ALSTHOM EMD SERVICES [4/2000]
Alsthom und
Electro Motive Division (General Motors) kündigten in einer Presseerklärung
an, dass sie im Bereich Lokomotivinstandhaltung kooperieren wollen. An dem
gemeinsamen Tochterunternehmen, ALSTHOM EMD SERVICES, soll Alsthom die Mehrheit
halten. Hintergrund: Viele Bahnen Nordamerikas (und wohl nicht nur dort) wollen
die Wartung ihrer Fahrzeuge nicht mehr selbst durchführen und sind dabei
dies an fremde Firmen zu vergeben.
Neue U- und S-Bahnen [4/2000]
(FAZ) In Kairo
soll die bis Giza (bei den Pyramiden) verlaufende U-Bahnlinie um mehrere
Kilometer in Richtung Südwesten bis Moneib verlängert werden.
Hauptvertragspartner für dieses Vorhaben ist das französische
Konsortium Interinfra, dem u.a. Alsthom angehört. Hinsichtlich des
geplanten Baus einer weiteren U-Bahnstrecke wird derzeit die Finanzierbarkeit
geprüft. Für Alexandria am Mittelmeer, Ägyptens zweitgrößte
Stadt, die noch ohne Untergrundbahn ist, wird ebenfalls ein solches Projekt ins
Auge gefasst. Schließlich sollen die Industriestädte im Einzugsgebiet
von Kairo durch ein S-Bahnnetz mit der Metropole verbunden werden -
vorausgesetzt, dass sich private Investoren als Betreiber finden.
Güterzug explodiert [4/2000]
(FAZ/dpa) In
der Nähe der kenianischen Hauptstadt, auf der Strecke zwischen Nairobi und
Mombasa, ist im Spätsommer ein mit Gas beladener Güterzug explodiert.
Dabei gab es 18 Tote und 40 teils Schwerverletzte; die meisten von ihnen waren
in ihren Häusern nahe des Bahnhofs von Athi River im Schlaf überrascht
worden. Angeblich war Unfallursache die Kollision mit einer (durchhängenden?)
Hochspannungsleitung.
Steam Festival in George war eine Katastrophe [4/2000]
(FE
/ Elliott) Das diesjährige Steam Festival Ende September in George war eine
Katastrophe! Wegen mehrerer großer Brände, zwei auf der Strecke
George - Knysna und einer bei Topping, wurde am Samstag alles Weitere abgesagt.
U.a. brannte die Kapelle bei Carman total ab. Während der diesjährigen
Trockenzeit gab es ohnehin bereits wieder nur einen stark eingeschränkten
Dampfbetrieb auf der Strecke George - Knysna. Es ist damit zu rechnen, dass die
Dampfsaison künftig die trockenen Wintermonate (Mai - September) ausschließen
wird.
Pacific Starlight auf Fahrt [4/2000]
(FAZ) Ein
Touristenzug mit dem wohlklingenden Namen "Pacific Starlight" verkehrt
neuerdings in der Provinz British Columbia in Westkanada. Für die Strecke
von North Vancouver nach Porteau-Crossing benötigt er rund vier Stunden. Es
stehen achtzehn Waggons zur Verfügung, davon die Hälfte
Oldtimerfahrzeuge, außerdem zwei Aussichtswagen mit Glaskuppeln. Der
Fahrpreis beträgt einschließlich Essen mindestens 150 DM.
ADtranz-Verkauf an Bombardier [4/2000]
(FAZ) Die
Daimler-Chrysler AG hat ihr Tochterunternehmen ADtranz im Spätsommer für
1,5 Mrd. DM an die kanadische Bombardier-Gruppe verkauft. Für das Geschäft
ist die Zustimmung der EU-Kommission erforderlich. Mit Billigung des Verkaufs
entsteht der weltgrößte Bahntechnik-Anbieter und einer der führenden
Hersteller von Bahnsystemen.
Erster Hochgeschwindigkeitszug [4/2000]
(FAZ/tdt)
Der neue Hochgeschwindigkeitszug "Acela" - der erste seiner Art in
Amerika - hat im Herbst seinen Dienst aufgenommen, mit einem Jahr Verspätung.
