Eurotunnel mit Milliardenverlust
Die Eurotunnel-Aktiengesellschaft hat auf ihrer Hauptversammlung Anfang April ihre bisherige Geschäftsführung gestürzt und mit Jacques Maillot einen neuen Verwaltungsratsvorsitzenden gewählt. Er will innerhalb von drei Monaten einen überzeugenden Geschäftsplan vorlegen und damit die Regierungen in Paris und London sowie die Gläubigerbanken zu Zugeständnissen bringen, um das schwer angeschlagene Unternehmen zu retten. Der Tunnelbetreiber hat 2003 - bei rückläufigem Umsatz - rund 1,9 Mrd. Euro Verlust gemacht. Insgesamt beträgt die Verschuldung von Eurotunnel S.A. 9 Mrd. Euro, die in zwei Jahren fällig werden. Falls die französischen und britischen Kreditinstitute sowie die öffentliche Hand in beiden Ländern nicht zur Unterstützung bei der Sanierung der Betreibergesellschaft bereit sind, droht dem Unternehmen spätestens 2007 der Konkurs. (FAZ/Verkehrsrundschau)
Nizza erhält wieder Tram
Bei Alstom bestellte die Stadt Nizza kürzlich 20 fünfteilige Citadis-Niederflurbahnen mit einem Auftragswert von 57 Mio. €. Zwischen Februar und Oktober 2006 sollen die Fahrzeuge ausgeliefert werden. Im Dezember 2006 soll dann die Eröffnung der ersten neuen, 8,7 km langen Tramlinie vorgesehen. Sie führt von Comte de Falicon (Terminus Nice Nord) über den Gare Thiers nach Pont Michel (Terminus Nice Est). Zwei je 450 m lange Abschnitte im Stadtzentrum bleiben ohne Oberleitung. Die Fahrzeuge werden daher zusätzlich mit Akkumulatoren ausgestattet sein. (NaNa)
ÖPNV und Olympia
Griechisch chaotisch verlaufen die Vorbereitungen für die diesjährigen olympischen Spiele. Immerhin konnte kürzlich der erste von insgesamt 20 fünfteiligen elektrischen Desiro-Triebzügen in Betrieb genommen werden. Gefertigt werden die Fahrzeuge von einem Konsortium aus Siemens und den berüchtigten Hellenic-Shipyards (HSY) in der HSY-Werft bei Athen. Diese Desiros sollen als Flughafenzubringer dienen sowie zwischen Athen und Thessaloniki fahren.
Zeitgleich gingen die ersten zwei von acht zweiteiligen Dieseltriebwagen "Desiro Classic" in Athen auf Jungfernfahrt, welche ebenfalls das obengenannte Konsortium lieferte. Diese anlaufenden Auslieferungen sind Bestandteil des Verkehrskonzepts zu den Olympischen Spielen.
Streckenmäßig bietet sich jedoch folgendes düstere Bild: Aus technischen Gründen musste die Staatsbahn ihre Strecke Korinth - Tripoli - Kalamata stilllegen. Genauso ruht jeglicher Verkehr auf der Strecke Diakopto - Kalavrita, hier wartet man auf einen Gleisbauzug, der für die Renovation der Strecke benötigt wird. Ebenso ist die Flughafenbahn in Athen noch immer nicht fertig und der Umbau des Normalspurbahnhofes in Athen hat (zumindest bis April 2004) noch gar nicht begonnen.
Ebenfalls noch weit von der Fertigstellung entfernt steht die Normalspurstrecke Athen - Korinth, welche eigentlich zur Olympiade hin eröffnet werden sollte. Zwar fahren wieder Züge zwischen Pirghos und Olympia, doch rund ein Drittel der Strecke ist in derart schlechtem Zustand, das nur Schrittgeschwindigkeit möglich ist, wodurch der ursprüngliche Plan der OSE, einen Intercity-Taktverkehr Athen - Olympia während der Olympiade einzurichten, wohl ein Wunsch bleiben wird.
