Bahnfachmesse InnoTrans 2002 [4/2002]
Ende
September fand in Berlin die Weltmesse der Verkehrstechnik "InnoTrans 2002"
statt. Mehr als 1000 Aussteller aus über 30 Ländern stellten ihre
Produkte an vier Messetagen vor. Fachveranstaltungen mit zum Teil hochkarätiger
Besetzung befassten sich mit Themen wie "Innovation Bahnen - Anforderungen
aus Sicht der Politik, der Betreiber und der Industrie", aber z.B. auch mit
der Magnetschwebetechnik und dem europäischen Schienenverkehr. Zwecks
gemeinsamer Vermarktung ihrer Infrastruktur haben Schienennetzbetreiber aus 16
europäischen Ländern auf dieser Fachmesse einen Kooperationsvertrag zu
RailNetEurope geschlossen (RNE). Diese Form der Zusammenarbeit, an der sich auch
Norwegen, die Schweiz und Ungarn beteiligen, stützt sich auf eine
EU-Richtlinie und bezieht sich zunächst auf den grenzüberschreitenden
Güterverkehr, der vereinfacht und beschleunigt werden soll. (Verkehrsrundschau/Bus&Bahn)
Bahnkorridor nach Königsberg? [4/2002]
Seit
Monaten wird im Baltikum die Frage diskutiert, wie nach einem EU-Beitritt
Litauens der Reiseverkehr zwischen Russland und der russischen Exklave Königsberg
(Kaliningrad) abzuwickeln sei. Einer der Lösungsvorschläge geht dahin,
auf dieser Strecke Eisenbahnfahrten mit gesicherten Sonderzügen durchzuführen.
Zu diesem Zweck soll die Europäische Union dem Transitland Litauen Hilfe
bei der Beschaffung von Zügen und beim Ausbau des Schienennetzes zukommen
lassen. Derzeit würden z.T. so geringe Geschwindigkeiten gefahren werden,
dass ein unkontrolliertes Ein- oder Aussteigen möglich wäre. Als Möglichkeit
für die künftige Abwicklung hat man u.a. daran gedacht, den Zugverkehr
ähnlich wie früher zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik von
Beamten des Transitgebietes (Litauen) begleiten und kontrollieren zu lassen. Die
russischen Passagiere könnten dann entweder visafrei oder mit einem
besonderen Reisedokument und ohne Zwischenstop von einem in den anderen Teil
Russlands fahren. Der EU-Kommissionspräsident hat allerdings
zwischenzeitlich geäußert, er rechne nicht mit einer baldigen
Realisierung einer schnellen Eisenbahn-Transitstrecke durch Litauen unter
Verwendung eines sog. Kaliningrad-Passes. (FAZ)
SNCF kauft MAN-Motoren [4/2002]
Die französische
Staatsbahn SNCF hat Mitte diesen Jahres den 1000. MAN-Motor für seine
Triebfahrzeuge bezogen. 1992 wurden erste Vorgespräche über den Kauf
geführt, und vier Jahre später kam es zur Lieferung und zum Einbau von
Diesel-Reihenmotoren mit 350 und 408 PS in Triebwagen. Für neue Fahrzeuge
dieser Art will die SNCF nun 900 PS starke Turbo-Zwölfzylindermotoren bei
MAN erwerben. (Verkehrsrundschau)
Güterbahn Schweden - Bayern [4/2002]
Ein
neuer Nord-Süd-Schienenkorridor für Güterverkehr ist zwischen
Hallberg/Mittelschweden und München erschlossen worden. Grundlage ist ein
Vertrag zwischen der DB Netz AG, der schwedischen Banverket-Gesellschaft und
Ostsee-Fährreedereien. Er beinhaltet neben schnellen Verbindungen kurze