Er verkehrt zwischen Washington, New York und Boston, wobei die Fahrtzeit
zwischen den beiden letztgenannten Städten um eine Stunde verkürzt
wird.
WISCONSIN CENTRAL [4/2000]
(Trains) Die
wichtigste regionale Bahngesellschaft in den USA, die WISCONSIN CENTRAL (WC), trägt
sich mit dem Gedanken, ihre Anteile an Bahnen außerhalb Nordamerikas zu
verkaufen. Das beträfe z.B. Neuseeland und Großbritannien (English,
Welsh & Scottish).
Danach würde wohl auch das Stammnetz in den USA
zum Verkauf stehen. Besonders gut würden die Strecken zur Canadian
National (CN) passen. Außerdem gehören 5,2 % der CN und 7,7% der WC
inzwischen einem gewissen Bill Gates.
Fusion geplatzt [4/2000]
(RDI, FAZ) Die geplante
Fusion von BNSF und CN zum 80.500 km großen Mega-Unternehmen ist vom
Tisch. Die Unternehmensführungen beider Gesellschaften machten dafür
die im März von der amerikanischen Regulierungsbehörde STB (Surface
Transportation Board) verfügte 18-monatige Vorbereitungszeit bei Fusionen
großer Bahngesellschaften verantwortlich. Nach vergeblichen Interventionen
gegen diese Verfügung nahmen beide Gesellschaften im Hinblick auf die nicht
vor Ende 2002 erfolgende Realisierung Abstand von ihren Verschmelzungsplänen.
Die STB befürchtet, nach dieser Fusion könnten möglicherweise nur
noch drei anstatt bisher sechs große Eisenbahngesellschaften übrigbleiben.
Die Bahn ist im Kommen [4/2000]
(FAZ) In diesem
Jahr wird in Israel mit 13 Millionen Bahnfahrgästen gerechnet. Dies sind
doppelt so viele wie 1998 und fast die vierfache Zahl gegenüber 1993. In
den nächsten fünf Jahren wird eine erneute Verdoppelung des
Fahrgastaufkommens erwartet. Da Israels Straßen, besonders in den
Ballungsgebieten, überlastet sind, weichen insbesondere Pendler vermehrt
auf die Eisenbahn aus. Deren Netz verbindet allerdings erst wenige Städte
miteinander. Die Linie Tel Aviv - Jerusalem wurde gar vor zwei Jahren
geschlossen, nachdem wegen der schlechten Gleislage mehrere Züge entgleist
waren. Möglicherweise wird sie aber restauriert. Israel Railways will
jedenfalls künftig alljährlich etwa eine halbe Milliarde Mark in
Schienenwege, Bahnhöfe sowie Loks und Wagen investieren.
Anmerkung
FE: Der ehemalige Bahnhof in Jerusalem soll zum Marktplatz umgebaut werden!
"Eiserne Seidenstraße" [4/2000]
(FAZ/AP)
Als deutliches Zeichen der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea
wurde im September an der Grenze zwischen beiden Staaten ein kurzes
Eisenbahn-Teilstück wiedereröffnet. Vor knapp 50 Jahren hatten hier
zum letzten Mal Züge verkehrt. Nun hat der südkoreanische Präsident
das Startsignal zum Ausbau einer zwanzig Kilometer langen Verbindungsstrecke über
die immer noch stark verminte Staatsgrenze gegeben. Schätzungen zufolge
liegen auf diesem Gebiet noch etwa eine Million Minen, die vor allem mit
deutschen Räumgeräten unschädlich gemacht werden sollen. Es wird
damit gerechnet, dass bis Ende des Jahres 2001 wieder ein durchgehender
Eisenbahnverkehr zwischen den Hauptstädten Seoul und Pjöngjang
stattfinden kann. Das Vorhaben "Eiserne Seidenstraße" wird
voraussichtlich eine halbe Milliarde DM kosten.