Immerhin erfreulich: In Mittelgriechenland wurde ein weiterer zweigleisiger Neubauabschnitt auf der Strecke Athen - Thessaloniki in Betrieb genommen. Stillgelegt wurde gleichzeitig der strandnahe Abschnitt bei Platamon, der auch die Intercity-Triebwagen fast zu Schritttempo gezwungen hat, und der gewundene ebenfalls eingleisige Abschnitt durch das Tembi-Tal. Der Neubauabschnitt verläuft überwiegend durch Tunnels. Zum Fahrplanwechsel, der in Griechenland am 10. Februar stattfand, konnte die Fahrzeit Thessaloniki - Athen drastisch gesenkt werden. Der schnellste IC benötigt für die 510 km jetzt nur noch 4½ Stunden. 1989, vor Einführung der schnellen IC-Triebzüge, betrug sie noch 7½ Stunden und im letzten Jahr noch 5¾ Stunden. (NaNa/Fahrplancenter/TME)
Kult-Lok verkauft
Die Dampflok 4472 "Flying Scotsman" ist vermutlich das bekannteste Eisenbahnfahrzeug Großbritanniens, wenn nicht sogar weltweit. Nach dem Bankrott des Chemiefabrikanten und Haupteigentümers Tony Marchington sowie dem Scheitern eines ehrgeizigen Tourismusprojekts der Betreibergesellschaft "Flying Scotsman plc" stand die berühmte Lok Anfang dieses Jahres zum Verkauf. Über die möglichen Interessenten wurde in der Fachwelt heftig diskutiert. Selbst Parlamentarier beschäftigten sich mit der Angelegenheit und versicherten den besorgten Eisenbahnfreunden, das die Lok als nationales Kulturgut eingestuft sei und daher nicht außerhalb der Grenzen geschafft werden dürfe.
Nach Ablauf der Angebotsfrist teilte das mit der Auktion beauftragte Unternehmen am 5. April der Öffentlichkeit mit, das der Zuschlag an das Nationale Eisenbahnmuseum von York geht. Die Institution hat 365.000 £ (300.000 €) aus privaten Spenden aufgebracht, dazu Subventionen in Höhe von 1.8 Mio. Pfund aus dem National Heritage Memorial Fund gesichert und schließlich den Unternehmer Sir Richard Branson (Virgin Group) dazu bewogen, eine "nicht unerhebliche" Summe zu dem Kauf beizusteuern. Herr Branson war denn auch am nächsten Tag in vielen britischen Zeitungen abgebildet, wie er im Schotten-kostüm mit einer Flasche Sekt in der Hand vor der Nr. 4472 posiert und den Verbleib der Lok in der Heimat feiert. Eine weitere große Sorge der Eisenbahnfans wurde von den neuen Eigentümern ebenfalls ausge-räumt: Der "Flying Scotsman" soll auch zukünftig für Sonderfahrten auf dem Schienennetz der Insel betriebsfähig vorgehalten werden. (RD)
Stadtbahn in Nottingham
Am 9. März begann in Nottingham das Stadtbahnzeitalter. Die erste, 13 km lange Strecke führt von Hucknall im Norden ins Stadtzentrum. Eine kurze Zweigstrecke erschließt eine große P+R-Anlage an der Abfahrt 26 der Autobahn M1. 8 km der neuen Stadtbahn verlaufen parallel zur sogenannten "Robin-Hood-Eisenbahn". Das als Nottingham Express Transit (NET) bezeichnete System wurde von einem privaten Konsortium gebaut und auch betrieben. In Planung sind zwei weitere Linien, eine Richtung Süden, die andere nach Westen.
Bombardier lieferte für NET 15 Einheiten des Typs Incentro. Die Fahrzeuge sind 33 m lang, 2,40 m breit und 80 km/h schnell. (NaNa)
Nach 80 Jahren wieder Bahn
Der Bau eines neuen hydroelektrischen Kraftwerks auf Island erfordert auch den Bau einer Materialbahn. Damit findet auf Island nach 80-jähriger Abstinenz erneut Schienenverkehr statt. Zehn Dieselloks mit einem Gewicht von 15 Tonnen wurden zwischenzeitlich beim schwedischen Hersteller GIA bestellt. (RD)
Fahrzeuge verkauft
Endlich ist es der Portugiesischen Staatsbahn CP gelungen, ihre Meterspurdieseltriebwagen zu verkaufen, die mit dem Umbau des Netzes im Großraum Porto frei wurden und die sie wie Sauerbier angeboten hatte. Grund war, dass das Meterspurnetz schrittweise um- bzw. eingestellt wurde. Die Streckenäste im Nordosten von Porto sind jetzt breitspurig, die übrigen werden in das normalspurige Straßenbahnnetz von Porto integriert. Um die Straßenbahnbauarbeiten schnell und ungestört durchführen zu können, war der Schmalspurzugbetrieb im Frühjahr 2001 komplett eingestellt worden.
