Nachrichten 1/2004


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Das Letzte


Frankreich [1/2004]

SNCF gedenkt Judendeportation
Die Ausstellung der "Vereinigung der Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs" (FFDJF) wird seit dem 26. März 2002, dem 60. Jahrestag des ersten Sammeltransports französischer Juden nach Auschwitz, in ganz Frankreich gezeigt.
Wie überall in den von den Nazis besetzten Ländern in Europa habe auch die SNCF mit ihren Zügen dazu beigetragen, die französischen Juden in die Vernichtungslager nach Mittelosteuropa zu bringen. Die SNCF unterstützt die Ausstellung der FFDJF, indem sie Stellwände und Flächen in insgesamt 17 französischen Bahnhöfen bereitstelle und das Ausstellungsgut transportiere.

Dagegen lehnt die Deutsche Bahn eine vergleichbare Initiative des Hanauer Arbeitskreises Christen-Juden und der Stadt Hanau für eine Gedenkstätte auf dem Hauptbahnhof der hessischen Stadt ab, mit dem ebenfalls mit Fotos von Deportationen an die Judenpogrome erinnert werden soll. Der Konzern begründet das mit einem Hinweis auf sein Museum in Nürnberg und auf ein Mahnmal in Berlin, wo die Beteiligung der Reichsbahn an den Judendeportationen bereits dokumentiert werde. (Frankfurter Rundschau, 21.11.03)


Griechenland [1/2004]

Ärger an Grenzbahnhof
Das Verhalten der griechischen Zollbeamten am Bahnhof Idomeni an der Grenze zu Mazedonien hat zur Anfrage eines Europaparlamentariers bei der EU-Kommission geführt. In seiner Eingabe, die Ende November 2003 im EG-Amtsblatt abgedruckt wurde, beschwerte sich der Abgeordnete über unnötige Wartezeiten durch das Einsammeln der Pässe von EU-Bürgern. Die Personalpapiere wurden ohne Unterscheidung nach Herkunft der Reisenden im Zug - von nicht uniformierten Personen - eingesammelt und zur Polizeidienststelle verbracht. Dort mussten sie nach einiger Zeit von den Passinhabern wieder abgeholt werden; derweil blieb deren Reisegepäck unbeaufsichtigt im Waggon zurück. Der Beschwerdeführer vermutet, dass man die Reisenden u.a. aus dem Zug locken wolle, damit sie im zollfreien Laden des Bahnhofs einkaufen gehen. Die unnötig verzögerte Grenzabfertigung - insbesondere von EU-Bürgern - sei aber nicht hinzunehmen. Die EU-Kommission hat eine Untersuchung der Zustände am griechischen Grenzbahnhof der Strecke Saloniki - Skopje zugesichert. (Amtsblatt der Europäischen Union)


Italien [1/2004]

Regierung bezuschusst Bahn
Die italienische Regierung hat fast eine halbe Milliarde Euro für den Schienengüterverkehr bereitgestellt. Brüssel stimmte dieser Unterstützungsmaßnahme zu. Zuschüsse sollen alle Firmen bekommen, die eine Mindestzahl von Zug-Kilometern im Jahr garantieren können. Der kombinierte Verkehr soll ebenfalls erhöht werden. Bisher hatte die Regierung nur den Straßengüterverkehr subventioniert. Transportunternehmen erhalten dort rund 5,6 Cent Nachlass je Liter Diesel und haben zudem einen gesonderten Steuerfreibetrag. (Verkehrs-Rundschau)


Österreich [1/2004]

ÖBB-Reform
Die Regierungsparteien haben im Parlament für die Reform der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) gestimmt. Zum 1. Januar 2004 ist die ÖBB in zehn Gesellschaften aufgeteilt worden. Unter dem Dach einer Holding wurden vier Aktiengesellschaften - für Güter- und Personenverkehr, für Infrastrukturbau und Betrieb - angesiedelt. Die Regierung erwartet von der neuen Struktur Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich. Das neue Konzept hatte für heftige politische Diskussionen gesorgt, die in einem 66-stündigen Streik der Eisenbahner ihren Höhepunkt fanden. (Verkehrs-Rundschau)


Russland [1/2004]

Gegen-Terror
Bei einem Bombenanschlag auf einen Pendlerzug auf der Strecke Mineralnyje Wody - Kislowodsk in Südrussland sind Anfang Dezember 2003 über 40 Menschen getötet und weit über 100 verletzt worden. Drei der vier Attentäter sprangen offenbar laut Augenzeugen kurz vor der Explosion noch ab. Es wird seitens der Regierung vermutet, dass die Täter aus dem benachbarten Tschetschenien stammen.
Dort tobt seit Jahren ein Vernichtungskrieg der Russischen Armee gegen Aufständische, der auch zahlreiche Übergriffe bis zur Vergewaltigung und Ermor-dung von Zivilisten durch Armeeangehörige einschließt. Da der russische Regierungschef Putin dies - taktisch klug - als Kampf gegen den Terror "verkauft", braucht er dabei öffentlichen Widerstand seitens der westlichen Demokratien offenbar nicht zu fürchten. (Karl-W. Koch)

