Nachrichten 4/2001


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Das Letzte

International

Thalys statt Air France [4/2001]
Bereits im Frühjahr hat die französische Fluggesellschaft Air France ein einzigartiges Projekt gestartet: sie hat ihre Passagiere, die bisher über Paris nach Brüssel geflogen sind, auf den Hochgeschwindigkeitszug Thalys umgeleitet, der beide Städte in knapp anderthalb Stunden miteinander verbindet. Von den für März bis Juli reservierten 50.000 Eisenbahnsitzplätzen wurden rund 30.000 benutzt. Bei Air France ist man mit diesem Ergebnis einigermaßen zufrieden, bei Thalys/TGV ohnehin. Für eine etwaige Weiterfahrt über Lüttich nach Köln gibt es täglich sieben Thalys-Verbindungen (Fahrtzeit etwa zweieinhalb Stunden). Der Thalys wird gemeinsam von den französischen, belgischen, niederländischen und deutschen Eisenbahnen angeboten. (DB/SNCF/FE)

Welt-Eisenbahnkongress [4/2001]
Anfang Oktober tagte in Wien der Welt-Eisenbahnkongress. Er regte an, Allianzen unter den Eisenbahnen zu bilden. Nur wenn die Bahnunternehmen enger zusammenarbeiteten, könne der internationale Verkehr auf großen Entfernungen deutlich gesteigert werden. Dann könnte von der Bahn eine Leistungsqualität erreicht werden, die eine echte Konkurrenz zur Straße darstellen würde. Schließlich biete ja gerade die Bahn erhebliche Vorteile: sie beanspruche wenig Platz, sei sehr sicher, habe einen niedrigen Energieverbrauch und eine sehr gute Umweltbilanz. Insbesondere im Vorort- und Regionalverkehr sei aber weiterhin die finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand notwendig. (FAZ)

Schneller über den Brenner [4/2001]
Nach Auskunft der Südtiroler Landesregierung in Bozen wird der bisher noch nötige Lokwechsel am Brenner bald wegfallen. Die 20-minütige Aktion ist erforderlich, weil in Italien mit Gleichstrom, in Österreich aber mit Wechselstrom gefahren wird. Durch den Einsatz von 15 Mehrstromloks wird künftig die Zugverbindung von Deutschland nach Italien (z.B. München – Verona) zeitlich verkürzt. (Münchner Merkur)

"Eurorapid" Berlin – Budapest? [4/2001]
Das Konsortium Transrapid International (Thyssen/Krupp, Siemens und Adtranz) hat im Oktober eine Studie über eine neue Magnetschwebebahntrasse von Berlin über Dresden, Prag und Wien nach Budapest vorgestellt. Der Bau dieser 950 km langen Strecke würde etwa 27 Mrd. Mark kosten und könnte in ungefähr 15 Jahren fertiggestellt sein. Die Teilstrecke Berlin – Dresden ließe sich dann in 40 Minuten, Dresden – Prag in 30 Minuten zurücklegen. Nach Berechnungen von Fachleuten würde die Eurorapid-Trasse nicht mehr kosten als eine neue ICE-Schienenstrecke. Letztere bräuchte beispielsweise mehr als zehnmal so viele Tunnel-Kilometer wie eine Magnetbahn-Stelzentrasse. Angesichts der sich in schlechtem Zustand befindlichen osteuropäischen Schienenwege und deren dringender Ausbaubedürftigkeit wäre auch mit einer Unterstützung durch die EU zu rechnen. (FAZ)

Expresszug Berlin - Warschau [4/2001]
Die Eurocity-Züge zwischen den beiden Hauptstädten Berlin und Warschau fahren seit Ende September unter dem Namen "Berlin-Warszawa-Express". Für die einfache Strecke brauchen sie rund sechs Stunden, die Hin- und Rückfahrt kostet mit Bahncard neuerdings nur noch 98 Mark, rund 25 Mark weniger als bisher. (LOK-Report/FE)

