Nachrichten 3/2001


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International

Mietlokomotiven-Markt [3/2001]
Das Geschäft mit Mietloks, das in Amerika und Großbritannien nichts Neues ist, beginnt auch in Deutschland auf Interesse zu stoßen. Die wichtigsten Lokpool-Betreiber hierzulande sind Adtranz, Siemens und Vossloh. Während der Bedarf im Inland als nicht allzu hoch eingeschätzt wird (bis 2010 nur etwa 200 Lokomotiven), will man von hier aus eher die Auslandsmärkte bedienen. So hat die französische SNCF bereits sechs Loks von Vossloh geleast; bis Ende 2001 will man 60 Fahrzeuge zur Verfügung haben. Siemens vermietet derzeit 17 sog. Dispoloks, die Nachfrage ist aber weit größer; sechs Loks sind an die luxemburgische CFL vermietet worden. Der Lokpool von Adtranz umfasst 40 Fahrzeuge, von denen viele an die BASF verliehen wurden, meist für zwei bis fünf Jahre. "Wochenendmieten" wie bei Autos gibt's bei Lokomotiven allerdings nicht. (FAZ)

Staatschef fährt 9000 km Bahn [3/2001]
Kim Jong-il, der "Geliebte Führer" Nordkoreas, hat sich mit der Bahn auf eine mehr als 9000 km lange Reise in die russische Hauptstadt gemacht, um Präsident Putin einen Staatsbesuch abzustatten. In einem aus 21 Waggons bestehenden Zug hat er Ende Juli bei Chasau/Ussurijsk die nordkoreanisch-russische Grenze überquert und ist über Chabarowsk, Tschita, Irkutsk am Baikalsee und Nowosibirsk nach etwa zehntägiger Fahrt nach Moskau gelangt. Dort wurde er am Jaroslawler Bahnhof von Putin begrüßt. Kim Jong-il machte die lange Zugreise aber nicht nur aus Spaß am Bahnfahren: Er soll eine ziemlich ausgeprägte Flugangst haben. (FAZ/HN)

Transsib bis Südkorea? [3/2001]
Während des Besuchs des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il Anfang August in Moskau stand das Thema der Weiterführung der Transsibirischen Eisenbahn über Chabarowsk bis nach Korea auf der Tagesordnung. Eine Verbindung des süd- und nordkoreanischen mit dem russischen Eisenbahnnetz läge besonders in Moskaus wirtschaftlichem Interesse. Als Exportweg von Europa nach Ostasien könnten Transporte mit der Bahn mehr als doppelt so schnell durchgeführt werden wie per Schiff. Güterzüge von Europa nach Südkorea würden etwa 13 bis 18 Tage brauchen, während Frachtschiffe 30 bis 40 Tage unterwegs sind. (FAZ)

Rumänien kauft bei Siemens [3/2001]
Anlässlich eines Besuchs des rumänischen Ministerpräsidenten Nastase in Berlin wurde in Anwesenheit des deutschen Wirtschaftsministers ein Vertrag zwischen Siemens und der Staatsbahn Rumäniens geschlossen. Er sieht die Lieferung von 120 Regionalzugfahrzeugen des Modells Desiro im Wert von rund einer halben Milliarde Mark vor. Derartige (zwei- und vierteilige) Dieseltriebzüge verkehren außer in Deutschland auch in Dänemark und Slowenien. Griechenland, Großbritannien und Malaysia haben ebenfalls schon bestellt. (FAZ)


Argentinien

Sturm stoppt "Tren a las Nubes" [3/2001]
Der in der nordargentinischen Provinz Salta verkehrende "Zug zu den Wolken" ist vor einiger Zeit in ein gewaltiges Unwetter geraten. Dabei hatten Geröll-Lawinen, die bei schwerem Sturm und Regen ausgelöst worden waren, die Eisenbahnlinie unpassierbar gemacht. Nach einer Nacht im Zug wurden die rund 500 Fahrgäste mit Hubschraubern und Geländefahrzeugen evakuiert. Der "Tren a las Nubes" kommt auf seiner Fahrt durch die Anden auf Höhen von über 4000 Metern. (FAZ)


