Dampfloks der Benguelabahn [III/1999]
(World Steam) Auf der AfricaRail´99-Konferenz wurde von Vertretern der
Angolanischen Bahnen bestätigt, daß zwölf der Dampflokomotiven
der Benguelabahn betriebsfähig seien.
Wer fährt hin, nachsehen? Aber Achtung vor den Minen bei Streckenfotos!!!
Neues Land mit Staatsbahn-Dampf? [III/1999]
(Internet/ Rob Dickinson) Eine Meldung aus dem Februar: Die Strecke von Massawa
nach Ghinda (70 km) ist mittlerweile fertig. Ghinda wurde damit zum
Betriebsmittelpunkt. Die beiden Fiat Triebwagen, zwei Breda 0-4-0, zwei Mallet
0-4-4-0 (442.54 and 442.59) und eine Krupp Bo-Bo Diesellok sind nach dort
überführt worden. Züge fahren von Montag bis Samstag zwischen
Ghinda und Massawa. Planmäßige Abfahrt in Ghinda ist 6.30 Uhr,
Ankunft in Massawa gegen Mittag. Die ersten Züge bestanden aus zwei bis
drei Güterwagen (in denen auch Personen transportiert wurden) und der
442.54. Der Weiterbau im Abschnitt Ghinda-Asmara scheint sich sehr zu
verzögern.
[III/1999]
(Internet) Die Schmalspurbahn Esquel - El Maiten (- Ing. Jacobacci) wurde zum
nationalen Monument ernannt und sieht somit zumindest in der Provinz Chubut
einer halbwegs gesicherten Zukunft entgegen. Der Touristenverkehr hat sich
erfreulich entwickelt, so ist z.B. vorgesehen, zusätzlich zum
wöchentlichen Planzugpaar auch von El Maiten aus einen bis zum
nächsten Bahnhof führenden Ausflugsverkehr an Wochenenden anzubieten,
wie er zwischen Esquel und Nahuel Pan sich bereits seit einigen Jahren
erfolgreich etablieren konnte.
Zwischen El Maiten und Cerro Mesa denkt man an die Aufnahme von Gleisarbeiten,
auch wenn dieser provinzüberschreitende Abschnitt zunächst keinen
planmäßigen Verkehr sehen wird. Von den 11 Lokomotiven der Provinz
Chubut sind derzeit die Henschelmaschinen 101 / 107 / 114 und die Baldwins 4 /
6 / 16 einsatzfähig, während Nr.105 in Aufarbeitung steht.
Canadian Pacific streicht 1900 Stellen [III/1999]
(Internet, Trains) Die Canadian Pacific gab am 21. Juli bekannt, daß
landesweit bis zum Ende des Jahres 2000 1900 Stellen gestrichen würden.
Das sind 1/3 aller Arbeitsplätze bei der CP. Hintergrund sind
Rationalisierungsmaßnahmen, um den 104-Millionen-$-Verlust des 2.
Quartals 1999 auszugleichen, der allerdings nicht durch den Eisenbahnbereich zu
verantworten war. Durch die Stellenstreichung sollen 300 Mio. $ gespart werden.
Die Bahnsparte machte im gleichen Zeitraum einen Gewinn von 158 Millionen $, 16
Mio. weniger als im Vorjahreszeitraum. Neben dem Bahnbereich ist die CP in
Ölgeschäften, Kohleförderung, Hotels und Schiffsverkehr
engagiert.
Konzentration hält an [III/1999]
(Trains) Die Konzentration unter den Regionalbahnbetreibern hält an.
Nachdem die kanadische RaiLink zur drittgrößten Bahn Kanadas
geworden war, hat Omnitrax 24,8 % der Anteile aufgekauft. Kurz darauf (Mai
1999) kündigte RailAmerica an, RaiLink ganz übernehmen zu wollen.
Rail America selbst expandiert weiter interkontinental. Nach einigen Strecken
in Chile wurde Anfang 1999 der Güterverkehr im australischen Bundesstaat
Victoria übernommen.
Die Aufteilung von CONRAIL auf CSX und Norfolk Southern wurde offiziell auf den 1.6.99 festgelegt. Gerüchte vor Ort (Ende März) sprachen jedoch von einer weiteren Verschiebung. Im Mai wurde aber schon mal mit der Umnummerierung der CONRAIL Loks begonnen.