Paneuropäische Strecken [4/2001]
Für die Modernisierung von drei Bahnstrecken, die Ungarn mit mehreren Nachbarländern verbinden, erhält das Land 190 Mio. Euro Kredit von der Europäischen Investment Bank. Zwei Linien gehören zu den paneuropäischen Bahnkorridoren: Österreich – Ungarn – Rumänien und Ungarn – Slowenien. Die dritte geförderte Strecke verbindet Budapest mit Lvov / Ukraine. Durch die Verbesserung der Gleisanlagen und Signalisation soll die Fahrgeschwindigkeit von Personen- und Güterzügen erhöht werden. (La Vie du Rail / FE)

Verkehrshindernis russische Breitspur [4/2001]
Die tschechische und die russische Regierung sind übereingekommen, dass in Bohumin ein Kopfbahnhof gebaut wird. Damit soll das umständliche Umspuren beim Gütertransport zwischen Prag und Moskau entfallen. Bahnfracht wird demnach künftig bereits von Tschechien aus auf Breitspur (1520 mm) nach Russland befördert. Bisher muss die Fracht an der Grenze von Normalspur (1435 mm) auf breitere russische Gleise umgeladen werden. Auch an der polnisch-ukrainischen Grenze bei Medyka/Mostiska muß auf Breitspur umgesetzt, umgeladen oder umgespurt werden. Allerdings wird das Frachtaufkommen in Ost-West-Richtung ständig geringer; der Lkw-Anteil ist bereits dreimal höher als das Bahntransportvolumen. (Verkehrs-Rundschau)

Eisenbahnunglücke [4/2001]
In Angola ist südlich der Hauptstadt Luanda ein Zug mit etwa 500 Passagieren auf eine Mine gefahren. Bei der folgenden Explosion und Entgleisung starben weit über hundert Reisende. Anschließend sollen Rebellen das Feuer auf flüchtende Personen eröffnet haben, so dass am Schluss rund 250 Tote zu beklagen waren. Unter den Getöteten waren 26 Soldaten und 11 Polizisten.

Auf der indonesischen Insel Java sind Anfang September beim Zusammenstoß zweier Züge 37 Menschen tödlich verletzt worden. Zu dem Unglück kam es, als östlich von Jakarta ein Expresszug auf einen stehenden Zug auffuhr; einer der beiden Lokführer soll ein Haltesignal übersehen haben.

In der Nähe des Brenners - im Bahnhof von Gossensaß bei Sterzing - sind zwei Lokführer beim Aufprall ihrer Züge ums Leben gekommen. Unmittelbar danach raste der Eurocity Neapel - München in die entgleisten Waggons. Der Zugverkehr auf der Brennerstrecke war für mehr als einen Tag gesperrt. (FAZ)

Bombardier-Lokverkäufe [4/2001]
Der Kasseler Lokomotivenhersteller Bombardier Transportation hat die ersten von 24 Elektrolokomotiven der Baureihe ALP 46 nach Amerika geliefert. Käufer ist die Gesellschaft New Jersey Transit (NJT). Es handelt sich um Mehrsystemlokomotiven für verschiedene Stromspannungen und Frequenzen. Der Auftrag hat einen Wert von rund 250 Mio. Mark. Weitere Aufträge zum Bau von mehreren hundert Loks dieser Bauart liegen in Kassel vor. Besteller sind u.a. die Deutsche Bahn, Schweden und Malaysia; auch für den spanischen Talgo sollen Triebköpfe gebaut werden. (FAZ)


Kenia

Garratt-Lok bald wieder in Betrieb [4/2001]
Die Lok 5918 "Mount Gelai" der legendären Baureihe 59 wird betriebsfähig aufgearbeitet und soll noch in diesem Jahr Sonderzüge durch Kenia ziehen. Die Arbeiten an der Lok begannen im Juli in der Hauptwerkstatt durch eine engagierte Gruppe pensionierter Eisenbahner. In der Folgezeit litt das Projekt an nachlassender Unterstützung durch die Bahnverwaltung, doch kurz vor dem Scheitern brachte ein Wechsel in der Führung der Bahngesellschaft die Wende. Ende Oktober stand die Lok erstmals unter Dampf und wurde für die Testfahrt nach Athi River vorbereitet. (Internet Rob Dickinson)