22 Alstom-Dieseltriebwagen der Baujahre 1976 und 1977 waren käuflich zu erwerben und haben jetzt neue Eigentümer ge-funden. Fünf Stück hat die Eisenbahn Kameruns (Camrail) zum Preis von 8,5 Millionen Euro gekauft. Nach einer gründlichen Überholung und Modernisierung in Portugal wurden sie kürzlich verschifft. Von den übrigen 17 Garnituren wird die Vietnamesische Staatsbahn DSVN wohl sieben übernehmen, während die argentinische EMEPA an den restlichen Zehn interessiert ist.
In Kamerun werden die Züge als Intercity- oder Schnellzüge zwischen der Hauptstadt Yaoundé und Douala eingesetzt. Die 250 km werden in vier bzw. knapp sechs Stunden zurückgelegt. Geplant ist eine weitere Verkürzung der Fahrzeit auf 3:20 Std., was auch bei nur 90 km/h Höchstgeschwindigkeit realistisch erscheint. (TME)
Im Orient-Express des Ostens
"Bella-Russ Courier" heißt ein neuer Sonderzug mit realsozialistischem Charme - eine touristische Osterweiterung auf Schienen, die Russland, Weißrussland und das Baltikum umfasst.
Im Rahmen einer abenteuerlichen Schienenkreuzfahrt, die von Berlin über Minsk und Moskau bis ins Baltikum führt, macht ein ab April neu eingerichteter Sonderzug diese abgelegenen Ziele auf dem Landweg erreichbar. Nachts legt das fahrende Hotel, ein ehemaliger polnischer Regierungszug, die immensen Strecken zurück, tagsüber können die Passagiere des "Bella-Russ Courier" an zehn Tagen sehenswerte Orte in fünf Ländern erkunden. (Welt am Sonntag)
Mit dem Zug zur Olympiade
Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB), der weltgrößten Touristikmesse im März 2004 in Berlin, haben die Serbischen Eisenbahnen ihr Zugangebot zur Sommerolympiade in Athen vorgestellt. Einem speziellen deutschsprachigen Prospekt zufolge kostet die einfache Fahrt Belgrad - Athen in der 2. Klasse 48 €, in der 1. Klasse 73 € (Hin- und Rückfahrt doppelter Preis), Zuschlag für Liegewagen 9,40 €, für Schlafwagen je nach Kategorie zwischen 14 und 49 €. Wer von Deutschland anreisen will, hat gute Anschlussmöglichkeiten ab München über Wien und Budapest nach Belgrad. Der Vorverkauf beginnt zwei Monate vor der Olympiade (Platzreservierung unter Tel./Fax 00381-11-2658888, Infos unter Tel./Fax 00381-11-3616775; s.a. www.yurail.co.yu ). (FE/HN)
Islamistischer Bombenterror
Genau zweieinhalb Jahre oder 911 Tage nach den brutalen Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center sowie das Pentagon in Washington waren am 11. März Madrids Vorortzüge Ziele islamistischer Terroristen. Zwischen den Bahnhöfen Alcalá de Henares und Madrid-Atocha explodierten Bomben in vier Richtung Madrid fahrenden Zügen der Vorortlinie C-1/C-7. Die Bomben, die sich in Rucksäcken befanden, wurden vermutlich in Alcalá in die vier Züge (drei Triebzüge der Reihen 446 bzw. 447 und einen Doppelstockzug der Reihe 450) platziert. Die ersten drei Explosionen ereigneten sich um 7.39 Uhr in einem Zug, der gerade mit zwei Minuten Verspätung in den Bahnhof Atocha einfuhr. Wäre der Zug pünktlich gewesen, hätten sich die Explosionen im Bahnhof selber oder im anschließenden 8 km langen Tunnel unter dem Stadtzentrum ereignet. Dieser Tunnel wird in beiden Richtungen im Dreiminutentakt befahren. Die Folgen wären noch viel schlimmer gewesen. Dennoch waren in diesem Zug 30 Todesopfer zu beklagen.