Endgültiges Aus für UP-Lokfabrik in Ogden
[III/1999]
(Internet, Trains) Mitte Juni wurde der ehemalige Lokfabrikkomplex der UP
(ursprünglich SP) in Ogden "geschliffen". Es war einer der
ältesten Gebäudekomplexe der Stadt (Bj. 1906), u.a. wurden hier die
Riesenloks wie "Big Boy" gebaut. Bis 1990 wurden die Gebäude
für die Wartung von Lokomotiven genutzt, bevor sie 1993 endgültig
geschlossen wurden. Vermutlich war es der letzte derartige Gebäudekomplex
in den USA.
Big Boy [III/1999]
(Internet) Nachdem am13. August 1998 erstaunlich problemlos - nach immerhin 33
Jahren - erste Rollversuche der (noch) nicht betriebsbereiten Maschine
unternommen wurden, hat sich in Sachen Aufarbeitung erst einmal nicht viel
getan. Die Aufarbeitung ist auf ein Minimum von elf Monaten angesetzt und wird
2 Mio. $ kosten.
Weitere Schritte hängen von der tatsächlichen Verwirklichung des geplanten Big-Boy-Hollywood-Films ab, der erst die nicht unerheblichen Mittel mit sich brächte. Die Filmgesellschaft ist die "History in Motion", welche immerhin schon Filme wie "Pferdeflüsterer", Cliffhanger" oder "JFK" produzierte. Die Filmgesellschaft hat bereits zugesagt, das alle Merchendising-Einnahmen der Wiederaufarbeitung zugute kämen. Neues ist auch über die Internet-Adresse: www.bigboy4018.com abrufbar.
Erste (Film-) Einsätze würden dann in Texas und Colorado erfolgen. Ein konkreter Termin zur Aufnahme der Arbeiten ist nicht bekannt, ebenso ist unklar, wie und ob sich der Koloß später öffentlich einsetzen läßt.
Endstation? [III/1999]
(Internet, Rob Dickinson) Der Eisenbahnverkehr in Paraguay gehört zum
größten Teil der Vergangenheit an! Der rein dampfbetriebene
Regelverkehr auf der FCPCAL wurde komplett eingestellt, übrig blieben
lediglich einige FCMU Dieselzüge (FCMU=Ferrocarril Machacamara - Uncia,
Bolivien) und gelegentliche Ausflugszüge ab Asuncíon.
Das Ausbesserungswerk Sapucay bleibt bis auf weiteres in Betrieb, obwohl hier
keinerlei Aufgaben mehr anstehen. Wie von Regierungsseite verlautete, wird die
Strecke Asuncíon - Ypacaraí in eine Straße umgewandelt -
sollten Bestrebungen, die gesamte Bahn mit Bahnhöfen, Fahrzeugen und
Gleisanlagen als Nationales Monument oder gar UNESCO-Weltkulturerbe unter
Schutz zu stellen, scheitern. Wer aktiv zum Erhalt der FCPCAL beitragen
möchte, kann die Bemühungen unterstützen durch Fax an:
Ian Thomson, ++562208-6252,
Adresse: CEPAL, Casilla 179-D, Santiago de Chile, E-Mail:
ithomson@eclac.cl
Feuer Aus für Guangdong-Sanmao [III/1999]
(World Steam) Zu Beginn des Sommers wurden Diesellokomotiven der Baureihe DF4
an die Guangdong-Sanmao Eisenbahn ausgeliefert. Die Dampfloks verschwanden
umgehend aus dem Streckendienst. Lediglich im Rangierdienst heben noch einige
QJ überlebt.
500 Tote bei Eisenbahnkatastrophe [III/1999]
(Internet/BBC) Bei einem der bisher schrecklichsten Eisenbahnunglücke gab
es am 2. August in Indien (Gaisal in West Bengal) ca. 500 Tote.
Die beiden offenbar völlig überladenen Züge (Brahmaputra Mail
und Avadh-Assam Express mit ca. 1000 Reisende pro Zug) rasten auf dem selben
Gleis mit voller Geschwindigkeit ineinander. Nachdem aufgrund der mit dem
Unglück verbundenen Explosion einer der beiden Lokomotiven zunächst
ein Anschlag vermutet war, scheint nach späteren Erkenntnis doch wohl
"nur" menschliches Versagen die Ursache zu sein. Dabei müssen
außer dem Verantwortlichen der falschen Weichen- und Signalstellung (nach
Bauarbeiten) wohl auch beide Lokführer seelig geschlummert haben, da die
Züge offenbar völlig ungebremst ineinanderrasten. Erhöht wurde
die Zahl der Opfer durch die folgende Explosion eines mit Munition beladenen
Waggons, wodurch anschließend etliche der zerstörten Waggons Feuer
fingen. Der Munitionstransport und die Tatsache, daß viele Soldaten an
Bord des Brahmaputra Mail waren, hatte zunächst scheinbar die
Anschlagtheorie gefördert.
