Kreuz und quer durch Europa [2/2002]
Mit einem "Interrail-Ticket"
können im Sommer nicht nur Personen bis 26 Jahren, sondern auch ältere
Bahnreisende preisgünstig durch rund 30 europäische Länder und
Marokko fahren im Norden bis Narvik, im Süden bis Marrakesch und im
Osten bis Istanbul. Innerhalb Deutschlands müssen zusätzlich 50 % des
regulären Fahrpreises zugezahlt werden. Fahrten mit dem TGV, dem AVE oder
anderen Fernzügen sind ebenfalls zuschlagspflichtig. Die Preise: bis 26
Jahre 365 Euro, ältere Passagiere 518 Euro.
Nonstop von Nord nach Süd [2/2002]
Im
Skandinavienverkehr wird jetzt die dänische Mehrfrequenzlokomotive BR EG
3100 eingesetzt. Damit können Züge nonstop von Nordeuropa nach
Deutschland durchfahren. Zunächst sollen zwei Züge das
Wirtschaftsgebiet Stockholm über Dänemark mit Deutschland verbinden.
Bis Ende 2003 werden die Wirtschaftszentren Stockholm, Göteborg und Malmö
durchgehend ohne Grenzaufenthalt über Hamburg-Maschen angefahren werden können.
Eine weitere Non-Stop-Trasse von Rotterdam nach Mailand soll den europäischen Schienengüterverkehr beschleunigen. Das beschlossen die Verkehrsminister der Niederlande und der Schweiz. Sie wollen Kontakte mit Berlin und Rom aufnehmen, um eine wirkungsvolle Umsetzung des Projekts zu sichern. (Verkehrs-Rundschau)
Ärmelkanal-Verkehr [2/2002]
Der Verkehr
durch den Ärmelkanaltunnel stehe vor dem Aus, warnte die Internationale
Vereinigung für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR). Der
Verband forderte von den Regierungen der EU wirksame Maßnahmen zur Eindämmung
der Flüchtlingsströme durch die Tunnelverbindung. Von den "im
Prinzip" regulär verkehrenden 15 bis 20 Kombitransporten pro Tag
zirkulierten zum Jahresende lediglich 4 bis 5 als besonders dringlich
deklarierte Züge, erklärten in Paris der französische
Verladerverband A.U.T.F. und die britische Freight Transport Association in
einem Schreiben an den Pariser Transportminister und die Staatsbahn SNCF. (Verkehrs-Rundschau)
Zugbrand-Katastrophe [2/2002]
Beim größten
Zugunglück in der Geschichte Ägyptens sind am 20. Februar nach
offiziellen Angaben 373 Menschen ums Leben gekommen; tatsächlich wird von
700 bis 1000 Toten ausgegangen. Der Zug war mit zwischen 3000 und 4000
Passagieren völlig überbesetzt. Das Unglück ereignete sich etwa
70 km südlich von Kairo im Nachtzug nach Luxor. In einem der elf Wagen war
wahrscheinlich durch Explosion einer Gasflasche Feuer ausgebrochen und
hatte sich rasch in sechs weiteren Waggons verbreitet. Der Zug kam erst nach
sieben Kilometern Fahrt zum Stehen; bis dahin hatten fast keine Passagiere dem
Inferno entrinnen können. Erste Konsequenzen waren die Entlassung des
Transportministers und des Staatsbahnchefs. Inzwischen wurde Anklage gegen
Bahnmitarbeiter erhoben, die dafür verantwortlich waren, dass der Zug völlig
überladen und mit zu wenig Feuerlöschern ausgerüstet den Kairoer
Bahnhof verlassen hatte. (FAZ)
Schlechte Nachrichten [2/2002]
Die argentinische
Wirtschaftskrise hat längst auch den Eisenbahnbetrieb erfasst. So wurde
beispielsweise der "Tren de las Sierras" von Córdoba nach
Capilla del Monte eingestellt. Auch die Strecke, auf der früher mehr oder
weniger regelmäßig der "Alte Patagonien-Express" verkehrte,
ist inzwischen mehr tot als lebendig: von Esquel nach El Maitén, der
Trasse von "La Trochita" in der Provinz Chubut, ist höchstens
noch einmal im Monat ein Zug unterwegs. Nach Nahuel Pán wird auch nur
noch gefahren, wenn genügend zahlende Passagiere dies rentabel erscheinen
lassen. Der Personenverkehr zwischen Salta und Socompa wurde vorläufig
eingestellt. Die Verbindung Buenos Aires Rosario ist nur noch freitags ab
Buenos Aires und montags ab Rosario in Betrieb. Der "Jardín de la
República", der bis vor kurzem noch zweimal in der Woche von der
Hauptstadt nach Tucumán verkehrte, steht jetzt mehr oder weniger auf dem
Abstellgleis. (VoT)
Hauptstadtbahnhof ohne Züge [2/2002]
Nachdem
die letzte verbliebene Strecke von Mexiko-Stadt ins ca. 150 km weiter östlich
gelegene Apizaco eingestellt wurde, ist der Hauptstadtbahnhof Buenavista jetzt "personenzugfrei".