BAM-Tunnel in Betrieb
Mit 15.343 m Länge ist der Severomuisky-Tunnel der längste Tunnel Russlands. Er ging am 4. Dezember 2003 in Betrieb und verkürzt die Baikal-Amur-Magistrale (BAM) um 56 km. Eigentlich hatte er schon 1986 fertig gestellt sein sollen. Aber finanzielle und geologische Probleme behinderten immer wieder den Weiterbau. Die Umgehungsstrecke mit ihren starken Steigungen ließ sich schneller realisieren. Durch den Tunnel verkürzt sich die Fahrzeit aller Züge um 75 Minuten. Zahlreiche schwere Güterzüge können nun von der Transsib auf die BAM verlegt werden. (TME)


Spanien [1/2004]

Alstom punktet in Spanien
Die spanische Staatsbahn RENFE hat bei Alstom 20 drei- und 20 vierteilige Elektrotriebwagen bestellt, welche einen Auftragswert von rund 190 Mio. € umfassen. Inbegriffen ist in diesem Preis die Instandhaltung der Fahrzeuge. Im Februar 2005 soll die Auslieferung beginnen und bis zum Dezember 2007 abgeschlossen sein.
Die neuen vollklimatisierten Züge laufen unter 3 kV Gleichstrom auf Breitspurgleisen (1.668 mm). Ihre Höchstgeschwindig-keit beträgt 120 km/h, ihr Gewicht 104 t bzw. 130,9 t und ihre maximale Beschleunigung 1,0 m/s² bzw. 1,1 m/s².

Ein Konsortium unter der Federführung von Alstom erhielt vom katalanischen Bahnbetreiber Ferrocariles de la Generalitat de Catalunya (FGC) den Auftrag zur Lieferung von 13 elektrischen Nahverkehrstriebwagen. Die 66 Mio. € teure Bestellung folgt einem 1995 erteilten Auftrag über 20 Züge desselben Typs. Die neuen Kompositionen sollen auf einer neuen Strecke zwischen Igualada, Manresa und Martorell eingesetzt werden. Für ihre Endmontage zeichnet Alstom verantwortlich. Drehgestelle und Wagenkästen stammen von dem spanischen Hersteller Construciones y Auxiliar de Ferrocariles (CAF), während Bombardier die Antriebsaufrüstung fertigt. (NaNa)

Nothalt wegen Überfüllung
Am Heiligabend haben erboste Fahrgäste einen überfüllten Zug zum Halten gebracht. Der "Catalunya Express" war auf der Strecke von Barcelona in die nordostspanische Küstenstadt Figueras unterwegs. Mehr als 500 zusammengepferchte Passagiere hatten aus Protest kurz nach der Abfahrt von einem Bahnhof in Barcelona die Notbremsen gezogen. Die Meuterei zeigte Wirkung: Die Staatsbahn RENFE hängte drei zusätzliche Waggons an. (FAZ)


Schweden [1/2004]

Arlanda-Express verkauft
Sämtliche Aktien von A-Train, dem Betreiber des Arlanda-Express (Verbindung von Stockholm mit ihrem nördlich gelegenen Flughafen Arlanda), übernahm überraschend die australische Bank Macquaire. Vorher wurden die Aktien von der Baufirma NCC, dem Energiekonzern Vattenfall, dem Schienenfahrzeugbauer Alstom sowie der Mowlem-Gruppe gehalten. Die Australier investierten 400 Mio. schwedischer Kronen (rund 44 Mio. €) in diesen Deal. (NaNa)


Schweiz [1/2004]

Interfrigos Streichkonzert
Die in Basel (Schweiz) ansässige Intercontainer-Interfrigo (ICF) streicht 45 Arbeitsplätze. Der Grund liegt in Umsatzrückgängen und den daraus resultierenden Verlusten, welche deutlich das geplante Budget unterschritten. Konkret blieben die Umsatzzahlen mit 135 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2003 rund zehn Prozent unter den Zielen. Der voraussichtliche Verlust für 2003 wird mit rund 8,5 Mio. € angegeben. Als Sofortmaßnahme hat ICF die Verbindungen Bettembourg - Rotterdam, Zebrugge - Mailand sowie von Herne nach Mailand, Prag und Salzburg eingestellt. Ferner werden zukünftig statt der bisher rund 800 Terminals nur noch 160 Terminals im Kernnetz sowie 290 im Peripherienetz bedient. (mkn/ERI)


Südafrika [1/2004]

Panafrikanische Aktivitäten
In der Vergangenheit hatte die südafrikanische Staatsbahn bereits des Öfteren Wagen und Loks in die Nachbarländer Zimbabwe, Botswana und Zambia ausgeliehen. Inzwischen hat diese Form der Entwicklungshilfe größere geographische Dimensionen angenommen. In der Demokratischen Republik Kongo laufen zehn geleaste Personenwagen aus Südafrika. In Ghana strebt ein Konsortium aus Banken und der südafrikanischen Staatsbahn Spoornet die Übernahme des Betriebs auf der Weststrecke an. Im Sudan verkehren gemietete südafrikanische Dieselloks, während gleichzeitig einheimische Loks mit südafrikanischem Fachwissen ausgebessert und modernisiert werden. Der Vizebotschafter des Sudan in Pretoria sprach angesichts der Kooperation bereits euphorisch von Bauplänen zum Schließen der Streckenlücke Kap - Kairo. (CRJ)