Grenzaufenthalte und exakte Fahrpläne. Damit soll ein Teil der bis 2006
prognostizierten Verkehrszunahme um 35 % zwischen Skandinavien und Süd-/Südosteuropa
aufgefangen werden. Es wird auf dieser Strecke mit rund 10.000 zusätzlichen
Eisenbahnwaggons jährlich gerechnet. Ab München bestehen bereits
weiterführende sog. Freight Freeways nach Österreich und Italien. (Verkehrsrundschau)
EFE kauft in Spanien ein [4/2002]
Die
chilenische Staatsbahn EFE modernisiert und investiert. Von der spanischen Bahn
Renfe hat sie Elektrotriebwagen gekauft, die auf der Strecke Santiago - Chillán
und für den Nachtzug Santiago - Concepción - Talcahuano eingesetzt
werden. Überdies wurden 23 Schlaf-, Sitz- und Speisewagen bestellt, die
noch in Spanien umgebaut und modernisiert werden, dazu drei
Ex-Renfe-Elektroloks. (VoT)
Zweite Personenzugstrecke [4/2002]
Wie die Volta
o Trem (VoT), das Organ der Freunde Lateinamerikanischer Bahnen, in seiner
September-Ausgabe meldet, wurde in El Salvador eine weitere Bahnstrecke "entdeckt",
auf der außer Gütern auch Personen befördert werden. Es ist dies
ein etwa 70 km langer Abschnitt der früher grenzüberschreitenden
Bahnlinie nach Guatemala. Dort können an Werktagen zwischen den Stationen
La Toma und Texis Junction Passagiere mitfahren; der Zug verkehrt dabei durch
ein Tal ohne Straßenanbindung. Betreiber ist die Staatsbahn FENADESAL, die
auch auf der besser bekannten Strecke zwischen Sonsonate und Armenia den
Personenzugverkehr aufrecht erhält. (VoT)
Canal Seco [4/2002]
Im Moment scheint es in
Zentralamerika Mode zu sein, Konkurrenzverbindungen zum Panamakanal zu bauen,
oder zumindest zu planen. Nach dem über mehrere Jahre in Nicaragua der
starke Wunsch nach dem Bau einer Eisenbahn vom Atlantik zum Pazifik bestand und
Mexiko die Bahnstrecke über den Isthmus von Tehuantepec in staatlichen Händen
beließ, um ebenfalls eine Verbindung von Küste zu Küste zu
behalten, kommt jetzt ein weiteres Megaprojekt aus Guatemala.
Das guatemaltekisch-amerikanisch-britische Konsortium Odepal International schlägt Investitionen über 2120 Mio. US$ vor. Geplant ist eine 500 km lange Bahnstrecke von San Jorge bei Santo Tomás de Castilla an der Atlantikküste nach San Luis im Departement Retalhuleu am Pazifik. Die Bahn alleine würde, inklusive 75 Lokomotiven und 850 Containertragwagen, 460 Mio. US$ kosten. Der Rest würden in die beiden Logistikzentren an den Endpunkten der Strecke fließen, um Hafenbecken, Umladeanlagen usw. anzulegen. Die Investoren rechnen mit einer Bauzeit von 4 Jahren, wobei 20.000 Arbeiter beschäftigt würden. Zweifellos würde dieses Vorhaben viel zur Entwicklung Guatemalas beitragen, doch auf der anderen Seite wären die hoffnungsvollen Anfänge von Ferrovías Guatemala, welche ja auch mittelfristig den Verkehr zwischen beiden Küsten im Auge hat, zunichte gemacht. Nicht zu reden von den übrigen Projekten, wie El Salvador-Honduras oder innerhalb Honduras oder in Costa Rica. (Samuel Rachdi, Fahrplancenternews)
ALTEISEN - Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr ...!