Zur selben Minute explodierten vier Bomben im nachfolgenden Zug, der noch etwa 1 km vom Bahnhof Atocha entfernt war. In diesem Zug verloren 59 Menschen ihr Leben. Eine Minute später explodierten zwei Bomben in einem Vorortzug, der im Bahnhof El Pozo del Tío Raimundo stand. Dieser Anschlag forderte 67 Menschenleben. Die zehnte Explosion erfolgte um 7.42 Uhr in einem Doppelstockzug nahe der Station Santa Eugenia und tötete 15 Fahrgäste. Zwei weitere Bomben in den Zügen detonierten nicht. Drei Explosivkörper, die neben den Gleisen platziert waren und die Hilfskräfte treffen sollten, wurden rechtzeitig entdeckt und entschärft.
Der Zugverkehr rund um den Bahnhof Atocha wurde unverzüglich gestoppt. Mobile Lazarette wurden neben den Gleisen aufgebaut, Verletzte wurden mit Linienbussen zu den Krankenhäusern gefahren, da die Krankenwagen bei weitem nicht ausreichten. Mediziner und Helfer aus allen Teilen des Großraums Madrid eilten zu Hilfe. Insgesamt forderte der feige Terroranschlag 190 Todesopfer und über 1.500 Verletzte, darunter viele Schwerverletzte. Die meisten erlitten Brand- und Schnittwunden. (FAZ/Mike Bent)
Citadis-Bahnen auf Teneriffa
Metropolitano de Tenerife, der Betreiber des neuen Stadtbahnsystems auf der beliebten Ferieninsel Teneriffa hat bei Alstom 20 Citadis-Straßenbahnen im Wert von 50 Mio. € bestellt. Ferner umfass der Vertrag eine Option über die Instandhaltung, den Kauf von bis zu 13 weiteren Fahrzeugen sowie die Verlängerung der bestellten, 30 m langen Einheiten auf 40 m.
Zusammen gebaut werden die "Inselbahnen" am Alstom-Standort Barcelona, wobei die Drehgestelle aus Frankreich und die Antriebssysteme aus den Niederlanden zugeliefert werden. Ihre Auslieferung ist für Januar bis September 2006 vorgesehen, die Eröffnung der Strecke im Großraum Santa Cruz / La Laguna für Januar 2007 geplant. (NaNa)
Der Tunnel unter dem Bosporus
In der Türkei wurde am 9. Mai der erste Spatenstich für den Bau eines gigantischen Tunnels gesetzt. Die Röhre soll bis 2008 den asiatischen und den europäischen Teil Istanbuls unter dem Bosporus hindurch verbinden und den Auto- und Zugverkehr entlasten. "Dieses Projekt ist nicht nur für die Türkei wichtig, sondern zur gleichen Zeit ein Projekt des Jahrhunderts", sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan beim feierlichen Baubeginn des Marmaray-Tunnels zwischen Europa und Asien.
Der Tunnel wird insgesamt 13,7 Kilometer lang und nach Behördenangaben erdbebenfest sein. Rund 932 Mio. US$ wird die eigentliche Unterwasserverbindung kosten, die genau genommen nicht die Wasserstraße selbst, sondern das Marmara-Meer an der südlichen Einfahrt der Meerenge unterquert. In einer Tiefe von 55 Meter unter der Wasseroberfläche wird eine 1,4 km lange Betonröhre zukünftig den tiefsten Unterwassertunnel der Welt bilden.