Zimbabwe [1/2004]

Untersuchungsbericht zum Zugunglück
Der Bericht einer Untersuchungskommission zum Zugunglück bei Dete im Februar letzten Jahres nennt Kommunikationsprobleme als Hauptursache für die Katastrophe mit 50 Toten und 64 Verletzten. In Thomson Junction waren zum Zeitpunkt des Unglücks sowohl die Signale als auch der Zugfunk defekt, die Zugmeldungen erfolgten daher von hier über Telefon. In Mambanje funktionierte nur der Funk, in Dete Funk und Telefon. Aufgrund dieser Situation erhielten der Personenzug und der Güterzug gleichzeitig einen Fahrbefehl und kollidierten schließlich auf der eingleisigen Strecke. Die Hintergründe für einen derartigen fatalen Fehler sieht die Untersuchungskommission im desolaten Allgemeinzustand der Staatsbahn. Von 939 Stellen im technischen Personal sind nur 699 besetzt. Es herrscht eine hohe Fluktuation bei den Mitarbeitern. Das Management ist überaltert. Von den Personenwagen ist nur etwa ein Drittel betriebsfähig. Bei den Dieselloks der Baureihe GE DE9A wartet die Hälfte des Bestands abgestellt auf Ersatzteile. (CRJ)


Bangladesch [1/2004]

Netze verbunden
Obwohl mit 144.000 km2 ein eher kleines Land, war das Eisenbahnnetz von Bangladesh bislang wegen eines breiten Stromes zweigeteilt: Im Westen ein Breitspurnetz (1.676 mm) und im Osten ein Meterspurnetz. Seit kurzem sind beide Systeme miteinander verbunden. Die neu errichtete 4,8 km lange kombinierte Straßen- und Bahnbrücke über den Jamuna erlaubt den Breitspurzügen das "Eindringen" in das Schmalspurnetz. Einige Kilometer Schmalspurgleis wurden dazu mit einer dritten Schiene ausgerüstet. In einem weiteren Schritt werden auch Breitspurgleise im Westen entsprechend umgerüstet. Während die Breitspurzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h verkehren, wurde das Limit für die Schmalspurzüge, die bislang maximal 35 km/h erreichen durften, auf 100 km/h angehoben. (TME)


Indien [1/2004]

Massaker wegen Bahn-Arbeitsplätzen
Der Kampf um rare Jobs bei der Eisenbahn mündete im nordostindischen Bundesstaat Assam in Spirale der Gewalt. Mindestens 29 Menschen sind Mitte November ermordet worden. Für das Massaker an den Zuwanderern wurden einheimische Nationalisten verantwortlich gemacht. Auslöser war eine Rekrutierungskampagne der indischen Eisenbahnen.
Im Assam sind 1,5 Millionen meist gut ausgebildete Jugendliche ohne festen Job. Arbeitsstellen, auch bei dem geringen Lohn, sind heiß begehrt. Das mussten jüngst auch die staatlichen indischen Eisenbahnen erfahren: 2.720 Stellen, vorwiegend in den Bereichen Baudienst und Gleisunterhaltung, hatten die indischen Eisenbahnen in Assam ausgeschrieben. Mehr als 600.000 Männer und Frauen, bewarben sich für diese Jobs.
Über die Hälfte dieser Bewerbungen kam allerdings aus anderen Bundesstaaten, davon rund 100.000 aus dem benachbarten Bundesstaat Bihar, was schließlich zu den Eskalationen führte. (Frankfurter Rundschau)

Kontaktaufnahme per Zug
Zwischen den Atommächten Indien und Pakistan wurde am 15. Januar 2004 erstmals nach zwei Jahren wieder der Zugverkehr aufgenommen. Die Abwicklung erfolgt nicht wie vor der Einstellung durch ein Zugpaar Lahore - Amritsar, sondern wie folgt: Zweimal wöchentlich (montags und donnerstags) verkehrt das Zugpaar 4001 "Attari Special" von Delhi nach Attari, dem letzten Bahnhof in Indien; aus Sicherheitsgründen ohne Halt auf Unterwegsbahnhöfen (Delhi ab ca. 21.00 h, Attari an 04.00 h). In Attari besteht nach Durchschreiten der indischen Grenzkontrolle Anschluss an den "Samjhauta(Verständigung)-Express" nach Lahore, welcher den Bahnhof Attari um 13.30 h verlässt. Die pakistanische Grenzkontrolle findet während des Haltes auf dem pakistanischen Grenzbahnhof Wagah statt.
Ein Fahrschein von Delhi nach Attari kostet 204 Rs im Schlafwagen, 114 Rs im Sitzwagen. Attari - Lahore kostet 50 Rs im Schlafwagen (wozu eigentlich, das sind 28 km!) und 30 Rs im Sitzwagen. Grenzüberschreitende Fahrscheine werden sowohl in Indien als auch Pakistan nur an wenigen Bahnhöfen und nicht per Onlinereservierung verkauft.
Weiterhin plant man die Wiederherstellung der seit 1965 außer Betrieb befindlichen Strecke Khokhrapar (Pakistan) - Munabao (Indien). Dies wäre ein Meilenstein in der Geschichte des indisch-pakistanischen Grenzverkehrs, da in den letzten 30 Jahren selbst bei geöffneter Grenze der einzige Grenzübergang (auch Straße) Attari - Wagah war. (Frankfurter Rundschau)