[4/2002]
Noch bevor das erneute Gutachten über eine
eventuelle Privatisierung der Staatsbahn FCPCAL (mit einem Kredit der Weltbank
finanziert), vorliegt, hat der Abbau der Bahnstrecken begonnen, womit definitive
Fakten geschaffen werden. Um das noch verbleibende Personal von rund 500
Personen entlassen und mit Abfindungen versehen zu können, musste die
Bahnverwaltung zu Geld kommen. Außer den Containerzügen über die
Brücke aus Argentinien nach Encarnación gibt es jedoch keinen
weiteren Verkehr, welcher Einnahmen bringt. So hat man damit begonnen die
Hauptstrecke westlich von Encarnación bis zum Yaciretá Stausee
abzubauen und deren Schienen als Alteisen zu verkaufen. Ebenso wurde bereits die
ganze Zweigstrecke San Salvador - Abaí abgebaut und als Schrott verkauft.
Der weitere Abbau soll die notwendigen Gelder zusammen bringen, hieß es.
Allerdings scheint es in Fachkreisen fraglich zu sein, ob wirklich genug Geld
mit dieser Maßnahme zusammenkommt. Sicher werden auch die Loks und Wagen
auf dem Schrottplatz enden, um die Metallmenge zu erhöhen. Nachdem vor noch
nicht zu langer Zeit das ganze Einzugsgebiet der Schmalspurbahn von Puerto
Casado verkauft wurde und damit der Abbau dieser Bahn beschlossen und begonnen
wurde, wird Paraguay nun demnächst wohl völlig "schienenfrei"
sein! (Samuel Rachdi, Fahrplancenternews)
... und damit nicht genug ... [4/2002]
Die
Regierung des Landes hat die Umwandlung der Bahn in eine Aktiengesellschaft
beschlossen. Dies wurde vom Staatspräsidenten González Macchi
unterschrieben. Das neue Unternehmen heißt nun Ferrocarriles del Paraguay
S.A. Der Hauptgrund für diese Umwandlung besteht darin, das nun Banken die
Konzessionen an eventuelle private Betreiber verkaufen können. Zur Zeit
wird als einziges Vermögen der Bahn, das Guthaben bei den Betreibern des
Yaciretá Stausees von über 70Mio. US$ genannt (offenbar werden
Grundstücke, Gebäude und Fahrzeuge nicht mehr gerechnet!? Sonderbar!
Die Red.). (Samuel Rachdi,
Fahrplancenternews)
.... und es geht weiter: [4/2002]
Nach neuesten
Meldungen hat der Abbau der Schienen auch schon im Bereich des Bahnhofes und des
Güterbahnhofes von Asunción begonnen. Von Süden her sollen die
Schienen schon kurz vor Villarrica fehlen. (Samuel Rachdi,
Fahrplancenternews)
Aktueller Stand und Sensationelles!! [4/2002]
Es
tut sich was in Peru, daher hier der aktuelle Stand des
Schienenpersonenverkehrs:
Ferrocarril Central Andino S. A. [4/2002]
Die
FCCA hat im Juli/August 2002 überraschend eine ganze Reihe von Maßnahmen
zu Gunsten des Schienenpersonenverkehrs ergriffen.
LIMA-HUANCAYO: Hier wurde der Fernverkehr wieder aufgenommen und zwar am 27./28. 07. mit einer öffentlichen Hin- und Rückfahrt, weitere Fahrten sind 2003 zu folgenden Daten fest eingeplant worden: 17. April, 23. Mai, 26. Juli, 29. August, 26. September und 31. Oktober.
LA OROYA-CERRO DE PASCO: Neu werden auch Anschlusszüge ab La Oroya nach Cerro de Pasco angeboten und zwar am 19. April, 28. Juli, 31. August und 1. November 2003. Es muss jeweils in La Oroya übernachtet werden.