Zimbabwe

NRZ-Privatisierung geplant [4/2001]
Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage will die Regierung die National Railways of Zimbabwe im Laufe des Jahres 2002 privatisieren. Der Erlös aus dem Verkauf der NRZ und weiterer großer Staatsunternehmen soll zum Schuldenabbau verwendet werden. Interesse am Enwerb einer (20- bis 30-jährigen Konzession) hat Spoornet gezeigt. (On Track Newsletter)


Argentinien

"La Trochita" unter Denkmalschutz [4/2001]
Die rionegrinische Teilstrecke des "Alten Patagonien-Express" – der Abschnitt von Ingeniero G. Jacobacci nach El Maitén – ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Somit können dort künftig wieder Dampf- und andere touristische Sonderzüge fahren. Für die Streckeninstandsetzung und die Einrichtung eines Freilichtmuseums auf dem Gelände des Betriebswerks Ingeniero Jacobacci wollen verschiedene Stellen, u.a. die Provinz Rio Negro, Geldmittel zur Verfügung stellen. Damit soll dem stark abgeflauten Tourismus wieder etwas auf die Beine geholfen werden. (VoT/FIB)


Mittelamerika

Zukunftsprojekte [4/2001]
Über den geplanten Ausbau des Bahnverkehrs in einigen zentralamerikanischen Ländern gibt es mancherlei Nachrichten und Gerüchte. So soll z.B. in Guatemala die bis in die 80er Jahre betriebene Strecke von Tecún Umán an der mexikanischen Grenze bis Esquintla im Landesinneren wieder aktiviert werden. In El Salvador ist die Renovation der Bahnstrecke von San Salvador nach Anguiatú an der guatemaltekischen Grenze sowie von der Hauptstadt zum Pazifikhafen La Unión geplant. Auch die internationale Verbindung von El Salvador nach Guatemala (zum Knotenpunkt Zacapa) soll wieder eingerichtet werden. In Panama haben sich die Bauarbeiten an der neuen Canal Railway verzögert, so dass die volle Inbetriebnahme des Güter- und Personenverkehrs vom Juni auf den Herbst verschoben werden musste. (VoT/FIB)


USA

Folgen des Anschlags am 11. September [4/2001]
Aufgrund der Terroranschläge auf die Türme des World Trade Centers sind auch mehrere U-Bahnstationen in der Nähe in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Subway-Linie E hatte ihre Endhaltestelle an diesen beiden Wolkenkratzern. Sie ist immer noch verschüttet und bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Auch die Station "Cortlandt Street" der Linien 1 und 9 lag unter den Zwillingstürmen und ist nun bis auf weiteres unter Schutt begraben. (FAZ)

Ticket nur gegen Ausweis [4/2001]
Wer bei Amtrak eine Eisenbahnfahrkarte kaufen will, muss dabei seit Oktober einen Lichtbildausweis am Schalter vorlegen. Diese Vorschrift gilt für Fahrgäste ab 18 Jahren. Auf den Strecken zwischen Washington, New York und Boston werden Fahrscheine nur noch vorab, nicht mehr in den Zügen verkauft. (SZ)


China

Aktuelles zum Dampfbetrieb [4/2001]
Die Staatsbahndirektion Shenyang, bis dato letztes Dampf-Eldorado, wird voraussichtlich bis Mitte November QJ-frei werden. Die Hauptabfuhrstrecke Shenyang-Harbin wurde im September 2001 für den elektrischen Betrieb freigegeben. Mangel besteht derzeit noch an Elloks, so dass die Mehrheit der Züge nach wie vor dieselbespannt sind (Güterzüge DF4B und DF4C, Personenzüge mit DFH3, DF4B oder DF4D). Fabrikneue SS4 Güterzug-Doppel-Elloks der Lokfabrik Datong befinden sich allerdings derzeit in Auslieferung bzw. Inbetriebnahme im Depot Sujiatun südlich von Shenyang, so dass nach und nach DF4 freigesetzt werden. Weitere DF4C werden in Jinzhou freigesetzt. Dieses Depot erhält derzeit fabrikneue DF8B Dieselloks für die Strecke Shanhaiguan-Jinzhou.