Brasilien

Belo Horizonte – Ouro Prêto [3/2001]
Das Tourismusministerium des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais hat zusammen mit den Eisenbahngesellschaften FCA und EFVM die Inbetriebnahme eines Touristenzuges beschlossen. Über eine rund 180 km lange Strecke wird mindestens dreimal wöchentlich ein Personenzug die beiden attraktiven Städte Belo Horizonte und Ouro Prêto miteinander verbinden. Die Fahrtzeit wird etwa fünf Stunden pro Richtung betragen. Sowohl Speise- als auch 1. Klasse-Wagen sollen eingesetzt werden. Außer Dieselloks wird später evtl. auch eine Dampflokomotive zum Einsatz kommen. Zunächst muss aber unter Zuhilfenahme staatlicher Mittel ein Teilstück der Strecke (zwischen Miguel Burnier und Ouro Prêto) erneuert werden. (VoT)


Kanada

Nightstar-Wagen nach Kanada [3/2001]
Kanadas Reisezugbetreiber VIA Rail hat von Alstom die insgesamt 139 Nightstar-Wagen (72 Schlafwagen, 47 Sitzwagen und 20 Service-Wagen) gekauft. Sie waren Anfang der 90er-Jahre für den Nachtzugverkehr zwischen Großbritannien und dem Festland via Kanaltunnel gebaut worden. Nachdem dieses Projekt mangels Nachfrage auf Eis gelegt worden war, standen die Wagen bis jetzt nutzlos in England auf Abstellgleisen herum. Ihr Einsatz soll zwischen Toronto, Montréal und Halifax erfolgen. (RD)


Mittelamerika

Personenzugbetrieb überlebt [3/2001]
In fast allen mittelamerikanischen Ländern (außer Belize) existiert noch – oder bald wieder – Personenzugverkehr, wenn auch teilweise nur über Strecken von einigen Dutzend Schienenkilometern. Dies ergibt sich aus einer Übersicht der Fahrplancenter News Nr. 34/2001. Teils handelt es sich dabei zwar um extra für Touristen organisierte Fahrten; in El Salvador, Honduras und Nicaragua sind aber noch reguläre Personenzüge unterwegs. (FCN)


Panama

Kanaleisenbahn und Tourismus [3/2001]
Die neu projektierte Transkontinental-Eisenbahn von Colón am Atlantik nach Balboa am Pazifik wird nicht nur für den Containerverkehr zwischen den Weltmeeren eine Entlastung bringen. Auch der Tourismus und mit ihm die Wirtschaft Panamas sollen von der Wiederinbetriebnahme der Panamakanal-Bahn profitieren. Zumal die Regierung dem Tourismus bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes am Isthmus eine hohe Priorität eingeräumt hat. Deshalb hat die "Panama Canal Railway Corporation", an der hauptsächlich die Kansas City Southern Railway, Mi-Jack Products und eine Filiale der Weltbank als Gesellschafter beteiligt sind, den Kauf und die Ausstattung von Personenwaggons (mit Vergnügungs- und Barbereichen) sowie eines Aussichtswagens ins Werk gesetzt.

Die Touristen können sich während der Fahrt auch außerhalb der klimatisierten Räume im Freien aufhalten und "Kanal-Atmosphäre schnuppern". Hotels am Panamakanal wollen sich auf die neue Kundschaft einstellen, die sich großteils aus Gästen von Kreuzfahrtschiffen rekrutieren wird. Die Panama Canal Railway Company wird im übrigen nur das reine Transportgeschäft übernehmen; alle anderen mit dem Tourismus verbundenen Tätigkeiten (samt Einnahmen) werden von panamaischen Unternehmen vorgenommen. (FE/ HN/ FCN)


USA

Florida Rail Pass [3/2001]
Die Amtrak-Bahngesellschaft bietet für Fahrten zwischen 30 Städten in Florida neuerdings einen Eisenbahnpass an. Der ein Jahr lang geltende Florida Rail Pass kann für beliebig viele Fahrten verwendet werden. Bis zum 10. August war er zu einem günstigen Einführungspreis zu haben, seitdem kostet er umgerechnet rund 570 DM jährlich. (FAZ)