Anschlag auf Bahnhof
Militante Muslime haben einen Bahnhof im indischen Teil Kaschmirs mit einer Handgranate und Schusswaffen angegriffen. Zwei Soldaten wurden nach Angaben der Polizei getötet, fünf Militärs und drei weitere Personen wurden verletzt. Die Angreifer hätten eine Handgranate geworfen und von einer Fußgängerbrücke das Feuer auf den Bahnhof von Jammu eröffnet, berichtete ein Polizeisprecher. Sie seien mit indischen Armeeuniformen bekleidet gewe-sen. Indische Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert. (FAZ)

Bahnhof verwüstet
Aus Ärger über Verspätungen und Streichungen von Zügen haben rund 5.000 Menschen den Bahnhof von Dankaur (etwa 50 Kilometer südöstlich von Neu-Delhi) Anfang Januar verwüstet. Auch ein Wagen eines Güterzuges wurde in Brand gesetzt. Mindestens zwölf Menschen sind bei den Krawallen durch herumfliegende Steine verletzt worden. Die Polizei versuchte die Menge mit Stöcken zurückzudrängen. Im Norden Indiens wurden bei Temperaturen bis zum Gefrierpunkt und dichtem Morgennebel Dutzende von Zügen täglich storniert, mache hatten Verspätungen von mehr als zehn Stunden. (Hindustan Times)

Erste Bahnverbindung Indien-Nepal
Mit einer 5,4 km langen Strecke über die Grenze erhielt Nepal erstmals von Indien aus einen Bahnanschluss. Ab März 2004 soll der Containerverkehr aufgenommen werden. Die 500 km lange Reise von Kalkutta über Raxaul nach Nepal dauert dann nur noch 36 Stunden anstatt wie heute sechs Tage auf der Straße. (RD)


Japan [1/2004]

Schnellbahn-Weltrekord
Die Magnetschnellbahn Maglev hat einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord aufgestellt. Auf der Teststrecke in der Nähe der japanischen Stadt Kofu erreichte sie bei einer Versuchsfahrt eine Geschwindigkeit von 581 Kilometern pro Stunde. Der von der Bahngesellschaft Central Japan Railway und dem Railway Technical Research Institute betriebene Maglev - ein Konkurrenzprodukt zum deutschen Transrapid - brach damit seinen eigenen, erst am 19. November aufgestellten Rekord. Unbemannt und ferngesteuert hatte die Magnetbahn damals 579 Kilometer pro Stunde erzielt. Der Maglev wird nach Inbetriebnahme mit einer Geschwindigkeit von 500 km/h fahren. Er soll nach Aussage von Fachleuten technisch inzwischen auf demselben Niveau wie der Transrapid sein. Dieser hatte im November in Schanghai eine Höchstgeschwindigkeit von 501 Stundenkilometern erreicht. (SZ)

Kyushu-Shinkansen
Am 13.03.2004 eröffnet der Kyushu-Shinkansen von Yatsushiro (südlich Ku-mamoto) bis Kagoshima. Diese 126 km lange Strecke ist jedoch (noch) nicht mit dem restlichen Shinkansen-System verbunden, sondern wird als unabhängiger Pendelbetrieb gefahren. Zum Einsatz kommt die Baureihe 800 von JR Kyushu mit einer Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h. Der Lückenschluss zwischen Yatsushiro und Hakata (130 km) ist für 2013 vorgesehen. Grund für den isolierten Bau der Shinkansen-Strecke ist, dass die konventionelle Linie in diesem Abschnitt sehr kurvig sowie 40 km länger ist und damit ein großer Fahrzeitgewinn erzielt werden kann (35 min Fahrzeit gegenüber heute 2 Std. 10 min!). Die alte Linie verliert ihren kompletten Fernverkehr und wird von einer neuen Bahngesellschaft in Trägerschaft der Präfektur betrieben. (Oliver Mayer)

Neue Testzüge
Für die nördlichen Shinkansen-Strecken will JR East ab 2005 mit zwei neuen Testzügen Geschwindigkeiten bis 400 km/h testen. Sie basieren auf den bewährten Typen E2 und E3 und sollen vor allem helfen, die Aerodynamik in Tunnels zu verbessern, so dass Züge im Regelbetrieb 360 km/h (derzeit max. 275 km/h) fahren können. Die Testzüge weisen auch - erstmals für Shinkansen - Neigetechnik auf. Mit dem Einsatz der neuen Züge ist erst etwa 2013 zu rechnen. (Oliver Mayer)


Taiwan [1/2004]