Der Signalbeamte hatte sich offenbar wohlwissend nach dem Unglück aus dem
Staub gemacht ...
Die Reihe schwerer Zugunfälle in Indien ist erschreckend lang, muß
aber auch in Relation zu den Beförderungszahlen gesehen werden
(s.u.:Tabelle).
| Todesopfer | Verletzte | Ort | Datum | Ursache |
| 50 | Rajnandgaon in Madhya Pradesh | 23.2. 1985 | 2 Waggons eines Zuges fingen Feuer | |
| 38 | 50 | Agra | 13.6.1985 | Zusammenstoß Expresszug mit Güterzug |
| 50 | 200 | Khagaria in Bihar | 10.3.1986 | Zusammenstoß zweier Züge |
| 52 | 35 | Palamau in Bihar | 6.8.1986 | 2 Waggons eines Expresszuges stürzten nach dem Aufprall auf einen stehenden Güterzug in einen Fluß |
| 53 | Macherial in Andhra Pradesh | 8.7.1987 | Entgleisung des Dakshin Express | |
| 107 | Kerala | 8.7.1988 | Der Island Express geht nach Entgleisung im Ashtamudi Lake unter. | |
| 75 | Lalitpur in Uttar Pradesh | 18.4.1989 | Entgleisung des Karnataka Express | |
| 48 | Sakaldiha in Bihar | 1.11.1989 | Entgleisung des Udyan Abha Toofan Express | |
| 70 | Patna | 16.4.1990 | Brand eines Pendlerzuges | |
| 36 | 50 | Gollaguda in Andhra Pradesh | 6.6.1990 | Zusammenstoß |
| 60 | Mangra in Bihar | 25.6.1990 | Güterzug rammt einen Personenzug | |
| 40 | Cherpalli in Andhra Pradesh | 10.10.1990 | Brand eines Personenzuges | |
| 30 | Makaligurga in Karnataka | 31.10.1991 | Entgleisung des Karnataka Express | |
| 41 | Raigarh in Madhya Pradesh | 5.9.1992 | Zusammenstoß | |
| 60 | Darbhanga in Bihar | 16.7.1993 | ? | |
| 71 | Chhabra in Rajasthan | 21.9.1993 | Zusammenstoß des Kota-Bina-Pz mit einem Güterzug | |
| 35 | Nalgonda in Andhra Pradesh | 3.5.1994 | Zug rammt Traktor (!) | |
| 52 | Salem | 14.5.1995 | Zusammenstoß des Madras-Kanyakumari Express mit einem Güterzug | |
| 73 | West Bengal bzw. Orissa | 1.6.1995 | 2 Zugunglücke | |
| 302 | Firozabad in Uttar Pradesh | 20.8.1995 | Purushottam Express fährt auf den Kalindi Express auf | |
| 60 | Domingarh nahe Gorakhpur in UP | 18.4.1996 | Gorakhpur-Gonda Pz fährt auf Güterzug auf | |
| 35 | Alappuzha in Kerala | 14.5.1996 | Zusammenstoß des Ernakulam-Kayamkulam Pz mit einem Bus einer Hochzeitsgesellschaft | |
| 25 | Varanasi | 25.5.1996 | Zug rammt Traktor, die 2. (!) | |
| 33 | zwischen Kokrajhar und Fakiragram in Assam | 30.12.1996 | Bombenanschlag auf den Bramhaputra Mail | |
| 33 | Lehra Khanna in Punjab | 8.7.1997 | Bombenanschlag auf einen Pz im Bahnhof | |
| 12 | Faridabad nahe New Delhi | 28.7.1997 | Zusammenstoß Karnataka Express und Himsagar Express | |
| 81 | Bilaspur in Madhya Prades | 14.9.1997 | 5 Waggons des Ahmedabad-Howrah Express stürzen in einen Fluß | |
| 24 | 32 | Parali Vaijanath bei Beed | 24.4.1998 | Zusammenstoß des Manmad-Kachiguda Express mit einem Gz |
| 11 | Fatuha (Howrah-Delhi) | 4.4.1998 | Entgleisung des Howrah-Danapur Express | |
| 19 | 27 | Karur | 13.8.1998 | Bus rammt Chennai-Madurai Express |
| 20 | 33 | Bottalapalem in Andhra Pradesh | 24.9.1998 | Zug rammt Bus |
| 108 | Ludhiana bei Amritsar | 26.11.1998 | Tawi-Sealdah Express fährt in entgleiste Waggons eines anderen Zuges | |
| 17 | 200 | Mathura | 16.7.1999 | Grand Trunk Express fährt in entgleiste Waggons eines Güterzuges |
Diesel für Darjeeling? [III/1999]
(World Steam) Nachdem der Darjeeling-Himalaya Bahn nun offenbar die Loks wegen
Alterschwäche auseinanderfallen, deutete sich bei einer Besprechung zu
Beginn des Jahres an, daß von den für Neral-Matheran bestellten
neuen Dieselloks einige Exemplare in den Himalaya umgeleitet werden
könnten. Die Meldung ist zunächst nur als Gerücht zu werten,
aber ein Alarmsignal ist es allemal!