CN kauft Wisconsin Central [3/2001]
Der Verkauf des gesamten Aktienpaketes der Wisconsin Central (WC) an die Canadian National Railway Co. (CN) wird wohl erhebliche Auswirkungen auf die außeramerikanischen Aktivitäten der WC haben. CN erklärte, daran kein Interesse zu haben und diese schnellstmöglich weiter verkaufen zu wollen. Betroffen sind davon u.a. die Eisenbahnen in Neuseeland (TranzRail) und Tasmanien (Tasrail), an denen WC beteiligt ist. Vorteile bringt der WC-Kauf hingegen für CN vor allem durch einen weiteren Zugang zum wichtigsten Eisenbahnknoten der USA, Chicago. (RD/Trains)


China

Nach Tibet per Bahn [3/2001]
China wird nach Tibets Hauptstadt Lhasa eine Eisenbahn bauen. Die 1.118 km lange Strecke von Nanshankou in Südchina muss spektakuläres, schwieriges Gebiet durchqueren. Sie wird in eine Höhe von 5.000 m hinaufführen, wobei rund 30 km Tunnel benötigt werden. Ein großer Teil des Gleisbetts wird auf Permafrost-Boden liegen. Das rund 2,5 Milliarden US$ teure Projekt soll in sieben bis acht Jahren vollendet sein. (RD)


Syrien / Iran

Neue (alte) Kleinasien-Verbindung [3/2001]
Mit der Wiederaufnahme des Reisezugverkehrs von durchgehenden Zügen von Aleppo in Syrien nach Teheran im Iran kann eine historische Verbindung erneut befahren werden. Die 2.500 km lange Fahrt führt von Aleppo aus zunächst in die Türkei zum Van-See, von dort weiter mit der Eisenbahnfähre zur iranischen Grenze bei Razi. Der einmal pro Woche verkehrende Zug benötigt rund 60 Stunden. (RD)


Australien

Längster Zug der Welt [3/2001]
In Westaustralien hat am 21. Juni ein 7,353 km langer Eisenerzgüterzug, bestehend aus 682 Waggons und acht Dieselloks, seine rund 82.000 Tonnen schwere Fracht über eine Strecke von 275 km in fünf Stunden gezogen. Insgesamt wog der Zug rund 100.000 Tonnen. Damit hat die Minengesellschaft BHP einen neuen Weltrekord mit dem längsten und schwersten Güterzug aufgestellt.

Das Eisenerz wird von der Pilbara-Region nach Port Hedland gebracht und von dort aus überwiegend nach Asien verschifft. Normale Erzzüge auf dieser Strecke sind etwa 2,5 km lang, haben 220 Waggons und vier Lokomotiven. Bei dem Superzug waren nach jeweils rund 170 Waggons zwei Dieselloks (mit je 4474 kW) eingestellt, die von der führenden Lok aus per Fernsteuerung geführt wurden. (FAZ, RD; siehe auch FE 3/98)

Teure Entgleisung [3/2001]
Die teilweise Entgleisung eines Kohlenzuges am 1. Juli auf der Goonyella-Linie zwischen Black Mountain und Yukan wird Queensland Rail bis zu 15 Mio. AUS$ kosten. In dieser Summe sind Reparaturen, Rollmaterial-Ersatz und entgangener Ertrag enthalten. Bei dem aus fünf Elloks und 120 beladenen Kohlewaggons bestehenden Zug entgleisten zwei Elloks und 75 Wagen. Über 6.000 Tonnen Kohle (mehr als die Hälfte der Ladung) fanden sich neben den Gleisen wieder. Verletzt wurde niemand, doch 500 m Gleis und 2 km Oberleitung mussten ersetzt werden. Da die Strecke erst am 5. Juli wieder befahren werden konnte und keine Umleitung möglich war, kam die Kohleverschiffung fast zum Erliegen. Die Kohlevorräte am Hafen waren am 4. Juli beinahe aufgebraucht. (RD)

Brisbanes Flughafen-S-Bahn eröffnet [3/2001]
Am 28. April wurde die zweite Flughafen-S-Bahn Australiens in Brisbane, der Hauptstadt von Queensland, feierlich eröffnet. Mehrere Besonderheiten zeichnen die 8,5 km lange Strecke aus: Sie ist die erste privat finanzierte und betriebene S-Bahn Australiens, ist aber in das S-Bahnnetz von Brisbane eingebunden. Sie verläuft vollkommen aufgeständert und beinhaltet damit den längsten Viadukt Australiens. Ihr Bau begann im Februar 1999 und dauerte ziemlich genau zwei Jahre. Die Kosten betrugen 220 Mio. AUS$, eingeschlossen darin vier dreiteilige S-Bahnzüge. Nach 35 Jahren muss die Strecke an die Regierung von Queensland übergeben werden. Im ersten Jahr werden 2,7 Mio. Fahrgäste erwartet. (RD)