Auch die Verbindung nach Oaxaca im Südosten wird immer kürzer und ist
derzeit nur noch ab Tomellín dreimal in der Woche benutzbar. Da der
mexikanische Personenzugverkehr inzwischen im ganzen Land fast zum Erliegen
gekommen ist, konnte die Nachlassverwaltung der ehemaligen Nationalbahn Mexikos
FNM geradezu froh sein, kürzlich 35 Personenwagen und 9 Dieselloks nach
Kuba verkaufen zu können. (VoT)
Neuer Touristenzug [2/2002]
Der Erfolg des Zuges
durch den Kupfercanyon hat zur Einführung eines zweiten Touristenzuges in
Mexiko geführt. Auf der Halbinsel Yukatan ist seit Mai dieses Jahres der "Expreso
Maya" unterwegs. In einem achttägigen Programm (von
Deutschland aus zu buchen: sechs Termine in diesem Jahr von Mai bis Oktober)
wird eine Rundreise ab der Touristenhochburg Cancun über die Halbinsel
angeboten. Auch ein kürzeres Programm ab/bis Merida ist zu buchen.
Wesentliche Sehenswürdigkeiten sind Maya-Pyramiden und ausgrabungen
sowie mehrere Abstecher in den mittelamerikanischen Dschungel. Die Übernachtungen
finden, wie beim Kupfercanyon-Express, in guten Hotels statt, die Preise liegen
jeweils im gehobenen Touristen-Preisbereich. (FE / KWK)
Voll in Betrieb [2/2002]
Die Panama Railroad ist
offiziell seit 27. November 2001 wieder in Betrieb. Die Hauptauslastung der Bahn
liegt im Transport von Containern, welche sie von Schiffen übernimmt, die
den Panama-Kanal im Transitverkehr durchqueren wollen. Die großen
Frachtschiffe können nämlich aufgrund bestimmter restriktiver
Vorschriften den Kanal nicht vollbeladen passieren und müssen einen Teil
auf die Schiene umladen.
Die geschichtsträchtige, 47 Meilen lange Eisenbahnstrecke, auf der seit 1855 zahlreiche Abenteurer zwischen Atlantik und Pazifik verkehrten, wurde in jahrelangen Restaurierungsarbeiten von der neuen Panama Canal Railway Company (Haupteigner: Kansas City Southern Railway und Mi-Jack Products) wieder belebt. Zwischen Panama City und der Stadt Colón geht es in restaurierten, vormals der Amtrak/USA gehörenden, Eisenbahn-Waggons aus den 50er Jahren mit erstklassigem Service vorbei an den Kanalschleusen, durch den Dschungel und kilometerweit über den riesigen Gatunsee. Zweimal täglich fahren die Züge von Panama Stadt nach Colón: um 7.00 Uhr und 7.30 Uhr morgens. Ab Colón geht es am Nachmittag um 17.30 Uhr zurück nach Panama Stadt. Auskunft unter info@panarail.com (ARGE Lateinamerika)
Neues vom Titicacasee [2/2002]
Perurail hat die
Zugverbindung zwischen Puno am Titicacasee und Arequipa in den Anden
eingestellt, da sie offenbar zu wenig von Touristen benutzt wurde.
Dagegen wurde die Nebenlinie Ollantaytambo Urubamba wieder in Betrieb gesetzt; sie wird von vielen Touristen benutzt, welche die alte Inkastadt Machu Picchu besichtigen wollen. Die frühere Hauptstadt der Inkas, Cuzco, wird zur Zeit pro Woche einmal zusätzlich von der Bahn angefahren. Da hierfür nur eine 3. Wagenklasse zur Verfügung steht, dürfen in den Waggons mit Minimal-Standard nur Einheimische, keine Touristen mitfahren! (VoT)
Cumbres & Toltec Scenic Railroad [2/2002]
Die Cumbres & Toltec Scenic Railroad wird auch in der Saison 2002 vom
Pech verfolgt. Die staatliche Forstbehörde verbot Mitte Juni den Betrieb und
Streckeneinsatz der Dampflokomotiven. Der Grund liegt in den Colorado Wildfires,
die in diesem Jahr zum Status eines "Disaster" erhoben wurden. Dass ausgerechnet
ein Feuer bei Durango zur Betriebsunterbrechung der C&TScR beigetragen hat und Augenzeugen zufolge
einige potentielle Gäste gleich zur Durango & Silverton
weitergefahren sind, verschlimmert die Lage in Chama noch mehr.