Dampf aus! [III/1999]
(Internet) Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß der
Meterspurdampf der Western Railways in Jetalsar bereits seit einigen Monaten
der Vergangenheit angehört. Wankaner - Morbi wird gegenwärtig
umgespurt, so daß man mit einiger Gewißheit sagen kann, daß
außerhalb der bekannten Bergbahnen von Darjeeling und Nilagiri der
Staatsbahndampf abgeschafft wurde!
"Todesbahn" [III/1999]
(Hufnagel) Noch bis zum Jahresende fahren die Dampfzüge an Samstagen und
Sonntagen auf der "Todesbahn" von Kanchanapuri nach Wang Pho. Dann
soll diese Touristenattraktion wieder eingestellt werden. Offiziell
begründet man diese Maßnahme mit den zu Ende gehenden
Touristikjahren "Amazing Thailand 98 / 99".
Der wahre Grund dürfte eher in der geringen Auslastung der Züge
liegen. An der mangelnden Akzeptanz des Sonderzugangebotes trägt
allerdings die Thailändische Eisenbahn selbst die Hauptschuld. So
fährt der Dampfzug fahrplanmäßig jeweils eine halbe Stunde vor
(!) Eintreffen des ersten Planzuges aus Bangkok - Thonburi in Kanchanapuri ab
und trifft eine Stunde, nachdem der letzte Planzug nach Bangkok abgefahren ist,
wieder in Kanchanapuri ein. Damit hat man den Großteil der
ausländischen Touristen elegant "abgehängt". Doch auch die
thailändischen Ausflügler hält man von der Benutzung des
Dampfzuges durch den ( für Thailänder ) extrem hohen Preis ab : Die
einfache Fahrt mit dem Dampfzug kostet 100 Bhat, gegenüber 13 Bhat
für die normalen Dieselzüge, die allerdings auch immer sehr gut
ausgelastet sind.
Am 14. März 1999 waren z.B. die drei Wagen nach Kanchanapuri mit 6 (!)
Fahrgästen besetzt. Zuglokomotive war an diesem und am Vortag Lokomotive
Nr. 850.
Neuer australischer Geschwindigkeitsrekord [III/1999]
(RD) Seit 23. Mai 1999 hält der "Tilt-Train" von Queensland Rail
(siehe auch FE 1/99) nun auch offiziell den australischen
Ge-schwindigkeitsrekord. Auf der Nordküsten-strecke bei Bundaberg holte
sich der kap-spurige Neigezug mit 210 km/h das austra-lische "Blaue Band
der Schiene". Den bisherigen Rekord mit 193 km/h hielt seit 1992 ein
normalspuriger XPT-Dieseltriebzug aus New South Wales.
S-Bahn zum Flughafen von Brisbane [III/1999]
(RD) Im Frühjahr begannen die ersten Arbeiten zur Anbindung des Flughafens
von Brisbane an das dortige S-Bahn-Netz. Die rund 200 Millionen AUS$ teure, 8,5
km lange Strecke wird weitgehend aufgeständert erbaut und zweigt von der
Nordküstenstrecke bei Eagle Junction ab. Stationen sind sowohl am Domestic
als auch am International Terminal geplant. Die Fertigstellung ist für
Mitte 2001 avisiert. Zur Hauptverkehrszeit sollen dann im 15-Minuten-Takt
S-Bahnen in Richtung Stadtmitte verkehren und Durchbindungen in der touristisch
interessanten Relation zur Gold Coast alle 30 Minuten stattfinden. 12 neue
S-Bahn-Züge im Wert von 38 Millionen AUS$ sind dafür beim Joint
Venture von ADtranz und Walkers bestellt.