Mehr Personenverkehr in Victoria [3/2001]
Nach den Ausdünnungen Mitte der 90er-Jahre will die Regierung Victorias nun den Schienenpersonenverkehr auf den Strecken Ballarat - Ararat, Sale - Bairnsdale, Melbourne - Mildura und Melbourne - Leongatha wieder aufnehmen lassen. Das Ausschreibungsverfahren wurde eingeleitet und soll bis Anfang 2002 abgeschlossen sein. Unter den Bietern befindet sich auch die chancenreiche West Coast Railway (s.a. FE 1/2000), welche gerade einen Vertrag als neuer Betreiber der Fernreisezüge in Neuseeland an Land ziehen konnte. (RD)

Westrail verkauft [3/2001]
Den Zuschlag bei der Privatisierung des Güterverkehrs der westaustralischen Staatsbahn (Westrail) erhielt die Australian Railway Group (ARG): Partner in diesem Konsortium sind Genesee and Wyoming Australia (Eigentümer von ASR) sowie Wesfarmers, ein großer diversifizierter australischer Konzern, u.a. Eigentümer von Wesfarmers Transport, dem führenden westaustralischen Transportunternehmen auf der Straße. Der Verkauf beinhaltet u.a. das gesamte Rollmaterial von Westrail sowie einen 49 Jahre währender Leasing-Vertrag über das kap- und normalspurige Streckennetz, das aber weiterhin Staatseigentum bleibt. ARG zahlte insgesamt 585 Mio. AUS$ und wird in den nächsten fünf Jahren weitere 400 Mio. AUS$ ins Schienennetz und Rollmaterial investieren. (RD)

Erster Spatenstich [3/2001]
Was lange währt, wird endlich gut. Nach diversen Verzögerungen, u.a. durch das Aussteigen eines Investors, konnte am 20. April endlich das Vertragswerk zum Bau der transkontinentalen Verbindung Alice Springs - Darwin unterzeichnet werden. Schon Anfang Mai begannen die ersten Bauarbeiten in Tennant Creek und Katherine. (RD)

ABT-Railway über Plan [3/2001]
Der Wiederaufbau der Zahnradbahn von Queenstown nach Strahan in Tasmanien (s.a. FE 4/99) macht gute Fortschritte. Die Nachfrage auf der schon teilweise eröffneten Teilstrecke Queenstown - Rinadeena mit einer über 50 %-igen Auslastung liegt deutlich über den Planwerten. Die 34 km lange Strecke soll Ende des Jahres komplett fertiggestellt sein. (RD)

Richi-Pichi wird verlängert [3/2001]
Bis Ende Oktober soll die 7 km lange Verlängerung der südaustralischen Richi-Pichi-Museumsbahn von Stirling North nach Port Augusta fertiggestellt sein, rechtzeitig zum 100-jährigen Bestehen der australischen Föderation. Damit ist dann ein weiterer Teil der historischen, kapspurigen Ghan-Route nach Alice Springs wiederhergestellt. (RD)


Europäische Union

Eisenbahn als Retter [3/2001]
Die EU-Verkehrskommissarin de Palacio hat den Teufel an die Wand gemalt: Im Rahmen der Osterweiterung drohe dem Straßenverkehr der Kollaps im Dauerstau, wenn die Verkehrspolitik in Europa nicht rechtzeitig geändert würde. Als Rezept empfiehlt die Politikerin, den Verkehr zum Teil von der Straße auf die Schiene zurückzuholen. Hierzu solle das gesamte Schienennetz erst für den Gütertransport und später auch für die Personenbeförderung geöffnet werden.