Anfang Oktober 2001 war geplant, bis Ende des Monats bzw. bis Ende November 2001 die QJ-Leistungen der Staatsbahn-Depots Fuxin, Yebaishou, Zhangwu, Da'an Bei und Xinzhan komplett auf DF4 umzustellen. Bereits im Sommer 2001 wurde die Mehrzahl der Staatsbahn-JS bei obengenannten Depots durch fabrikneue DF5 ersetzt. Einzige Ausnahme ist die JS-Hochburg Tonghua wo bis dato keine neuen DF5 angeliefert wurden.

Auf der provinzeigenen Eisenbahn Jining-Tongliao (JiTong) sind inzwischen 6 Dieselloks DF4D in Baiqi stationiert, aber selten sind mehr als 2-3 davon im Einsatz. Sowohl Baiqi als auch Daban haben neue QJ erhalten, insbesondere aus der Region Harbin/ Jiamusi/Mudanjiang. Etwa 10-15 QJs sind konserviert abgestellt für die Eröffnung der Stichstrecke nach Xilinhaote, die im Oktober 2002 in Betrieb genommen werden soll. Abgehend vom momentan neu errichteten Bahnhof Shangshitou (zwischen JingPeng und Haoluku) ist eine weitere, ca. 40km lange Stichstrecke zu einem Steinbruch in den Bergen nördlich von Jingpeng vorgesehen: Ein weiterer heißer Kandidat für die erste, neu eröffnete Dampfstrecke im 21. Jahrhundert !

Auf der provinzeigenen Strecke Baotou-Dongsheng sind ebenfalls die ersten Dieselloks DF4B eingetroffen. Innerhalb eines Jahres soll der Betrieb komplett verdieselt werden. Seit September 2001 wird zwischen Baotou und Shenmu ein in Sifang gebauter 10-teiliger Dieseltriebwagen eingesetzt. Trotz der Eröffnung der alternativen Linie nach Shouzhou ist kein Rückgang des Transportvolumens festzustellen.

Details zu den Meldungen und Hinweise zu weiteren Strecken in China finden Sie im Internet unter http:\\www.qj-country.de sowie in einem ausführlicheren Bericht in der nächsten Ausgabe des Fem-Express. (FE / Florian Menius)

Fortschritte beim Transrapid-Bau [4/2001]
Acht Monate nach dem ersten Spatenstich (1. März) standen Anfang November fast alle 2000 Stützpfeiler für die Transrapidstrecke vom Flughafen zur Innenstadt und dem Messezentrum von Shanghai. Auch eine Fertigungsstätte für die Gleisstreben ist bereits gebaut. In einem Jahr, am 1. Januar 2003, soll der erste Transrapid in Shanghai-Pudong starten. Bis 2005 rechnet man mit 10 Mio. Fahrgästen, bis 2010 mit 20 Mio. Anfangs sollen drei fünfteilige, später sechs sechsteilige Fahrzeuge eingesetzt werden. In acht Minuten Fahrtzeit werden die zwei Bahnhöfe im 10-Minuten-Takt, später alle fünf Minuten, miteinander verbunden werden. Thyssen-Krupp kann sich vorstellen, dass die Magnetschnellbahn künftig in China kostengünstig in Lizenz für Drittländer gebaut wird. (Münchner Merkur)

Letzte Meldung [4/2001]
In Daban ist am 13. November die erste DF4 eingetroffen und seit dem 14. November im Einsatz über den JingPeng-Pass. Die Lok ist für 10 Monate vom JiTong-Bw Baiqi ausgeliehen und ersetzt eine komplette QJ-Doppeltraktion zwischen Daban und Haoluku. 100% Dampf bei den Güterzügen ist also Geschichte am Pass, die DF4D 4055 wird täglich ein Gz-Paar bespannen.