Zu dem Projekt gehört darüber hinaus auch der Ausbau der bestehenden Bahnverbindungen auf beiden Seiten des Bosporus. Mit dem Istanbul Strait Rail Tube Crossing Project und dem Marmaray-Tunnel können bis zu 150.000 Passagiere pro Stunde den Bosporus unterqueren, wenn in jeder Richtung alle zwei Minuten ein Zug eingesetzt wird. Die Japanische Bank für Internationale Zusammenarbeit wird Kredite für den Bau des Tunnels bereitstellen, während die Europäische Investitionsbank (EIB) die Verbesserung des Schienennetzes in den Vororten von Istanbul finanziert. Die Kosten für das Projekt sind insgesamt mit rund 2,5 Milliarden US$ veranschlagt, den Zuschlag erhielt das japanisch-türkische Konsortium Taisei-Kumagaigumi-Gama-Nurol. (Stuttgarter Zeitung)
Minen verhindern Betrieb
Mindestens 80 Millionen US$ werden benötigt, um die mühsame und riskante Arbeit der Minenbeseitigung auf der Benguela-Eisenbahn (CFB) abzuschließen. Bereits vor zwei Jahren wurde damit an der 1.347 km langen Bahn begonnen. Aber die Fortschritte gehen nur langsam voran. Dadurch kann möglicherweise das Ziel, die Bahn bis Jahresende wieder befahrbar zu machen, nicht erreicht werden. (IRJ)
Wieder in Betrieb
Die Uganda Railways Corporation gab bekannt, dass sie zunächst auf einem Teilstück der 509 km langen Strecke von Tororo nach Pakwach den Reise- und Güterzugverkehr wieder aufnehmen will. Wegen der Unruhen im Norden von Kampala hatte hier jeglicher Zugverkehr für 15 Jahre still gestanden. Im ersten Schritt wird der 56 km lange Abschnitt Tororo - Mbale wie-dereröffnet. Als nächstes sollen die 378 km bis Gulu folgen. (IRJ)
Garratt-Revival
Die Zustände in Zimbabwe nehmen dramatische Formen an. Nachdem in den meisten Ballungsräumen der öffentliche Nahverkehr auf Schiene und Straße wegen knapper Treibstoffreserven stark eingeschränkt oder sogar eingestellt wurde, haben die Minibusfahrer mit drastischen Preiserhöhungen nachgezogen. Den Pendlern bleiben kaum Alternativen. Selbst der Umstieg aufs Fahrrad ist kein Ausweg, da nach Zeitungsmeldungen aus Harare die Zahl der bewaffneten Raubüberfälle auf Zweiradfahrer in besorgniserregendem Maße zugenommen hat. In diesem Zusammenhang werden die Forderungen nach Wiedereinführung der eingestellten öffentlichen Verkehrsmitteln immer lauter.
Aus Bulawayo kommt nun eine Meldung, die angesichts der oben geschilderten Verhältnisse durchaus plausibel erscheint. Seit dem 16. März 2004 werden die Pendlerzüge nach Luveve und Emganwini mit Dampfloks gefahren. Zum Einsatz kamen bisher die Loks 395 (Class 15), 612 (Class 16A) und 730 (Class 20). Die Züge werden aus etwa zehn Wagen gebildet. Montags bis Freitags verkehren Vormittags und Nachmittags jeweils zwei Zugpaare pro Zielort, an Samstagen ein Zugpaar. Ein Ende dieser Maßnahme ist nicht absehbar.