Straßenbahn-Renaissance in
Brisbane [III/1999]
(RD) 1969 fuhren die letzten Straßenbahnen in Brisbane. Doch von der
allgemeinen Stadtbahn (Light Rail)-Euphorie hat sich nun auch die Hauptstadt
von Queensland anstecken lassen. Für den Aufbau einer Stadtbahn in der
Innenstadt stellt die Regierung von Queensland insgesamt 65 Millionen AUS$ zur
Verfügung. 2001 sollen die Stadtbahnzüge fahrplanmäßig
verkehren.
Neuer Luxuszug an der Ostküste [III/1999]
(RD) Mitte April nahm der "Great South Pacific Express" (GSPE) seinen
regulären Betrieb auf und setzt nun als Australiens luxuriösester Zug
neue Maßstäbe in Komfort und Reiseerlebnis. Zielgruppe sind
natürlich zahlungskräftige Touristen. Als Betreiber des Luxuszuges
fungieren Queensland Rail und die Venice Simplon-Orient Express Co. In diesem
Jahr wird der GSPE planmäßig 46 mal zwischen Brisbane, Cairns und
Kuranda verkehren sowie 24 Trips zwischen Brisbane und Sydney unternehmen.
Sonderfahrten nach Melbourne sind nicht ausgeschlossen.
Noch ein neuer Touristenzug [III/1999]
(RD) Schon seit November 1997 betreibt die private Northern Rivers Railroad
(NRR) den Güterverkehr zwischen Casino und Murwillumbah in NSW kurz vor
der Grenze zu Queensland. Am 28. Mai 1999 wurde unter dem Markenzeichen
"Ritz Rail" der neue Touristenzug dieser Privatbahn der
Öffentlichkeit vorgestellt. Zentraler Punkt des "Ritz
Rail"-Programms ist der regelmäßige Einsatz jeden Sonntag
zwischen Murwillumbah und Byron Bay. An Samstagen werden
unregelmäßig sogenannte Dinner Trains mit Themen-Partys wie
"Rocking on the Ritz" oder "Murder Mystery on the Ritz"
angeboten. Natürlich steht der Zug auch für private Sonderfahrten zur
Verfügung.
Schienenverkehr in Victoria weitgehend privatisiert
[III/1999]
(RD) Am 1. Mai wurde die bis dahin in Staatsbesitz stehende V/Line Freight
Corporation offiziell von ihrem neuen privaten Eigentümer Freight Victoria
übernommen. Dahinter steht die in den USA ansässige RailAmerica, die
nun für den binnenstaatlichen Güterverkehr in Victoria verantwortlich
zeichnet. RailAmerica ist daneben noch in acht US-Bundesstaaten, in Kanada und
in Chile aktiv. Der Verkauf umfaßt insgesamt 107 Loks, 2700 Wagen, die
Bahnbetriebswerke und Werkstätten in South Dynon (Melbourne), Geelong,
Portland und Wodonga sowie einen verlängerbaren 15-Jahres-Leasingvertrag
über das nicht elektrifizierte Streckennetz. Der Personalbestand von
Freight Victoria wurde von 1150 auf 800 reduziert, wobei die
hauptsächlichen Personaleinsparungen im Werkstätten- und
Rangierdienst vorgenommen wurden. Dunkelgrün mit gelben Zierstreifen
bereichern zukünftig die Loks von Freight Victoria die Szenerie.
Insgesamt fünf Bereiche des Schienenpersonenverkehrs standen ebenfalls zur
Privatisierung an. Zum einen V/Line Passenger, der Personenverkehr der
einstigen Staatsbahn Victorias. Zum anderen der SPNV im Großraum
Melbourne, der unter dem Markenzeichen MET fungiert. Um mehr Konkurrenz zu
ermöglichen, wurden zunächst Straßenbahnnetz und S-Bahn-Netz in
jeweils zwei Bereiche (Straßenbahn: Swanston Trams und Yarra Trams;
S-Bahn: Bayside Trains und Hillside Trains) unterteilt. Seit Juni sind die
meisten erfolgreichen Bieter bekannt: Das größte Stück dieses
Franchise-Kuchens holte sich die in Großbritannien ansässige
National Express, welche den Zuschlag für V/Line Passenger, Bayside Trains
und Swanston Trams erhielt. Das Yarra-Trams-Franchise erhielt das
MetroLink-Konsortium, bestehend aus den Firmen Transfield, Transdev und Egis.