Indien

Alle Hill-Stations unter Dampf? [4/2001]

Möglicherweise können in absehbarer Zeit wieder alle vier Schmalspurbahnen zu den indischen Hill-Stations mit Dampfzügen befahren werden. Während auf der Himalayastrecke von Darjeeling und auf der Nilagiri-Zahnradbahn der Dampfbetrieb bis heute überlebt hat, stellt man sich nun auch in Matheran und Shimla solcherart auf den Tourismus ein. Zu diesem Zweck wurde die Lok B794 von Darjeeling nach Neral umstationiert. Ähnliche Aktivitäten werden von der Schmalspurbahn Kalka-Shimla im Himalaya-Vorland gemeldet, wo für den September eine Probefahrt mit Lok KC520 angesetzt war. Auf der Darjeeling-Bahnstrecke fährt inzwischen das durchgehende Zugpaar planmäßig mit Diesel. Der School-Train (Kurseong ab 6.30 Uhr) und der talwärts fahrende Zug (15.00 Uhr ab Darjeeling) sind dagegen weiter mit Dampflok bespannt. Falls eine der beiden Dieselloks (NDM4) ausfällt, kommen Dampflokomotiven auch vor den durchgehenden Zügen zwischen New Jalpaiguri und Darjeeling zum Einsatz.

Auf der Nilagiri-Zahnradbahn wird der Zahnstangenabschnitt bis Coonoor weiterhin ausschließlich mit Dampfloks der Baureihe X betrieben. Es verkehrt ganzjährig ein Zugpaar, in der Saison sind es zwei. Im oberen Adhäsionsabschnitt von Coonoor nach Ooty wird auf Diesel umgespannt. Der Stammdiesel "Blue Diamond" hat inzwischen Verstärkung durch einen weiteren Meterspurdiesel YDM4 bekommen, so dass Dampflokeinsätze nach Ooty sehr unwahrscheinlich geworden sind. (Internet Rob Dickinson)


Kasachstan

Talgo für Alma Ata [4/2001]
Die Eisenbahn der Republik Kasachstan hat in Spanien zwei Talgo-Garnituren mit je 23 Wagen bestellt. Die Probefahrten mit zwei Fünfwagenzügen des Typs Talgo 200 im Juni 2000 waren zur Zufriedenheit der kasachischen Eisenbahner verlaufen. Gleichzeitig wird die Firma Talgo die komplette Ausrüstung für eine Werkstatt liefern, in der die Züge mit ihren Einachsfahrwerken gewartet werden.

Die Talgos sollen die frühere Hauptstadt Alma Ata (Almaty) mit der neuen 1300 km entfernten Metropole Astana (früher Aqmola bzw. Celinograd) verbinden. Auf dieser Strecke beträgt die Fahrzeit jetzt 22 Stunden, mit den spanischen Zügen soll sie in den nächsten Jahren auf 12 Stunden verkürzt werden. Dazu muss allerdings noch ein Teilstück elektrifiziert (25 kV) werden. Die Wagen erhalten Spurwechselradsätze für 1520 mm und 1435 mm, damit ein zukünftiger Einsatz auch ins benachbarte China möglich ist. Es ist vorgesehen, zu einem späteren Zeitpunkt elektrische Triebköpfe passend zu den Garnituren zu beschaffen. (FE/TME)


Europäische Union

Weitere Hochgeschwindigkeitszüge [4/2001]
Die EU-Kommission hat beschlossen, dass sich die Gemeinschaft in den nächsten fünf Jahren mit rund 2,8 Mrd. Euro am Ausbau der "Transeuropäischen Verkehrsnetze" (TEN) beteiligen werde. Durch die Modernisierung des Schienenverkehrs sollen künftig mehr Hochgeschwindigkeitszüge durch Europa fahren können. Gleichzeitig soll es – durch Verlagerung von Personen- und Gütertransporten auf die Schiene – weniger Staus auf den Straßen geben. Zu den wichtigsten geförderten Vorhaben zählen u.a. die Strecken Paris – Brüssel – Köln sowie Frankfurt – Amsterdam – London, außerdem der TGV Est von Frankreich nach Südwestdeutschland. Deutsche und österreichische Nord-Süd-Verbindungen sollen ebenfalls (mit bis zu 20 % der Kosten) von der EU finanziert werden. (FAZ)