LIMA-SAN BARTOLOMÉ: Diese sehr populäre Sonntagsverbindung aus den Nebel von Lima hinaus ins Andental wurde ebenfalls wieder aufgenommen und der Zug verkehrt wie zu ENAFER-Zeiten sehr stark ausgelastet, immer Sonntag in der Frühe ab Lima und am späten Nachmittag zurück, wobei der Fahrpreis 25 Soles beträgt. Die Verbindung wird wiederum bis Ende Dezember und dann ab April angeboten. (Samuel Rachdi, Fahrplancenternews)
Ferrocarril Huancayo Huancavelica [4/2002]
Die
weiterhin staatliche FCHH betreibt auf der 914 mm Spurstrecke täglichen
Verkehr. Wegen Schäden musste der Triebwagen abgestellt werden und der FLB
versuchte Ersatzteile zu vermitteln. Allerdings scheint man in der Zwischenzeit
zumindest eine Teilreparatur durchgeführt zu haben und das Fahrzeug wird
wieder mehrmals in der Woche eingesetzt. Von den drei Dieselloks sind nur zwei
in Betrieb. Die dritte ist mit größeren Schäden abgestellt, soll
jedoch baldmöglichst aufgearbeitet werden. Allerdings fehlen dafür
noch die Finanzmittel. Nach Reparatur einer der drei Loks kann wieder das volle
Angebot von zwei Zugpaaren an Werktagen gefahren werden. (Samuel Rachdi,
Fahrplancenternews)
Perurail S. A. [4/2002]
Dieses Unternehmen
bietet im Moment ein zweiteiliges Bild. Auf der einen Seite wurde, wegen rückläufigen
Touristenzahlen, der Personenverkehr auf der Strecke Arequipa - Puno bis auf
weiteres eingestellt. Andererseits wurde im April 2002 die Zweigstrecke
Ollantaytambo - Urubamba, welche seit rund 30 Jahren nicht mehr betrieben wurde,
für den Personenverkehr wieder eröffnet. Die Wiedereröffnung drängte
sich auf, nachdem Erdrutsche schon einige Male den Betrieb zwischen Cuzco und
Ollantaytambo behinderten oder gar unterbrachen, die asphaltierte Straße
von Cuzco jedoch nur bis Urubama immer befahrbar ist. Nun wird über
Uru-bamba ein kombinierter Verkehr Bus/Bahn angeboten, dies jedoch zusätzlich
zu den direkten Zügen ab/bis Cuzco. Mit staatlicher Hilfe wird PeruRail
auch den Wiederaufbau des unwettergeschädigten Abschnittes Hidroeléctrica
- Quillabamba durchführen, obwohl dieser Streckenabschnitt eigentlich immer
noch dem Staat gehört. Zwischen Cuzco und Puno bietet PeruRail vier Züge
je Woche und Richtung an, wobei die Fahrzeit durch die Streichung der meisten
Zwischenhalte auf 10 Std. gesunken ist. Nur für Einheimische wurde Anfang
2002 ein wöchentlicher Zug mit einigen zusätzlichen Halten und nur
Wagen 3. Klasse (diese wurde vor 30 Jahren abgeschafft und jetzt neu eingeführt!)
und einer Fahrzeit von rund 11 Std. in Betrieb genommen. (Anm. des Verfassers:
Rassimus im Schienenverkehr?) (Samuel Rachdi,
Fahrplancenternews)
Neues vom Rio de la Plata [4/2002]
Nicht nur in
Mitteleuropa, auch in Uruguay hat Hochwasser dem Bahnbetrieb Schäden zugefügt.
So brach z.B. zwischen Montevideo und dem Ort Treinta y Tres eine unterspülte
Brücke bei der Überfahrt eines Güterzugs zusammen. Die Lok konnte
geborgen und repariert, die Eisenbahnbrücke wieder instandgesetzt werden.
Bei einem anderen Hochwasser musste die Bahn mit Schienenbussen einspringen, um
den unterbrochenen Straßenverkehr ersatzweise durchführen zu können.