Der erfolgreiche Bieter für die Hillside Trains war bei
Redaktionsschluß leider noch nicht bekannt.
Planeinsatz der stärksten australischen Loks hat begonnen
[III/1999]
(RD) Anfang Mai waren endlich die langersehnten neuen Loks von BHP Iron Ore aus
den USA an ihrem Bestimmungsort in der Pilbara (WA) eingetroffen. Als neue
Flaggschiffe dieser Erzbahn (siehe auch FE 3/98) und gleichzeitig als die
stärksten in Australien eingesetzten Maschinen verdienen sich die acht
Loks des Typs AC6000CW mit den Nr. 6070 - 6077 seit Ende Mai ihr Brot im
schweren Erzverkehr auf der BHP-Hauptstrecke zwischen Port Hedland und Newman.
Süd-Nord-Transkontinentale rückt näher
[III/1999]
(RD) Am 7. Juni gaben die südaustralische und die Regierung des
Nordterritoriums den erfolgreichen Bieter für den Bau der Strecke Alice
Springs - Darwin bekannt. Den Zuschlag erhielt das Konsortium "Asia
Pacific Transportation", das zu wesentlichen Teilen von Banken sowie der
Genesee & Wyoming Railroad (u.a. Eigentümer der Australia Southern
Railroad) gebildet wird.
Neueste Schätzungen für den Bau der 1410 km langen Strecke gehen von
Kosten in Höhe von rund 1 Milliarde AUS$ aus. An staatlichen
Zuschüssen sind bis jetzt 300 Millionen AUS$ zugesichert, rund weitere 90
Millionen werden allerdings benötigt. Baubeginn ist für Anfang des
Jahres 2000 vorgesehen, die Eröffnung für 2003 geplant.
S-Bahn-Erweiterung in Perth [III/1999]
(RD) Am 10. März gab Westaustraliens Premier, Richard Court, die
Linienführung der neuen, 82 km langen South West Metropolitan Railway
bekannt, die zukünftig den Küstenort Mandurah über Jandakot und
Kenwick mit Perth verbinden wird. Die neue S-Bahn-Linie wird bei Kenwick von
der bestehenden Armadale-Linie abzweigen. Die ersten Arbeiten an der 940
Millionen AUS$ teuren Verbindung sollen noch dieses Jahr beginnen. Wie schon
bei der Northern Suburbs Railway wird auch hier ein Teil der Strecke im
Mittelstreifen einer Autobahn (hier der Kwinana Freeway) angelegt werden.
Geplant ist für 2005 die Fertigstellung nach Jandikot, die
Verlängerung nach Mandurah soll bis 2007 in Betrieb gehen. Rund eine
Stunde Fahrzeit zwischen Perth und Mandurah wird dann erwartet.
Neues von der Dampflokszene [III/1999]
(Steam Railway, Railway Magazine) Multimillionär Tony Marchington hat sein
Versprechen eingehalten und die von ihm erworbene Schnellzuglok 4472
"Flying Scotsman" betriebsfähig aufgearbeitet. Am 4. Juli
beförderte der Superstar unter den britischen Exkursionsdampfloks erstmals
einen Sonderzug von London nach York.
Die Dampflok 46229 "Duchess of Hamilton" wird wieder mit der
Stromlinienverkleidung der LMS versehen. Sämtliche Kosten für den
Umbau der Maschine des National Railway Museums trägt die Gesellschaft
VSOE (Venice-Simplon-Orient-Express), die damit ein Nutzungsrecht an der Lok
für ihren Luxuszug erwirbt.
Die britische Regierung hat mit Erlaß vom 30. Juni den Wiederaufbau der Welsh Highland Railway in voller Länge als Museumsbahn zwischen Caernarfon und Porthmadog genehmigt. Wenige Stunden später wäre die Kompetenz von London an das neue Regionalparlament von Wales übergegangen.