Frankreich

Der TGV hat Geburtstag [4/2001]
Am 22.9.1981 wurde der erste TGV (Train à Grande Vitesse) von Paris nach Lyon auf die Reise geschickt. Die Strecke für den französischen Hochgeschwindigkeitszug, der damals schon mit teils mehr als 300 km/h unterwegs war, wurde seinerzeit von Staatspräsident Mitterand eröffnet. Seit Juni diesen Jahres fährt der TGV auch nach Marseille. Das wichtigste Zukunftsprojekt ist der "TGV Est", der in einigen Jahren Paris mit Straßburg verbinden soll; eine Weiterführung nach München, Wien und Budapest ist ebenfalls geplant. (FAZ)


Großbritannien

Aus für Railtrack [4/2001]
Die private britische Eisenbahngesellschaft Railtrack musste am 22. Oktober 2001 Konkurs anmelden. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt rund 10 Milliarden Mark Schulden. Die Regierung war nicht bereit, das Unternehmen weiter mit hohen Subventionen zu stützen. Außer der Schuldentilgung standen auch teure Investitionen an, wie etwa die Erneuerung der Strecke London – Glasgow. Mehrere schwere Zugunglücke in den vergangenen Jahren haben zudem das Vertrauen in die Bahngesellschaft minimiert. Railtrack war 1994 im Rahmen der Privatisierung von British Rail gegründet worden. (Münchner Merkur/Verkehrs-Rundschau)


Portugal

Lissabons Tram hat Jubiläum [4/2001]
In Lissabon wurde am 31. August der hundertste Geburtstag der dortigen Straßenbahn gefeiert. Aus Anlass des Jubiläums fuhr eine Reihe von Museumsfahrzeugen auf der seinerzeitigen Originalstrecke von Cais do Sodré nach Alges, der heutigen Linie 15. (Today's Railway/FE)


Russland

100 Jahre Transsib [4/2001]
Als die Transsibirische Eisenbahn vor kurzem hundert Jahre alt geworden ist, wurden an ihrem Endpunkt Wladiwostok im Oktober verschiedene Jubiläumsfeiern veranstaltet. Die knapp 9300 km lange Strecke von Moskau bis zum Japanischen Meer ist zu Beginn des letzten Jahrhunderts fertiggestellt worden. (FAZ)


Türkei

Samsun - Carsamba weiterhin in Betrieb [4/2001]
Entgegen anderslautenden Meldungen (u.a. FE 4/2000) befindet sich die in den 70er Jahren umgespurte Nebenbahn Samsun - Carsamba weiterhin in Betrieb. Obwohl selbst türkische Eisenbahnfreunde das Gegenteil behaupteten, findet mit 4 werktäglichen Zugpaaren weiterhin ein sogar vergleichsweise dichter Verkehr statt. Der Zustand der Gleisanlagen ist allerdings ausgesprochen schlecht, es wird vermutet, dass noch immer das alte Schmalspur-Gleismaterial in Benutzung steht... (FE / Stefan Kuntner)


Das Letzte

Wildschweine gegen Euro-City [4/2001]
Die Lokomotive eines Euro-City wurde auf der Fahrt zwischen Berlin und Poznan (Posen) gleich hinter der polnischen Grenze von einer Wildschweinherde zum Entgleisen gebracht. Mehrere Dutzend Schweine hielten sich auf den Schienen auf, als der Zug mit knapp 120 km/h in sie hineinfuhr. Reisende wurden dabei nicht verletzt; sie mussten lediglich eine Verspätung von mehr als zwei Stunden in Kauf nehmen. (PAP/FAZ)


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