Vergleich zu anderen, viel folgenschwereren Epidemien unverhältnismäßig
aufgebauscht, fördert sie doch nicht gerade die Reiselust. Die
Bedrohung durch Malaria (Tropen), Aids (vor allem Afrika und Südostasien)
und Hepatitis (generell in Entwicklungsländern) fordern ein
Vielfaches an Menschenleben, auch unter den Touristen.
In den USA herrschen an den Strecken Verhältnisse wie vor 25 Jahren
im Ostblock (wir berichteten in der letzten Ausgabe, s.a. Nachrichten "Letzte
Meldung"). Ich wage heute schon die Vorhersage: Der erste
ernstzunehmende Terroranschlag auf Eisenbahn-Infrastruktur in einem
Industrieland und wir alle können einpacken!
Der mit sensibler texanischer Taktik geführte Krieg gegen den Terror
hat, wie von allen Fachleuten vorhergesagt, diesen nicht besiegt. Im
Gegenteil suchen sich die fehlgeleiteten Mordbuben zunehmend sog. weiche
Ziele in der touristischen Infrastruktur. Durch die Missachtung des
geltenden Völkerrecht zugunsten des Rechts des Stärkeren wird
diese Entwicklung weiter gefördert, zumal die in der Vergangenheit
oft zitierten demokratischen Grundwerte nun bei der Trennung der Welt in
Gut und Böse kaum noch nachvollziehbar sind.
Die Welt 2003 ist leider keine bessere geworden im Vergleich zu 1991.
Ich jedenfalls denke intensiv darüber nach, in diesem Jahr nicht fern
zu reisen. Was mir und Ihnen bleibt, komme da was wolle, sind die Reisen
in Gedanken, Erinnerung und Phantasie. Dabei auf den nächsten 49
Seite noch viel Vergnügen, wünscht Ihnen
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Webmaster 18.10.2003 | ![]() |