Lok Nr. 6 der Snowdon Railway wurde auf Ölfeuerung umgebaut. Grund des Versuchs ist nicht nur der Wunsch nach Reduzierung der Betriebskosten, sondern auch der immer deutlichere Mangel an qualitativ hochwertiger Lokomotivkohle.
Neuer Weltrekord: bei einer Versteigerung erzielte das Lokschild der "Duchess of Devonshire" einen Preis von 34.200 Britischen Pfund, umgerechnet etwa 107.000 DM. Im Jahr 1963 hatte der damalige Eigentümer das Schild für 15 Pfund von der Staatsbahn erworben.
Nicht so rosig sieht es finanziell bei den Bilanzen der Museumsbahnen aus. Im Einklang mit einem allgemeinen Abwärtstrend im Vergnügungsgewerbe verzeichnen einige der Unternehmen im Geschäftsjahr 1998 ein Defizit im sechsstelligen Bereich.
Vom 26. bis 28. August 2000 findet in Shildon eine große Dampflok-Kavalkade aus Anlaß des Jubiläums 175 Jahre Stockton - Darlington statt. Erste Ankündungen lassen erwarten, daß zu diesem Anlaß die Substanz der Parade von 1975 noch übertroffen wird.
Für die Freunde der Altbaudiesel im Planbetrieb: Der Einsatz der Baureihe 37 vor Personenzügen zwischen Holyhead und Birmingham wird voraussichtlich bis Mai 2000 andauern.
Überholung durch "Nichts" [III/1999]
(Railway Magazine) Im aktuellen englischen Sommerfahrplan sind Fahrplantrassen
für zwei EUROSTAR-Verbindungen zwischen Manchester/Glasgow und Paris
reserviert. Obwohl die Züge noch gar nicht verkehren, zahlt EUROSTAR
bereits Nutzungsgebühren an Railtrack, um die günstige Fahrplanlage
freizuhalten. Als Konsequenz wartet ein Lokalzug Wolverhampton - Coventry jeden
Werktag acht Minuten lang in Birmingham International, um von einem Geisterzug
überholt zu werden.
Umstationierungen [III/1999]
(Guttwein/FE) In Pleszew fährt nun ein Triebwagen der Reihe MBxd2. Eine
der hier bisher eingesetzten Dieselloks, Lyd2-210, wurde nach Sroda
umstationiert, kommt aber wegen Bremsproblemen (noch) nicht vor Zügen zum
Einsatz. Trotzdem: der Anfang vom Ende des Dampfbetriebs? Immerhin haben die
Kessel der beiden betriebsfähigen Px48-1902 und 1920 noch Fristen bis 2002
bzw. 2003.
Die Züge verkehren nur noch Montag bis Freitag, am Wochenende ruht der
Betrieb. Schon mal vormerken: Zwischen Weihnachten und Neujahr wird
voraussichtlich gar kein Zug fahren. Die ausgemusterte Px48-1907 wurde von
Sroda nach Sompolno transportiert, die Px48-1726 gelangte nach Zbiersk.
In Gniezno wurde vor dem Rollwagenzug die Lxd2-313 (ex Zbiersk) gesichtet.
Angeblich dient sie nur als Reserve für die beiden vorhandenen Px48.
Teilstillegung [III/1999]
(Guttwein): Beendet wurde der Personenverkehr auf dem Streckenabschnitt Smigiel
Sniaty. Geblieben ist noch der Triebwagenverkehr nach Stare Bojanowo zum
Normalspuranschluß, wofür ein MBxd2 ausreicht. Im Güterverkehr
wird noch die Gesamtstrecke bis Wielichowo zum dortigen Kohlenhändler
bedient.
Von fotografierenden Eisenbahnfans wird im Bahnhof Smigiel jetzt eine
Betretungsgebühr verlangt. Ausnahme: man kauft eine Fahrkarte...
(Pötzscher) Nahe des Bahnhofs Szreniawa (Strecke Poznan - Wolsztyn) befindet sich ein landwirtschaftliches Museum, in dem neben Dampftraktoren und -lokomobilen auch die Px48-1794 ausgestellt ist (Leihgabe des Eisenbahnmuseums Warschau). Auch sind einige 600 mm-spurige Güterwagen unbekannter Herkunft vorhanden.