Montevideo
hat einen architektonisch recht ansehnlichen Hauptbahnhof, den man vom
Stadtzentrum aus durchaus noch zu Fuß erreichen kann. Die Endhaltestelle
der Züge, die z.B. aus Colón und 25 de Agosto ankommen, sollte nun
aber um weitere 500 m stadtauswärts verlegt werden. Diese Entfernung zum
Zentrum würde das Benutzen der Eisenbahn unattraktiver machen. Die
Direktion der Bahn (AVE) scheint dies in letzter Minute noch erkannt zu haben
und ändern zu wollen. Andererseits hat die AVE die Räumlichkeiten
ihrer Verwaltungsstelle im Hauptbahnhof inzwischen verlassen und ist zu Teilen
in das Gebäude einer großen Bank umgezogen, die Eigentümerin des
Bahnhofs ist und diesen kommerziell nutzen will. (VoT)
Schwebt er am 31. Dezember? [4/2002]
Am letzten
Tag dieses Jahres soll die erste kommerzielle Transrapid-Magnetschwebebahnlinie
vom Flughafen Pudong in die Innenstadt von Schanghai eingeweiht werden. Der
chinesische Ministerpräsident will dann mit 430 km/h die neue Strecke
abfahren. Ab Januar 2003 sollen drei Züge mit je fünf Waggons Dienst
tun. Im August sind die ersten drei Wagen in China eingetroffen, wo sie
zusammengebaut wurden. Da die Chinesen die Rechte zum Bau des Fahrwegs erworben
haben, wird gelegentlich die Vermutung geäußert, sie würden auch
auf die Kenntnisse über das Betriebssystem Zugriff haben wollen. Derartige
Absichten werden jedoch vom Transrapid-Konsortium (Thyssen-Krupp und Siemens)
energisch zurückgewiesen. Vielmehr hofft man nach geglückter Einführung
der neuen Bahntechnologie auf Anschlussaufträge nicht nur in China
(Schanghai - Peking), sondern u.a. auch in Amerika und Europa. (Münchner Merkur/FAZ)
Hauptstadt-Express entgleist [4/2002]
Dass in
Indien ein Zug entgleist, ist kein seltenes Ereignis. Da die gefahrenen
Geschwindigkeiten meist nicht sehr hoch sind, kommt es dabei überwiegend
nur zu Verletzungen von Passagieren. Als der "Hauptstadt-Express" am
10. September auf dem Weg von Kalkutta nach Delhi verunglückte, befand er
sich gerade auf einer Brücke. Während die Lokomotive und drei Waggons
noch durchkamen, stürzten fünfzehn folgende Wagen bei der Ortschaft
Rafiganj in den Fluss Dhavi. Dabei kamen etwa 120 Menschen ums Leben, fast 200
erlitten schwere Verletzungen. In dem Zug saßen zum Unglückszeitpunkt
zwischen 500 und 600 Personen. Zunächst war der Verdacht eines Anschlags
aufgekommen, da auf der Brücke Gleisbefestigungen und ein längeres Stück
Schiene fehlten; später wurden Vorwürfe gegen die indische Bahn wegen
mangelhafter Streckenwartung erhoben. (Münchner Merkur)
Intercity nach Goa [4/2002]
Aus Indien kommen
auch gute Nachrichten. Seit Herbst verkehren auf der knapp 600 km langen Strecke
zwischen Bombay (Mumbai) und Goa neue Intercity-Züge. Sie benötigen
auf dieser Route nur noch acht Stunden Fahrtzeit, während es bisher
zwischen zehn und elf Stunden waren. (FAZ)
Unendliche Geschichte [4/2002]
Schon vor
zweieinhalb Jahren wurde die Wiedereröffnung der Bahnlinie zwischen Nord-
und Südkorea beim damaligen Treffen der Regierungschefs beider Länder
beschlossen. Aber nur im Süden war mit den Bauarbeiten begonnen worden.