In einem "Weißbuch" genannten EU-Strategiepapier wird insbesondere den Transitländern Deutschland und Österreich der Verkehrszusammenbruch prognostiziert, wenn nicht bald gegengesteuert werde. Zumindest müssten die jetzigen Prozentanteile von Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr gehalten und nicht zugunsten der Lkw-Transporte verschoben werden. Sonst würden letztere bis 2010 um weitere 50 % ansteigen. Als gutes Beispiel nannte de Palacio die USA, wo 40 % des Güterverkehrs über die Eisenbahn erfolgen; in der EU sind es dagegen nur 8 %, bei sinkender Tendenz. Die östlichen Beitrittsländer sollten ihre relativ großen Schienennetze modernisieren und nicht dem schlechten Beispiel der Westeuropäer folgen, wo Straßenverkehr das Übergewicht hat. (FAZ)


Griechenland

Intercity Athen – Saloniki [3/2001]
Mit Hilfe eines Unterstützungsprogramms der Europäischen Union in Milliardenhöhe werden in Griechenland innerhalb der kommenden fünf Jahre nationale und städtische Bahnstrecken modernisiert und ausgebaut. Allein in die Intercitystrecke Athen – Thessaloniki sollen rund 3,4 Mrd. Euro investiert werden (für Elektrifizierung, doppelte Spur sowie neue Signalanlagen). Auch die Modernisierung der Bahnlinie Athen – Patras ist ein Projekt des 3. EU-Unterstützungsprogramms; ebenso werden der städtische Nahverkehr und der Bau eines S-Bahnnetzes auf der Halbinsel Attika gefördert. Das Gesamtprogramm hat einen Wert von 4,7 Mrd. Euro und wird je zur Hälfte von der EU und der griechischen Regierung finanziert. (FAZ)


Großbritannien

Rote Zahlen bei Railtrack [3/2001]
Die Railtrack-Aktie ist zur Jahresmitte auf einem Tiefststand angelangt. Der Börsenwert sank innerhalb von drei Jahren von neun auf weniger als zwei Milliarden Pfund (rund drei Mrd. Euro). Damit zählt Railtrack nicht mehr zu den hundert wichtigsten britischen Unternehmen. Mit ein Grund für den Börsenverlust sind Rückstellungen für Reparaturen in Höhe von 2,3 Mrd. Mark sowie Verluste von 1,6 Mrd. Mark im letzten Geschäftsjahr. Ohne staatliche Subventionen - von weit mehr als den zugesagten 1,5 Mrd. Pfund - wird Railtrack nicht zu Rande kommen. Schließlich sind etwa 40.000 km Gleise, 2.500 Bahnhöfe, 40.000 Brücken und alle Signalanlagen zu unterhalten. Der von der Regierung geförderte Umstieg vom Auto auf die Bahn wird somit noch viele Milliarden verschlingen. (FAZ)


Island

Wieder Eisenbahn in Island? [3/2001]
Möglicherweise wird es bald Islands erste Bahn mit Personenverkehr geben. Voruntersuchungen zum Bau einer 50 km langen Verbindung von der Hauptstadt Reykjavik zum Flughafen Keflavik sind derzeit im Gange. Islands erste und einzige Bahn bisher existierte nur von 1913 bis 1928. Sie wurde zum Transport von Steinen beim Bau des Hafens von Reykjavik benötigt. Zwei B-Kuppler von Jung werden in Reykjavik museal erhalten. (RD)


Russland

Transsib-Containerverkehr [3/2001]
Der Bahnfrachtverkehr auf der rund 7000 km langen transsibirischen Eisenbahnstrecke soll intensiviert werden. Die Bahn wäre theoretisch in der Lage, 150.000 Container jährlich vom Pazifik nach Zentraleuropa zu befördern. Tatsächlich waren es im Jahr 2000 aber nur 40.000, im Jahr davor gar nur 20.000 Container. Um der Transsib wieder zu ihrer früheren Bedeutung zu verhelfen, soll sie erheblich ausgebaut werden. Zur Verringerung der Kriminalität in den Zügen und entlang der Strecke wurden bereits wirksame Maßnahmen ergriffen. Allerdings fehlt es an Geld für weitere Projekte. (Verkehrs-Rundschau)


Tschechien / Russland

Bessere Anbindung [3/2001]
Die tschechische und die russische Regierung sind übereingekommen, dass in Bogumin ein Kopfbahnhof gebaut wird. Damit soll das umständliche Umspuren beim Gütertransport zwischen Prag und Moskau entfallen. Bahnfracht wird demnach künftig bereits von Tschechien aus auf Breitspur (1520 mm) nach Russland befördert. Bisher muss die Fracht an der Grenze von Normalspur (1435 mm) auf breitere russische Gleise umgeladen werden. (Verkehrs-Rundschau)