Erdbebensichere Hochbahntrasse
In Taiwan wird z.Z. eine 345 km lange Bahntrasse zwischen der Hauptstadt Taipeh und der Industriestadt Kaohsiung gebaut. Entlang der dichtbevölkerten westlichen Küstenregion wohnen rund 90 % der 22 Mio. Taiwanesen. Ein Großteil der Trasse wird "aufgeständert"; die Brückensegmente sind zwischen 25 und 35 Meter lang und wiegen bis zu 900 Tonnen. Aufgrund des Stelzenbaus kommt die Schnellbahn mit dem Straßennetz nicht ins Gehege. Ein weiterer Grund für die Bauweise: Sie kann die Kräfte eines Erdbebens besser "verdauen" als ein starres Bauwerk. Durchschnittlich jeden zweiten Tag bebt hier nämlich die Erde; bei der letzten großen Katastrophe verloren im September 1999 mehr als 2.400 Menschen ihr Leben. Bauherr ist die Taiwan High Speed Rail Corporation. Von deutscher Seite sind die Baukonzerne Bilfinger & Berger sowie Hoch-tief an dem Mammutprojekt beteiligt.
Ursprünglich war vorgesehen, den Eurotrain von Siemens und Alstom auf einem Schotterbett fahren zu lassen. Erst spät hatte man sich für den japanischen Shinkansen entschieden. Über Pfähle und Stützen führt die Strecke auch an Stellen vorbei, wo seismische Erschütterungen zu erwarten sind. Der Zug darf entgleisen, nicht jedoch abstürzen. Ganz Taiwan ist von Erdbebensensoren überzogen. Selbst in den Gleiskörper werden sie massenhaft eingebaut. Werden Erdstöße registriert, wird die Geschwindigkeit der Züge reduziert. Bei stärkeren Beben will man die Züge stoppen. Ende 2005 soll der Shinkansen mit bis zu 300 Kilometern in der Stunde an der Westküste Taiwans entlang rasen. (Verkehrs-Rundschau)


Australien [1/2004]

Nord-Süd-Strecke fertig
Nach einer Bauzeit von nur drei Jahren ging eine Strecke in Betrieb, von der die Australier seit über 100 Jahren träumen: die 1.420 km lange Nord-Süd-Linie von Darwin ganz im Norden nach Alice Springs in Australiens Mitte. Dort schließt sie an die vorhandene Strecke Richtung Süden an. Am 15. Januar verließ der erste Containerzug Adelaide an der Südküste, um zwei Tage später nach rund 3.000 km Fahrt in Darwin einzutreffen.
Die spärliche Bevölkerung des australischen Outbacks reagiert mit Begeisterung: Wo immer der 1,2 km lange Zug auf seiner Jungfernfahrt vorbeirollte - ob tags oder nachts -, standen winkende Menschen an den Gleisen. Die Fahrt dauerte rund 43 Stunden. Australiens Premierminister John Howard und andere Regierungsspitzen empfingen den ersten Zug preisend und mit viel schönen Reden in Darwin. Fünf Mal in der Woche soll der Güterzug nun verkehren.

Der Reisezugverkehr wurde am 3. Februar mit dem legendären Luxuszug "The Ghan" aufgenommen. Nach Angaben der Betreiber liegen Platzreservierungen im Wert von 15 Mio. AUS-$ (etwa 8,8 Mio. Euro) vor, ein Großteil davon aus den USA und Europa. Der Name "The Ghan" erinnert an die afghanischen Kamele, die zur Pionierzeit wichtigstes Verkehrsmittel im Landesinnern waren.
Um das gigantische Werk in der vorgesehenen Zeit ausführen zu können, mussten zwei Betonschwellenwerke täglich zwischen 1.600 und 2.400 Schwellen herstellen. Nennenswerte Kunstbauten waren in der Einöde allerdings kaum erforderlich. An nur wenigen Stellen musste die als Maximum vorgegebene Steigung von 0,8 % überschritten werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 115 km/h. (Frankfurter Rundschau)

Die Käufer stehen Schlange
Der seit 1. Mai 1999 privatisierte und seither als Freight Australia (FA) firmierende Güterverkehrsbereich der ehemaligen Staatsbahn Victorias steht seit dem 30. Oktober 2003 zum Verkauf. Der US-Eigentümer RailAmerica begründete dies mit strategischen Entscheidungen und der Konzentration auf den nordamerikanischen Markt.
Mit Pacific National, der Australian Railroad Group und Queensland Rail stehen gleich drei australische Mitbewerber als potentielle Aufkäufer bereit. Ein Schnäppchen ist FA jedoch nicht mehr. Betrug 1999 der Kaufpreis noch 163 Mio. AUS-$, so rechnet die Geschäftswelt heute mit einem Erlös in Höhe von 300 bis 400 Mio. AUS-$. (RD)

Australiens Steamtown gibt auf
Ende Oktober 2003 löste sich die Steamtown Railway Preservation Society in Südaustraliens Peterborough fast einstimmig auf. Ausufernde Versicherungskosten (11. September lässt grüßen) und härterer Wettbewerb im Touristenbereich führte zu der Entscheidung, den Betrieb auf der 57 km langen, kapspurigen Museumsstrecke Peterborough - Orroroo - Euralia einzustellen. Ein weiteres Handicap stellte die relative Nähe zur bekannteren Pichi-Richi-Museumsbahn dar. Das Museum im ehemaligen Depot von Peterborough soll allerdings unter kommunaler Regie weitergeführt werden. (RD)


Argentinien [1/2004]