Jetzt haben sich die Militärs beider Seiten geeinigt, die Minen an der
Grenze für den Eisenbahnbau zu räumen. Im August hatte sich zudem der
russische Präsident Putin persönlich beim nordkoreanischen Diktator
Kim Jong-il für eine Anbindung des koreanischen Schienennetzes an die
Transsibirische Eisenbahn eingesetzt. Die beiden Machthaber hatten sich in
Wladiwostok getroffen, wohin Kim Jong-il auf einer vier Tage dauernden Fahrt in
sechzehn gepanzerten Bahnwaggons angereist war. Dabei war er u.a. von seinem
Eisenbahnminister begleitet worden. Russland will ein Projekt verwirklichen, zu
dem es Nordkorea und dessen Bahninfrastruktur braucht: eine Zugverbindung vom südkoreanischen
Hafen Pusan durch beide Koreas und Sibirien bis nach Europa. (FAZ)
Einheitliche Signale in zig Jahren? [4/2002]
Auf
einer Bahnkonferenz in Brüssel, an der u.a. der Verband der Bahnindustrie
in Deutschland (VDB) teilnahm, wurden die Perspektiven einer europaeinheitlichen
Signaltechnik besprochen. Von einem Siemens-Vertreter wurde dabei die Prognose
aufgestellt, dass die Umrüstung des europäischen Kern-Eisenbahnnetzes
auf eine gemeinsame Leit- und Sicherungstechnik fast dreißig Jahre dauern
könnte. Aus heutiger Sicht wäre hierfür ein Kostenaufwand von
rund sechs Milliarden Euro zu veranschlagen; fast die Hälfte davon müsste
in Deutschland investiert werden. Bis zur vollständigen Einführung des
sog. European Train Control System (ETCS) müssten fast alle in Betracht
kommenden Strecken sowohl mit neuer als auch mit bisheriger Technik ausgerüstet
sein. In Deutschland und Frankreich existieren aber z.B. für die
Hochgeschwindigkeitszüge bereits effektive nationale Signalsysteme, so dass
hier wenig Anreiz für eine neue teure Technik besteht. Derzeit gibt es in
Europa zum einen verschiedene Spurbreiten, Stromsysteme, Gleisabstände und
Tunnelprofile, zum anderen aber rund 30 unterschiedliche Signalsysteme. Die
EU-Kommission hat die Vorlage eines Plans zugesagt, demzufolge die Umrüstung
der vorgesehenen Strecken zeitlich festgesetzt werden soll. (FAZ)
Führerlose Metro [4/2002]
Kopenhagen soll
in den nächsten fünf Jahren ein vorerst 22 km langes Metronetz
bekommen. Auf einer Teilstrecke werden führerlose Züge unterwegs sein,
die bis zu 80 km/h fahren können. Auch der Kopenhagener Flughafen Kastrup
wird künftig mit der U-Bahn erreichbar sein, ebenso die westlichen Teile
der Hauptstadt. (FAZ)
Von Railtrack zu Network Rail [4/2002]
Sechs
Jahre nach der Privatisierung des britischen Schienennetzes ist dieses von der
Railtrack-Aktiengesellschaft auf das nicht profitorientierte Unternehmen Network
Rail, eine öffentliche Stiftung, übergegangen. Railtrack war für
eine Reihe schwerer Zugunglücke verantwortlich gemacht worden; es habe
maximalen Profit für seine Aktionäre - zu Lasten der Sicherheit der
Fahrgäste - erzielen wollen. Der neue Eigentümer des rund 32.000 km
umfassenden Schienennetzes und der 2500 Bahnhöfe ließ verlauten, er
richte sich vor allem nach den Interessen derjenigen, die die Züge nutzen.