Auch der rührigste Einsatz der "Friends of the Cumbres & Toltec Scenic
Railroad" im "rauchlosen" Depot in Chama kann nicht über die fatale Lage
hinwegtäuschen. Die angebotenen Draisinenfahrten stellen sicherlich keinen gleichwertigen
Ersatz dar und Dieselloks mit der notwendigen Leistung für den Cumbres Pass sind
nicht vorhanden.
Die Souvenirshops bieten mit Schleuderpreisen Ausverkaufsstimmung. Das alte Stadthotel in Chama und der Narrow-Gauge Shop in Antonito stehen zum Verkauf an. In Antonito wird die Lok 463 tagsüber aus dem Schuppen gezogen, ansonsten sind ausser Arbeiten an einem Packwagen keine Aktivitäten zu sehen. (FE)
Northern Rivers Railroad verkauft [2/2002]
Mit
einer spektakulären Kaufaktion überraschte am 11. März
Queenslands Staatsbahn QR die Fachwelt. Der Erwerb der privaten, kurz vor der
Grenze Queenslands operierenden Northern Rivers Railroad (NRR, siehe auch
FE 01/2000) versetzt QR mir relativ geringen Kosten in
die Lage, einen Zugang zum Normalspur-Schienennetz zu besitzen und als Plattform
zur Ausweitung des Verkehrs in andere Bundesstaaten zu benutzen. Die neue
Gesellschaft wird zukünftig unter dem Namen INTERAIL operieren.
NRR war 1997 die private Bahngesellschaft in NSW, die nach der Öffnung des Schienenverkehrs für Dritte den Betrieb aufnahm. Bestandteil des Verkaufs an QR sind fast das gesamte Rollmaterial von NRR, der Stützpunkt in Casino sowie die laufenden Beförderungsverträge. Ausgenommen vom Deal sind der Ritz-Rail-Touristenzug, der aber als eigenständige Gesellschaft erhalten bleibt. Mit dem Verkauf von NRR wurde erstmals nach Beginn der Privatisierungswelle eine private Bahngesellschaft wieder ins Eigentum der öffentlich Hand rücküberführt. (RD)
QR-Dieselloks nach Chile [2/2002]
Für den
schweren Kohleverkehr beschaffte Queenslands Staatsbahn QR Anfang der 70-er
Jahre insgesamt 24 sechsachsige Dieselloks der Baureihe 2100. Zur Zeit der
Auslieferung waren sie die stärksten kapspurigen Dieselloks Australiens.
Mit ihnen kam erstmals in Queensland der 16-Zylinder-Dieselmotor des Typs
EMD-645E zum Einsatz. Die Elektrifizierung der Kohleabfuhrstrecken Mitte der
80-er Jahre brachten den Maschinen die Versetzung in den allgemeinen Güterverkehr.
Mit der Inbetriebnahme neuer Dieselloks Ende der 90-er Jahre erhielten die
ersten 2100er ihren Ausmusterungsbescheid. Doch zehn Exemplare begannen Ende
2001 bei der chilenischen FCAB eine zweite Karriere. Ihr Verkauf brachte 3,2
Millionen AUS$ in die Kassen von QR. Darin waren allerdings die Umspurung auf
Meterspur, eine Hauptuntersuchung sowie ein neuer Grundierungsanstrich
enthalten. (RD / Motive Power)
QR-Diesel-Neigezug im Test [2/2002]
Die ersten
Wagen der beiden neuen neunteiligen Dieselneigezüge für Queensland
Rail (QR) zum Einsatz in der Relation Brisbane Cairns sind ausgeliefert
und stehen für Versuchszwecke zur Verfügung. Bei den ersten Fahrten
wird zunächst das Trassenprofil elektronisch aufgezeichnet, um die
Grundlagen für das computergesteuerte Neigesystem zu erhalten. Sofern die
Testfahrten planmäßig verlaufen und sich die Auslieferung der
restlichen Fahrzeuge nicht verzögert, können die Neigezüge auf
der 1.681 km langen Strecke im ersten Quartal 2003 für den Publikumsverkehr
freigegeben werden. (RD)
Verkaufserfolg für Bombardier [2/2002]
Schwer
aktiv ist der Bombardier-Konzern zwischenzeitlich in Australien: Bombardier
Transportation (Australia) zog zwei lukrative Aufträge an Land. An die für
den Regionalverkehr in Victoria zuständige National Express Group liefert
Bombardier 29 zweiteilige Dieseltriebwagen, die bis zu 180 km/h schnell sein
sollen und voraussichtlich ab 2004 ausgeliefert werden.