Patagonien-Express
Der erste durchgehende Zug von El Maiten nach Esquel seit einigen Jahren verkehrte am 27. Mai 2003 mit der Baldwin Nummer 6. Zu Beginn der Sommersaison sollte im Oktober/November der Planbetrieb aufgenommen werden. Auf den Internetseiten der Betreiber waren zu diesem Zeitpunkt allerdings nur touristische Kurzfahrten von El Maiten nach Dvio. Thomae und von Esquel nach Na-huel Pan angekündet. (Internet/AI)

El Gran Capitan
Zwischen Buenos Aires und Posados verkehrt seit Ende November fahrplanmäßig "El Gran Capitan". Anfangs kam es auf dieser Strecke zu erheblichen Verspätungen, Pannen und sogar Entgleisungen. Aber seit Dezember kann der Fahrplan einigermaßen eingehalten werden: Am Montag und Freitag geht es jeweils ab Buenos Aires, am Sonntag und Mittwoch ab Posadas auf die Reise. Seit 22. November 2003 gibt es freitags auch eine Verbindung von Buenos Aires nach Patagones, am Sonntag zurück.
Zum Anschlusszug von Viedma nach San Carlos de Bariloche sind allerdings erst mal 8 km anderweitig zurückzulegen. Denn die entsprechende (Straßen- und) Eisenbahnbrücke zwischen beiden Städten ist noch nicht fertiggestellt, so dass man mit einem sonstigen Verkehrsmittel vom Bahnhof Viedma nach Carmen de Patagones gelangen muss. (Volta o Trem/FlB, S. Rachdi)


Chile [1/2004]

Valparaiso setzt auf Alstom
Der S-Bahnbetreiber von Valparaiso, Metro Regional de Valparaiso-Merval S.A. (Merval), vergab kürzlich drei Aufträge im Wert von 54 Mio. € an Alstom. Der erste Auftrag verlängert den Wartungs- und Instandhaltungsvertrag der bei Alstom bestellten 27 zweiteiligen Triebwagen des Typs X´trapolis um weitere 18 Jahre, vereinbart waren bisher zehn Jahre. Die beiden anderen Aufträge in Höhe von 24 Mio. € sehen die Installation einer automatischen Zugsicherung (Urbalis) und einer Betriebsleitzentrale (Iconis) sowie die Erneuerung der Energieversorgung auf der 43 km langen S-Bahnstrecke von Vina del Mar nach Limanche vor.
Diese Strecke führte bis in die 1980er Jahre elektrisch weiter in die Hauptstadt Santiago. Nach einem schweren Unfall wurde jedoch der Fernpersonenverkehr eingestellt und die Fahrleitung außerhalb der S-Bahnstrecke abgebaut. (NaNa)

Nachtschnellzug TerraSur
Am 1. Dezember 2003 hat der chilenische Staatspräsident Lagos den renovierten Bahnhof Alameda von Santiago seiner Bestimmung übergeben. Gleichzeitig wurde der neue Nachtschnellzug TerraSur auf Fahrt geschickt - nach Temuco im Süden des Landes. Zuvor waren Instandsetzungsarbeiten zwischen Chillan und Temuco zum Abschluss gebracht worden. U.a. mussten 42.000 Schwellen neu gelegt und alle Brücken repariert werden. Die rund 700 km lange Strecke kann nun mit Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h befahren werden; die Reisezeit beträgt nur noch neun Stunden. Täglich gibt es Nachtzüge, die in Santiago um 22.30 Uhr, in Temuco um 22 Uhr abfahren (Ankunft jeweils 7.30 bzw. 7 Uhr). Auch tagsüber fährt jetzt je ein Zug um 9.30 Uhr in Santiago ab, ein anderer verlässt Temuco um 10.30 Uhr. (Volta o Trem/FlB, S. Rachdi)


Kanada [1/2004]

BC Rail geht an CN
Die Provinz British Columbia verkauft ihre Eisenbahngesellschaft an Canadian National (CN). Der Preis beträgt rund eine Milliarde CDN-$. CN erhält dafür das Recht, die Strecken der BC Rail für 60 Jahre zu betreiben. Die Eisenbahninfrastruktur selbst bleibt im Besitz der Provinz. Zudem gibt es Steuervorteile, denn BC Rail ist mit einer halben Milliarde CDN-$ verschuldet. BC Rail ist u.a. wichtig für den Transport von Produkten der Forstindustrie. Zudem sind die Strecken für einige Ort die einzige Verbindung zur Außenwelt. CN will 35 Prozent der Stellen bei BC Rail streichen. Um die Bahngesellschaft hatten sich auch der Konkurrent Canadian Pacific sowie das Konsortium BNSF/Omnitrax beworben. (Trains)


Mexiko [1/2004]

Bald wieder mehr Personenzüge?
Der Personenzugverkehr in Mexiko soll bald zu neuem Leben erwachen, wenn die derzeitigen Planungen Wirklichkeit werden. Politiker, Wirtschaftsunternehmen und Bahnbetreiber haben sich zusammengetan, um zwischen der mexikanischen Hauptstadt und der Grenze zu den USA wieder ein Personentransportsystem auf der Schiene zuwege zu bringen.
Zunächst soll die Verbindung von Nogales (über Los Mochis mit dem Chepe durch den Kupfercanyon) nach Guadalajara 2004 aktiviert werden. Danach stehen die Strecken Ciudad Juarez - Chihuahua - Mexico und Nuevo Laredo - Monterrey - Mexico an. Später ist an eine Verlängerung auf US-Gebiet (u.a. nach El Paso und San Diego) gedacht, mit Weiterführung bis nach Kanada. Das Projekt läuft unter dem Namen Ammextren. (Volta o Trem/FlB, S. Rachdi)