Neben der Bespannung von Personenzügen stellt das Dampflokdepot von Bulawayo auch weiterhin die Maschinen für die bekannten Verschub- und Übergabeleistungen. Das Ausbesserungswerk führt derweil ein von der Regierung finanziertes Programm zum Austausch von Kesselrohren und anderen Bauteilen durch, allerdings mit verminderter Kapazität aufgrund von Personalmangel. Nach Abschluss der Maßnahmen sollen etwa zehn Garratts für die kommenden Jahre betriebsfähig zur Verfügung stehen. (Internet Rob Dickinson)
Wenig Fahrgäste in Shanghai
Der in Shanghai zwischen dem Flughafen und dem Wirtschaftszentrum Pudong verkehrende Transrapid ist alles andere als ausgelastet: Von 440 Sitzplätzen sind durchschnittlich nur 75 belegt. Die Betreibergesellschaft musste deshalb den Fahrpreis um ein Drittel senken, und zwar von umgerechnet rund 7,50 auf rund 5 € pro Fahrt (weitere 20 % Rabatt gibt es für Fluggäste mit Flugschein). Hin- und Rückfahrt sind jetzt für gut 8 € zu haben. (FAZ)
Siemens punktet in Indien
Die Lieferung der elektrischen Ausrüstung bei 170 dreiteiligen Vorortzügen im Wert von 101 Mio. € hat Siemens an Land gezogen. Die neuen Züge werden im westindischen Mumbai (früher Bombay) zum Einsatz kommen. Ihre Komponenten werden für zwei Stromsystem ausgelegt sein: das gegenwärtig noch genutzte 1.500-Volt-Gleichstromsystem und das zukünftige Wechselstromsystem mit 25 kV / 50 Hz. (NaNa)
Güterzug explodiert
51 Waggons eines mit Benzin und Chemikalien beladenen Güterzugs machten sich am 18. Februar in Abu Muslim im Nordosten Irans selbstständig, rollten 20 Kilometer weit, entgleisten, gerieten in Brand und explodierten schließlich. Mit Planierraupen und Kränen arbeiteten sich die Einsatzkräfte am nächsten Tag durch die Trümmer am Unglücksort 30 Kilometer westlich von Neischabur (Nordost-Provinz Khorassan). Das Unglück forderte über 320 Menschenleben, weitere 460 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Toten befand sich auch Stadtgouverneur Modschtaba Farahmand-Neku, der wie andere Behördenvertreter an den Unfallort geeilt war und dort bei Explosionen ums Leben kam.
Als Ursache wurde Fahrlässigkeit oder Bremsversagen vermutet, ließ der Provinzgouverneur Hassan Rasuli wenig später verlauten. (Frankfurter Rundschau)
Superpünktliche Shinkansen-Züge
Die japanischen Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge haben im vergangenen Jahr angeblich nie mehr als 12 Sekunden Verspätung gehabt (im Jahr davor maximal 18 Sekunden). Das reicht dem Bahnunternehmen aber noch nicht; man will die Unpünktlichkeit möglichst auf Null reduzieren! Zum Vergleich: Bei der DB gelten um weniger als fünf Minuten verspätete Züge noch als pünktlich. Da in Japan z.B. zwischen Tokio und der zweitgrößten Stadt Osaka die Züge im Abstand von wenigen Minuten fahren, würden größere Verspätungen ein Chaos bewirken - allein zwischen diesen beiden Metropolen verkehren jährlich 160.000 Shinkansen. (FAZ)
Zugausfälle wegen Überfällen
Nach mehreren Überfällen marodierender Banden stellte die Staatsbahn Anfang 2004 den Personenverkehr auf den Strecken Battambang - Sisophon - O'Chreau und Phnom Penh - Sianoukville (Kompong Som) ein. Zwischen Phnom Penh und Battambang verkehrt noch jeden zweiten Tag ein Zug. (Fahrplancenter)
Notstand ausgerufen
Am Nachmittag des 22. April kam es im Bahnhof von Ryongchon zu einer verheerenden Explosion, als ein Tankwagen beim Rangieren auf dem Bahnhof mit zwei Waggons voll geladen mit Ammoniumnitrat-Dünger kollidierte. Hierbei wurde ein Strommast der Oberleitung umgerissen, der einen Kurzschluss auslöste. Das Gelände um den Bahnhof sah danach aus wie nach einer Bombardierung. Die Zerstörungen und Beschädigungen von Wohnhäusern und anderen Gebäuden erstreckten sich über einen Umkreis von fast vier Kilometern. Nordkorea verhängte in der betroffenen Region den Notstand und kappte zunächst alle internationale Telefonverbindungen in das Gebiet.