Das S-Bahnnetz von Perth erhält für seine Streckenerweiterungen Zuwachs in Form von 31 dreiteiligen Elektrotriebwagen, die von Bombardier in Zusammenarbeit mit der australischen EDI Rail gefertigt werden. Damit wird in Perth die bisherige zweiteilige Konfiguration der S-Bahnzüge verlassen. Letzterer Kontrakt ist rund 300 Millionen AUS$ wert und beinhaltet zusätzlich die Unterhaltung der neue Triebwagen für 15 Jahre sowie den Bau von zwei neuen Standorten zur Unterhaltung der Triebwagen. (RD)
Bahnnetz nimmt ab [2/2002]
Während das
Autobahnnetz in der Europäischen Union immer dichter wird, sind zunehmend
Bahnstrecken stillgelegt worden. Zwischen 1990 und 1999 wuchsen die Autobahnen
in den 15 EU-Ländern um 10.000 km Gesamtlänge auf 49.200 Kilometer.
Das Eisenbahnnetz der EU schrumpfte in diesem Zeitraum von 160.000 auf 153.600
km. Der größte Streckenabbau wurde in Deutschland mit einem Minus von
2900 auf 38.126 Kilometer registriert. Trotzdem hat die Bundesrepublik nach
Belgien aber immer noch das dichteste Bahnnetz in Europa. Die EU-Kommission hat
sich angesichts der überlasteten Straßen bereits im vergangenen Jahr
für die Wiederbelebung der Schiene ausgesprochen. (Verkehrs-Rundschau)
Kein Dampfbetrieb Åndalsnes - Bjorli [2/2002]
In
diesem Sommer wird, im Gegensatz zu den letzten Jahren, kein Dampfbetrieb auf
der Strecke Åndalsnes Bjorli stattfinden. Der Operateur "Norsk
Museumstog" hat zu spät um die Betriebserlaubnis ersucht. (FE / Hans
Schaefer)
Deutsche Lok entdeckt [2/2002]
Eine Lokomotive
und ein Spezialwaggon aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sind in einem zugeschütteten
Tunnel in den rumänischen Karpaten entdeckt worden. Die Schienenfahrzeuge
sind der rumänische Nachrichtenagentur Rompres zufolge -
wahrscheinlich von deutschen Spezialeinheiten benutzt worden. Der Tunnel sollte
eine Bahnverbindung zwischen der in den Vorkarpaten gelegenen Stadt Târgoviste
und dem Gebirgskurort Sinaia herstellen. Das Projekt wurde aber noch vor 1940
aufgegeben. Mehr als 50 Jahre war der Tunneleingang bei Târgoviste
blockiert. Derzeit werden eine Bahnverbindung zwischen Târgoviste und
Sinaia sowie die Fertigstellung des Tunnels in Erwägung gezogen. (FAZ)
Luxuszug Al Andalus [2/2002]
Im spanischen
Luxuszug Al Andalus, der bis Ende November durch Andalusien rollt, sind jetzt
alle Schlafabteile mit eigenem Bad oder Dusche ausgestattet. Der Hotel-Zug ist
jeweils eine Woche zwischen Madrid und Sevilla oder in Gegenrichtung unterwegs.
Eine seiner Stationen ist Cordoba. Der Fahrpreis liegt bei mindestens 2.400 Euro
pro Person.
Erste Eisenbahn im All [2/2002]
Am 15. April
d.J. meldete die Frankfurter Rundschau die "Erste Eisenbahn im All".
An der Außenhülle der Internationalen Raumstation ISS wurden neun
Meter Schienen verlegt und darauf ein Wagen hin- und hier bewegt. Die geplante
Gesamtlänge soll in der Endphase 107 m betragen. Darauf soll Material wie
Solarsegel und Antennen transportiert werden. Über die Spurweite äußert
sich die Meldung nicht. Ein Anschluss an das restliche Schienennetz ist
allerdings offenbar nicht geplant. (Frankfurter
Rundschau / FE / KWK)
Paraguay Schienen als Abfindung [2/2002]
Die
paraguayische Staatsbahn FCPCAL ist so weit heruntergewirtschaftet, dass sie
kaum mehr in der Lage ist, den über 500 entlassenen Bahnmitarbeitern eine
Abfindung zu zahlen. Um dies doch noch zu ermöglichen, werden die Schienen
der Strecke Asunción Encarnación herausgerissen und als
Schrott verkauft. Ebenso soll mit dem Verkauf von Rollmaterial die leere Kasse
etwas aufgefüllt werden, um die gekündigten Angestellten auszahlen zu
können. Auf der anderen Seite hat die Regierung die Bahn soeben zu einer
staatlichen Aktiengesellschaft umgewandelt. Damit solle der Verkauf oder die
Privatisierung der ganzen Bahn erleichtert werden, hieß es. (VoT)
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