Paraguay [1/2004]

Auferstanden von den Toten
Die Staatsbahn von Paraguay fährt wieder: Mit holzgefeuerten Dampfloks und 30 Mann Personal, aber auf deutlich gekürztem Streckennetz. Regulärer Zugverkehr findet derzeit nur zwischen Encarnacion und der Brücke nach Argentinien statt. Die Güterzüge werden von argentinischen Dieselloks gebracht und abgeholt. Von den vier in Encarnacion beheimateten betriebsfähigen Dampfloks waren im Dezember ein oder zwei im Rangierdienst eingesetzt. Wichtigstes Transportgut sind Sojabohnen.
Nachdem im Jahr 2002 nur 5.000 Tonnen Güter befördert wurden, will man diese Zahl im Jahr 2003 auf 160.000 Tonnen steigern. Am anderen Ende der einstigen Hauptbahn durch Paraguay soll von der Hauptstadt Asuncion aus in Kürze ein Touristenzug mit Dampflok eingerichtet werden. Dieser Zug wird am Jardin Botanico beginnen, da die Gleisanlagen am alten Hauptbahnhof inzwischen im Straßenverlauf zugeteert worden sind. (Internet Rob Dickinson)


Uruguay [1/2004]

Schienenbus aus Deutschland
Die uruguayische Staatsbahn AFE hat einen Schienenbus aus Uerdingen und einen dazu gehörigen Beiwagen renoviert, gestrichen und mit Schutzgittern versehen. Er wird im Lokalverkehr von Progreso nach Montevideo eingesetzt. Zum ersten Mal wurde damit in Uruguay ein Schienenbus der Deutschen Bahn komplett in AVE-Farben umgespritzt. (Volta o Trem/FlB, S. Rachdi)


USA [1/2004]

Wieder "freie Fahrt" zum Ground Zero KWK
Die am 11. September 2001 zerstörte Bahnstrecke ist repariert. Jene acht Waggons, in denen am 11. September 2001 die letzten Fahrgäste den Anschlägen auf das World Trade Center entkommen sind, werden seit dem 22.11.03 wieder eingesetzt. Der sog. "Path-Train" pendelt dann wieder zwischen Ground Zero und Stationen auf der Westseite des Hudson in New Jersey.

Mehr als 120 000 Menschen sind vor den Anschlägen täglich mit dem "Path-Train" zur Arbeit und nach Hause gefahren. Eine Haltestelle in den Zwillingstürmen war, ebenso wie der Tunnel, von den Trümmern fast vollständig zerstört worden ist. Das von der Port Authority, der Eigentümerin des Areals, betriebene "Trans-Hudson-System" verbindet unter dem Hudson River Manhattan mit Städten in New Jersey. Für die vielen Pendler aus New Jersey wird der provisorische Bahnhof den Weg zur Arbeit erheblich erleichtern. Sie mussten bislang einen Umweg über die Stadtmitte und die zusätzlichen Kosten für die U-Bahn in Kauf nehmen oder auf Fähren ausweichen. Mit dem Einsturz der Türme war außer der Path-Train-Verbindung auch die wichtige Linie zur Südspitze Manhattans zerstört worden. (Frankfurter Rundschau, 22.11.2003)

Gasturbinen-Züge für Florida
Ein Konsortium, bestehend aus dem Rollmaterialhersteller Bombardier und dem Baukonzern Fluor, hat am 28. Oktober 2003 den Zuschlag für den Entwurf, den Bau, den Betrieb, die Unterhaltung und die Finanzierung des ersten Abschnitts eines geplanten Hochgeschwindigkeitsnetzes in Florida erhalten. Die vergebene Teilstrecke führt von Tampa nach Orlando und soll 2009 in Betrieb gehen. Betrieben werden soll die Strecke mit Gasturbinen-Zügen von Bombardier, den sogenannten "Jet-Trains". Die Höchstgeschwindigkeit dieser Züge beträgt 150 Meilen (241 Kilometer) pro Stunde. Bei den Triebköpfen sorgt eine aus dem Flugzeugbau abgeleitete, modifizierte Gasturbine von Pratt & Whitney mit 3.730 kW für die nötige Antriebsleistung. Pate standen beim mechanischen Teil die Triebköpfe des Acela-Express. Als Vorteile werden das gute Verhältnis von Leistung zu Gewicht (nur 91 t) und eine tiefe Schwerpunktlage genannt.
Ein erster Prototyp wird derzeit getestet, allerdings noch mit herkömmlicher elektrischer Leistungsübertragung. In Entwicklung befindet sich ein Hochdrehzahlgenerator, der zukünftig zusammen mit einem projektierten, magnetgelagerten Schwungmassenspeicher für eine entscheidende Verbesserung der Antriebstechnik sorgen soll. (Trains)