Network Rail erhält mit staatlicher Garantie zunächst umgerechnet 14
Milliarden Euro Kredit. Ein Großteil der Mittel wird in die vernachlässigte
Erhaltung und Sanierung der Gleisanlagen fließen. Für deren Nutzung müssen
die privaten Bahnunternehmen dem Eigentümer Network Rail Gebühren
bezahlen. (Verkehrsrundschau)
Gigantisches Brückenprojekt [4/2002]
Die Überbrückung
der Meerenge zwischen Süditalien und Sizilien nimmt konkretere Formen an,
nachdem Ministerpräsident Berlusconi verkündet hat, er garantiere die
Verwirklichung des Projekts. Mit dem Bau der knapp 3,5 km langen Brücke,
die für den Straßen- und Eisenbahnverkehr vorgesehen ist, soll 2005
begonnen werden. 2010 sollen die ersten Züge und Autos in Minutenschnelle über
die "Straße von Messina" rollen. Das Be- und Entladen der Fähren
mit kompletten Eisenbahnzügen samt dem Hinübersetzen dauert jetzt noch
fast eine Stunde. Allerdings hat das Vorhaben einige Hürden zu überwinden,
die sich auftun: die Finanzierung in Höhe von fast sechs Milliarden Euro
muss gesichert werden, und die Umweltschützer haben dem Bau ihren Kampf
angesagt. Mit starkem Widerstand der Fährenbetreiber samt ihrem Personal
ist ebenfalls zu rechnen. (Automobil Revue)
Karpaten-Waldbahnbetrieb [4/2002]
Nach fast
dreijähriger Pause konnte Anfang August die Waldbahn Covasna - Comandau im
unteren Abschnitt und im Ort Comandau wieder in Betrieb genommen und sowohl dem
heimischen Publikum als auch den angereisten Bahnfreunden vorgeführt
werden. Nicht zuletzt aufgrund politischer Unterstützung durch den Bürgermeister
der Stadt Covasna, aber insbesondere durch tatkräftiges Mitwirken
verschiedener in- und ausländischer Eisenbahnvereine konnte das Ereignis im
Rahmen eines Sommerfestes gefeiert werden. Insgesamt kamen sechs Triebfahrzeuge
zum Einsatz, sowohl Dampflokomotiven als auch eine Feldbahn-Diesellok. Der
Betrieb der Wassertalbahn (Viseul de Sus) ist den ganzen Sommer über
erfreulich regulär verlaufen - mit meist zwei Dampfzügen und einem
werktäglichen frühen Dieselzug (außer samstags). Aufgrund des
regen Zuspruchs musste oft ein zweiter Personenwagen angehängt werden. (FE
/ W. Fritthum)
190 Millionen Fahrgäste [4/2002]
Mit den
Tschechischen Bahnen (Ceske drahy/CD) fahren täglich mehr als eine halbe
Million Passagiere; 2001 ist das Fahrgastaufkommen gegenüber dem Vorjahr
sogar um zehn Mio. auf 190 Mio. gestiegen. Die CD, ein reiner Staatsbetrieb,
beschäftigen mehr als 80.000 Personen. Damit sind sie das größte
Unternehmen im Land. Die Staatsbahnen befördern zudem rund 250.000 t Güter
täglich. Tschechien hat - nach Frankreich, Deutschland und Polen - mit 9300
km Schienenlänge und 2500 Bahnhöfen eines der dichtesten
Eisenbahnnetze in Europa. Es sind Bestrebungen im Gange, Schienennetz und
Bahnbetrieb voneinander zu trennen, wobei der Personen- und Gütertransport
künftig von einer Aktiengesellschaft durchgeführt werden soll, um
effektiver zu sein. Bei der Flutkatastrophe im Sommer wurden Teile des
Schienennetzes beschädigt, u.a. zwanzig Eisenbahnbrücken. Der
Gesamtschaden an der Bahninfrastruktur wird auf mehr als 400 Mio. Euro geschätzt;
die Reparaturarbeiten werden bis weit ins kommende Jahr hinein andauern. (FAZ)
Königin auf Abstellgleis [4/2002]
Die
britische Königin fährt nicht nur gern Zug, sie pflegt gelegentlich
auch darin zu übernachten. So geschehen nach der Schlussfeier der
Commonwealth-Spiele im September in Manchester. Statt im Hotel nächtigte
die Queen im Sonderzug auf einem Nebengleis des Bahnhofs Eccles. Das sei
billiger als in einer Hotelsuite, ließ ein Sprecher von Elisabeth II.
verlauten. (FAZ)
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