Privatisierung im Westen [4/2000]
(RD) So
langsam wird es Ernst mit der Privatisierung der westaustralischen Staatsbahn
(Westrail). Vier potente Betreiber gingen im Oktober in die letzte Bieterrunde,
an deren Ende der Verkauf des gesamten Rollmaterials von Westrail sowie ein 49
Jahre währender Leasing-Vertrag über das kap- und normalspurige
Streckennetz steht. Folgende möglichen Betreiber konkurrieren noch
gegeneinander:
...und im Osten [4/2000]
(RD) Am 7. September
gab der Finanzminister von New South Wales, Michael Egan, die Absicht der
Regierung bekannt, den Bereich Schienengüterverkehr (Freight Corp) der
Staatsbahn von New South Wales zu privatisieren. Der Verkauf soll zeitgleich und
ggf. zusammen mit der ebenfalls zur Privatisierung anstehenden National Rail
Corporation (NR) erfolgen, an der New South Wales auch beteiligt ist. Bis Ende
2001 sollen beide Verkäufe abgewickelt sein. Im Gegensatz zu Westaustralien
werden jedoch das Schienennetz sowie die beiden Personenverkehrs-Bereiche
CityRail (Nahverkehr in NSW) und Countrylink (Fernverkehr in NSW) unter
staatlicher Hoheit bleiben.
Schnell und normalspurig durch Victoria? [4/2000]
(RD)
Derzeit lässt die Regierung von Victoria untersuchen, in welchem Umfang das
breitspurige Streckennetz (1600 mm) auf Normalspur umgenagelt werden kann. Neben
besseren wettbewerbsrechtlichen Bedingungen im Güterverkehr insgesamt soll
auch die Anbindung der wichtigen Häfen in Geelong und Portland
gleichberechtigt erfolgen. Während Portland derzeit nur über
Normalspur zu erreichen ist, hat der Hafen von Geelong nur Breitspur-Anschluss.
Die geplante und kurzfristig realisierbare Anbindung des Hafens von Geelong auch
an das Normalspurnetz bringt für Portland aber erhebliche Standortnachteile
mit sich. Einhergehend mit der vorgenannten Untersuchung wird daher zusätzlich
die erneute Anbindung von Portland an das breitspurige Streckennetz überprüft.
Inwieweit
diese Überlegungen mit dem am 5. September bekannt gegebenen Projekt der
Verbesserung von Schieneninfrastruktur zwischen vier regionalen Zentren und
Melbourne korrelieren, bleibt abzuwarten. Mit aufwändiger Modernisierung
von 500 km Strecke sowie neuen, bis zu 160 km/h schnellen Fahrzeugen sollen
erhebliche Reisezeitverkürzungen zwischen Melbourne und Ballarat, Bendigo,
Geelong und Traralgon erreicht werden. Der geschätzte Aufwand beträgt
rund 800 Mio. AUS$. Davon sollen knapp drei Viertel vom Staat, der Rest von
privaten Investoren aufgebracht werden. Ende 2001 sollen die Arbeiten beginnen
und nach rund 5 Jahren abgeschlossen sein.
ÖPNV und Olympia [4/2000]
(RD) Die
olympischen Spiele sind vorüber und das von einigen befürchtete Chaos
bei der Beförderung der Menschenmassen blieb aus. CityRail als Betreiber
der S-Bahn von Sydney bewältigte reibungslos die großen Besucherströme
zu den Wettkampfstätten. 20 Millionen Fahrgäste mehr als sonst konnten
sich in den zwei olympischen Wochen von der Effektivität des Nahverkehrs überzeugen.
Sogar die olympische Fackel benutzte auf ihrem Weg ins Olympiastadion ein
Schienenverkehrsmittel. Für 800 Meter Wegstrecke stieg der Fackelläufer
in einen Straßenbahnwagen des Trambahn-Museums in Loftus, einem Vorort von
Sydney.
Rechtzeitig vor Beginn der olympischen Spiele wurden auch die
S-Bahnanbindung des Flughafens von Sydney (eröffnet am 21. Mai) sowie die
Verlängerung der Stadtbahn von Sydney (Metro Light Rail) um 3,1 km nach dem
Vorort Lilyfield (eröffnet am 21. August) fertiggestellt.
Great South Pacific Express [4/2000]
(FAZ/pm)
Den seit 1899 an der australischen Ostküste zwischen Sydney und Brisbane
verkehrenden Expresszug gibt es jetzt auch in einer Luxusvariante. Während
einer vier Tage dauernden Reise (ab 1600 DM) fährt er u.a. durch die
bekannte Weingegend Hunter Valley, die Gebirgslandschaft der Blue Mountains und
in Australiens Hauptstadt Canberra. Von Brisbane aus kann die Fahrt nach Cairns
fortgesetzt werden.