Export/Import [III/1999]
(Presseinfo EBG): Die in Altenbeken ansässige Eisenbahn
Betriebs-Gesellschaft (EBG) hat vier russische Großdieselloks
übernommen, um sie im schweren Güterverkehr auf deutschen Gleisen
einzusetzen. Im Juni wurden die 2TE109-001B, TE109-026, TE125-001 und TE129-001
in Mukran angelandet. Diese Loks sind weitgehend baugleich zu den
DBAG-Baureihen 230 und 242.
1967 wurden in Lugansk zwei Baumusterlokomotiven der DR-Baureihe 130 gefertigt. Die als TE109-001 und -002 bezeichneten Loks wurden aber nicht von der DR übernommen. Neben den beiden TE109 entstanden 1969 auch zwei Doppelloks, 2TE109-001A/B und 002A/B, die auf jeweils einer Führerstandsseite mit Faltenbalgübergang ausgestattet wurden. Jede Fahrzeughälfte entspricht sonst der DR-Baureihe 130. Eine Bestellung seitens der DR und damit ein Serienbau unterblieb.
Die beiden A-Teile wurden schon vor Jahren verschrottet, zusammen mit dem bereits früher in Weißrußland erworbenen betriebsfähigen B-Teil der 2TE109-002 kann die EBG nun wieder eine komplette 6000 PS Doppellok zusammenstellen. Die TE109-026 stammt aus einer Serienlieferung für sowjetische Industriebahnen.
Die 4000 PS starke TE129-001 stellt den Prototyp der Baureihe 142 dar, die 1975 als 142 001 auf der Leipziger Messe gezeigt wurde. Auch sie kam bei der DR nicht in den Plandienst, sondern diente der Lokfabrik als Probelok für neue Komponenten. Bei der TE125-001 handelt es sich ebenfalls um eine Lok aus der 142-Familie, aber mit 140 km/h Höchstgeschwindigkeit. Da die DR keinen Bedarf für solche Loks hatte, verblieb sie als Einzelstück in der damaligen Sowjetunion.
Alle breitspurigen Loks wurden per Straßentieflader von Mukran zur EBG-Werkstatt in Prora auf Rügen gefahren, wo sie auf Normalspurgestelle gesetzt und mit Zug- und Stoßeinrichtungen nach europäischer Norm ausgerüstet werden. Anschließend gelangen sie auf der Schiene zur Hauptuntersuchung in ein deutsches Instandsetzungswerk.
[III/1999]
(Carril) Die meterspurige Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) hat
im November 1998 die Elektrifizierung der Zweigstrecke Martorell - Igualada
abgeschlossen. Nach Ablieferung der 20 neuen Elektrotriebwagen der Reihe 213
bis Februar 1999 sollten die bisher eingesetzten Dieseltriebwagen ausgemustert
werden. Damit wird jetzt der gesamte Personennahverkehr in Barcelona elektrisch
betrieben.
Die ebenfalls meterspurige Eusko Tren im Baskenland führte im Mai 1998 die
ersten Expresszüge ein, die Eusko Pullman genannt werden. Inzwischen
werden diese Züge auf die ganze Strecke Hendaye - San Sebastian (Donostia)
- Bilbao (Bilbo) ausgedehnt. Die etwa 130 km lange Strecke wird in 2 Stunden 20
Minuten zurückgelegt und soll auch Anschlüsse der Region nach
Frankreich verbessern.
Zukunftsträume [III/1999]
(Internet) Hohe Ziele hat sich die TCDD gesetzt. Neben der vermutlich bereits
angelaufenen Elektrifizierung der 701 km langen Strecke Kayas - Cetinkaya setzt
man auch in der Türkei auf "Hochgeschwindigkeitsverkehr":
Hauptstrecken will man folglich mit 160 km/ h befahren, diese Geschwindigkeit
sollen die 15 neuen Neigezüge (baugleich mit FS - ETR 450) auch
tatsächlich erreichen. Den Bosporus plant man mit einem 8 km langen Tunnel
zu unterqueren und 1762 km Strecke will man doppelgleisig ausbauen. Mit der
Verbindung Kapiköy - Djolfa plant man schließlich erneut den
Bahnanschluß in den Iran, und auch die Neubaustrecke Istanbul - Ankara
steht immer noch im vordringlichen Bedarf. Bis wann allerdings die Projekte
verwirklicht werden sollen, hat man vorsichtshalber offengelassen. Wer die
HEUTIGEN türkischen Verhältnisse kennt, weiß auch, warum.
![]() |
Webmaster 13.10.1999 | ![]() |