Ungarn / Slowenien

Neue Bahn [3/2001]
Im Mai/Juni wurde auf einer Neubaustrecke der grenzüberschreitende Schienenverkehr zwischen Ungarn und Slowenien aufgenommen. Die Bahnlinie führt vom ungarischen Zalalövö zum slowenischen Grenzbahnhof Holos und weiter bis Murska Sobota. Die Streckeneröffnung wurde, ihrer Bedeutung entsprechend, von den Regierungschefs beider Länder vorgenommen. Aufgrund unterschiedlicher Bahnbetriebssysteme müssen an der Grenze Lokwechsel durchgeführt werden. Es verkehren inzwischen auch zwei internationale Schnellzüge auf der neuen Strecke. (Schienenverkehr aktuell)


Das Letzte

Elefant gegen Eisenbahn [3/2001]
Im indischen Bundesstaat Assam sind in den letzten Jahren mehr als ein Dutzend Elefanten von Zügen angefahren und getötet worden. Die Bahnlinie verläuft dort mitten durch ein Gebiet, das die Dickhäuter auf ihren Wanderungen durchstreifen. Nun sollen Hindernisse errichtet werden, damit die Tiere nicht mehr auf die Gleise geraten, sondern diese auf sicheren Übergängen passieren können. Zur Zeit leben nur noch etwa dreihundert Elefanten in dieser Gegend im Nordosten Indiens. (FAZ)


Das Allerletzte: Unbemannte Züge

1. Japanische Dienstvorschriften [3/2001]
Der Shinkansen ist berühmt für sein automatisches Kontrollsystem. Am Samstag, den 10. März 2001, ging jedoch das Vertrauen eines Lokführers darauf offenbar zu weit, als er für geschlagene fünf Minuten seinen Führerstand verließ. Dies verlautbarten die Central Japan Railway Co. (JR Tokai) am 13.3. in einer Presseerklärung. Der Zug fuhr in dieser Zeit führerlos über zwei Kilometer von Tokyos Shinagawa Ward nach Tokyo Station.

Kurz nachdem der Shinkansen Ward um 7.05 Uhr verlassen hatte, bemerkte der Lokführer den Verlust seiner Mütze. Er begab sich auf die Suche im hinteren Teil des 16-Wagen-Zuges. Zum Glück waren keine Passagiere an Bord, da es sich um eine Leerfahrt handelte. Es kam auch zu keinem Unfall und er fand das gute Stück in einem Ausguss im zweiten Wagen hinter dem Triebkopf. Der Zug hatte zu dieser Zeit eine Geschwindigkeit von etwa 25 km/h.

Die Bahnsicherung merkte, dass etwas nicht stimmen konnte, da der Shinkansen ein Signal zwei (!!) Minuten nach Fahrplan passierte und den nächsten Bahnhof eine (!!!!) Minute zu spät erreichte. Der Lokführer - immerhin mit 17 Jahren Diensterfahrung - schilderte den Vorfall wahrheitsgetreu bei der folgenden Befragung in der späten Samstagnacht, erklärte JR Tokai. Er gestand ein, selbst starke Bedenken gegen das Verlassen des Führerstands gehabt zu haben, seine Besorgnis über die vermisste Mütze hätte jedoch gesiegt. Es verstößt schärfstens gegen die Dienstvorschriften der Gesellschaft, ohne Mütze zu arbeiten ... (Japan Times, 14.3.2001)

2. "Runaway Train" nach zwei Stunden gestoppt [3/2001]
Ein durchgegangener Zug hat am 16. Mai im nordwestlichen Ohio rekordverdächtige 66 Meilen (etwas über 100 km) zurückgelegt, während deren niemand auf dem Führerstand war. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war etwa 50 – 60 km/h, einmal wurden sogar 75 km/h überschritten.

Gestoppt wurde er schließlich von einem mutig aufgesprungenen Lokführer, der die Bremsen betätigte. Der aus 47 Waggons (darunter zwei Kesselwagen mit geschmolzenem Phenol, einer hochgiftigen Chemikalie) bestehende Zug der CSX war zuvor durch das Ankuppeln einer weiteren Maschine am Ende des Zuges entsprechend verlangsamt worden. Die tiefschürfende Erklärung der CSX-Pressesprecherin Kathleen A. Burns: "Etwas ging schief ...!" und der Vorfall werde untersucht. (CNN, CBS, CSX-Presse-Info)


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