Midland-Kohlenverkehr gesichert [4/2000]
(RD)
Der Kohlenverkehr über die spektakuläre Midland-Bahn zwischen
Christchurch und Greymouth auf der neuseeländischen Südinsel ist für
weitere zehn Jahre gesichert. Die neuseeländische Bahngesellschaft Tranz
Rail schloss mit der zuständigen Gesellschaft für die Kohlenförderung,
Solid Energy, einen neuen Vertrag. Der Bahntransport der an der Westküste
geförderten Kohle zum Exporthafen in Lyttleton bei Christchurch sichert
damit langfristig den Erhalt der aufwändig trassierten Midland-Bahn.
"Northern Belle" [4/2000]
(FAZ/tdt)
Zwischen Liverpool, Manchester und York verkehrt ein neuer Nostalgiezug. Der "Northern
Belle" wird von der Gesellschaft Venice Simplon Orient Express auf die
Strecke geschickt. Es sind auch ein- und mehrtägige Fahrten nach Schottland
und Cornwall möglich. Platz ist für rund 250 Fahrgäste; die
Touren kosten ab 350 DM.
Sroda verdieselt [4/2000]
(FE / AI) Seit dem 1.
September gibt es auf der PKP-Schmalspurstrecke Sroda - Zaniemysl nicht nur
einen neuen Fahrplan (nur noch drei Zugpaare, Sroda ab 6:07, 13:38 und 16:36),
sondern offenbar auch eine neue Traktionsart. Triebwagen Mbxd2 229 bewältigte
am 4.9. den Gesamtverkehr. Sämtliche drei Dampfloks standen kalt im
Betriebswerk. Entlang der Strecke bestaunten Bauern und Passanten das ungewohnte
Fahrzeug, Kühe und Hunde reagierten mit Panik und Flucht. Der Triebwagenführer
begründete die Verdieselung mit einer Anweisung aus Warschau zur
Reduzierung der Personalkosten. Entsprechend gedämpft war die Stimmung der
Belegschaft in Sroda. Man hoffte, ab Mitte September wieder die Dampfloks
einsetzen zu können. Der Fahrzeiten des Planbetriebs wären da kein
Hindernis - aber um so mehr die allgemeine Finanzlage der PKP.
Größte Lok der Welt [4/2000]
(FAZ)
Auf der nordschwedischen Gebirgsstrecke zwischen Kiruna und Narvik werden ab
Dezember die ersten von ADtranz gelieferten Riesen-Frachtlokomotiven ihren
Dienst tun. Sie sind 45,80 m lang und wiegen 360 t. Als zwölfachsige
Doppellokomotiven mit der Achsfolge Co'Co'+Co'Co' sind sie in der Lage,
Eisenerz-Güterzüge mit mehr als 8000 t Gewicht zu ziehen und dabei
Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h zu erreichen.
Auf dem Zugdach durch Frankreich [4/2000]
(FAZ/dpa)
Ein Holländer hatte sich für eine Schwarzfahrt nach Clermont-Ferrand
an einem nasskalten Oktobermorgen ausgerechnet das Dach eines Triebwagens
ausgesucht. Nach einer Reise von etwa 150 km war er, aus Aurillac kommend,
schließlich entdeckt worden. Der Zug hatte zuvor viele Tunnels und Brücken
passiert und war bis zu 100 km/h schnell gewesen. Von der Staatsanwaltschaft
wurde das Unternehmen als hochgradig leichtsinnig bezeichnet.
Pech für Zugräuber [4/2000]
(FAZ/dpa)
Ein mit Zigaretten beladener Güterzug sollte in der Nähe von Foggia/ Süditalien
gestoppt und ausgeplündert werden. In der Hektik des Geschäfts hielten
die Räuber aber den falschen Zug an, der ein paar Minuten früher die
Strecke passierte. Als sie ihren Irrtum erkannten, verließen sie
fluchtartig den Tatort, während der Zug, den sie eigentlich überfallen
wollten, mit der Zigarettenladung an Bord unbehelligt vorbeifuhr.
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