Und die Großen werden größer
Wenn alles gut geht und die US-Aufsichtsbehörde STB (Surface Transportation Board) zustimmt, kann die Canadian National (CN) ihr Streckennetz auf amerikanischem Boden bis Mitte 2004 vergrößern. Eingekauft hat die CN am 20. Oktober 2003 die 212 Meilen lange Duluth, Missabe & Iron Range Railway (DM&IR) sowie die 170 Meilen lange Bessemer & Lake Erie Rail-road (B&LE). Die DM&IR gilt als die größte US-Bahngesellschaft im Eisenerztransport. Sie befördert das Rohmetall aus den Minen der Misabe Ranges im nördlichen Minnesota zu den Häfen in Duluth und Two Harbours am Lake Superior. Hingegen transportiert die B&LE in wesentlich geringerem Umfang Kohle, Eisenerz und Kalkstein zwischen dem Gebiet um Pittsburgh und dem Hafen Conneaut am Lake Erie.
Mit im 380 Mio. US-$ umfassenden Deal sind noch die Hafenbahn in Conneaut (Ohio) sowie acht große Schiffe für den Transport von Massengütern über die großen Seen. Alle Beteiligten gehen von keinerlei Problemen aus, da es sich nur um eine "kleine" Übernahme handelt. (Trains)

Denver setzt auf den ÖPNV
Vorausgesetzt, die Bürger von Denver stimmen im November 2004 einer Erhöhung der Verkaufssteuern zu, können die ehrgeizigen Planungen des ortsansässigen ÖPNV-Betreibers Regional Transportation District (RTD) verwirklicht werden. Bis 2017 sollen rund 4,7 Mrd. US-$ in den Ausbau des Stadtbahnnetzes sowie für die Reaktivierung von Vorortbahnen investiert werden.
Zu den Ausbauplänen gehören u.a. eine Bahnanbindung des Denver International Airport mit Weiterführungen nach Boulder und Longmont (Realisierung bis 2013). Die Stadtbahn soll bis 2012 Jeffco und Golden erreichen, weitere Netzverlängerungen folgen bis 2017. (NaNa)

Las-Vegas-Monorail verlängert
Noch vor der voraussichtlichen Inbetriebnahme der zweigleisigen und 6,4 km langen Monorail-Grundstrecke im Frühjahr 2004 wurde eine Verlängerung um 3,6 km an das ausführende Konsortium Bombardier Transportation und Granite Construction Company vergeben. Bombardier liefert alle elektrischen und mechanischen Komponenten für die Verlängerung sowie weitere 20 fahrerlose Fahrzeuge. Ab Sommer 2004 sollen die Arbeiten an der Erweiterungsstrecke aufgenommen werden, ihre Fertigstellung ist für Sommer 2007 geplant. (NaNa)

Japaner auf dem Vormarsch
Gegen die Konkurrenz von Bombardier, CAF und Siemens konnte sich der japanische Fahrzeughersteller Kinki Sharyo bei zwei Stadtbahnaufträgen durchsetzen.
36 Züge im Wert von 115 Mio. US-$ sind dabei für das neue Stadtbahnsystem von Phoenix vorgesehen, dessen erste Strecke 2006 in Betrieb gehen soll. Darüber hinaus besteht eine Option über weitere 39 Einheiten. Ein Auftragsvolumen über 131 Mio. US-$ umfasst die Lieferung von 31 Niederflurbahnen an die neue Stadtbahn in Seattle, die erst kürzlich ihre Förderzusage von der Washingtoner Bundesregierung erhielt. Die Auslieferung der Bahnen ist zwischen November 2006 und Septem-ber 2008 geplant. (NaNa)

Stadtbahn in Sacramento erweitert
Im kalifornischen Sacramento ging am 26. September 2003 eine neue, 10 km lange Stadtbahnstrecke in Betrieb. Sie schließt an der 16. Straße an das vorhandene Netz an, führt nach Süden bis zur Meadowview Road und kostete nach Angaben des Betreibers Sacramento Regional Transit District (SRTD) rund 220 Mio. US-$. Durch diese Netzerweiterung soll die Zahl der täglichen Fahrgäste von derzeit 32.000 auf rund 40.000 steigen.

In Arbeit ist gerade eine 16 km lange Stadtbahnstrecke nach Folsom. Sie soll rund 230 Mio. US-$ kosten und 2005 in Betrieb gehen. Weitere Ausbaupläne beinhalten u.a. eine Verbindung zum Sacramento International Airport, doch ihre Realisierung scheint in weite ferne zu rücken (siehe Meldung weiter hinten). (NaNa)


Das Letzte [1/2004]

"Terminator" streicht Zuschüsse
Arnold Schwarzenegger, der neue Gouverneur von Kalifornien, kündigte die Streichung von Zuschüssen für Nahverkehrs- und Umweltprojekte an. Der komplette Entfall von im Jahr 2003 eingeplanten 189 Mio. US-$ könnte das "Aus" für 140 Projekte bedeuten. Allein 110 Mio. US-$ waren dabei für das Stadtbahnsystem von Sacramento vorgesehen. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, um den hochdefizitären Bundesstaat zu sanieren, bleibt abzuwarten. (NaNa)


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