Die Behörden bestätigten bislang 154 Tote, darunter 76 Grundschulkinder. Mehr als 1.300 Menschen wurden verletzt, rund 10.000 verloren ihr Dach über dem Kopf. Internationale Hilfsorganisationen beschrieben die Versorgung der Opfer auch knapp eine Woche nach dem Unglück noch als katastrophal. Es wurden dringend Medikamente, Lebensmittel und Decken für die Tausenden Verletzten und Obdachlosen benötigt, hieß es. (FAZ)
Neubaustrecke in Betrieb
Am 1. April begann das Hochgeschwindigkeitszeitalter in Südkorea mit Inbetriebnahme gut 250 km langen Neubaustrecke zwischen Seoul und Daegu. Mit planmäßig bis zu 300 km/h verkehren nun die neuen, vom TGV abgeleiteten Korea Train Express (KTX) von Seoul nach Pusan und Mokpo. Die KTX bestehen aus zwei Triebköpfen sowie 18 Mittelwagen und bieten 935 Fahrgästen Platz. Bei der Neubaustrecke wechseln sich in weiten Teilen Brücken und Tunnels in schneller Folge ab. Auch auf ebenen Streckenabschnitten verläuft sie oft aufgeständert.
Im Endzustand sollen 82 Züge in jeder Richtung unter der Woche zwischen Seoul und Pusan verkehren, an Wochenenden erhöht sich diese Zahl auf 92. Der Fahrzeitgewinn beträgt 90 Minuten, die KTX legen die 410 km lange Strecken in nur 2 Stunden und 40 Minuten zurück. (RD)
Tasrail wechselt den Besitzer
Am 25. Februar wurde der Verkauf des "Australian Transport Network" (ATN) an Pacific National (PacNat) bekannt gegeben. Inbegriffen sind hierbei der tasmanische Betreiber ATN Tasrail sowie ATN Access, welche vorwiegend im Getreidezugverkehr von Victoria und New South Wales tätig sind. Im Kaufpreis enthalten ist das gesamten Rollmaterial von Tasrail und ATN Access. Der Erwerb von ATN durch PacNat war letztendlich nur die logische Folge des vorhergehenden Ankaufs der neuseeländischen Tranzrail (teilweiser Ei-gentümer von ATN) durch die Toll Holding, einer der Inhaber von PacNat.
Gut einen Monat später, am 29. März, verkündete Freight Australias (FA) US-Eigentümer RailAmerica den Verkauf seiner Tochter an PacNat für 285 Mio. AUS. Vorbehaltlich der Zustimmung des Staates Victoria und der australischen Wettbewerbsbehörde soll Verkauf im zweiten Quartal über die Bühne gehen. Auch hier ist das gesamte Rollmaterial von Freight Australia im Verkaufspreis inbegriffen. (RD)
Melbourne setzt auf mehr Einheit
Die Aufsplittung des Melbourner S-Bahn- und Straßenbahnverkehrs auf verschiedene Betreiber hat seit dem 18. April ein Ende. An diesem Tag vereinigte Connex die Melbourner S-Bahnverkehre unter seinem Dach. Am gleichen Tag übernahm Yarra-Trams den gesamten Straßenbahnbetrieb. Voraus gegangen waren über ein Jahr währende Verhandlungen, nachdem im Dezember 2002 der vormalige Betreiber National Express überraschend seine Franchise-Verträge gekündigt hatte.
Gleichzeitig gab ALSTOM Australia bekannt, zukünftig im Rahmen eines neuen Joint Venture mit Connex den Unterhalt von Infrastruktur und Rollmaterial des vereinigten Melbourner S-Bahnnetzes durchzuführen. (RD)
Auckland setzt auf Connex
Zum 1. Juli dieses Jahres übernimmt das global operierende, französische Verkehrsunternehmen Connex den dieselbetriebenen Vorortverkehr in Auckland. Bahnhöfe und Rollmaterial bleiben allerdings im Eigentum der öffentlichen Hand. In Auckland kommen derzeit auf den drei S-Bahnlinien noch Dieseltriebwagen zum Einsatz, die ihre Karriere einst im westaustralischen Perth begannen. (RD)
Buenos Aires - Bariloche im "Tren Crucereo"
Nach Mitteilung des Fahrplancenter in CH-Steinen soll ab Juli 2004 ein Zug der argentinischen Eisenbahngesellschaft SE-FEPA die Strecke Buenos Aires - San Carlos de Bariloche wieder durchgehend befahren.
Voraussichtlich wird zunächst der "Tren Crucero" mit Schlaf-, Pullman-, Speise- und Kinowagen diese Aufgabe übernehmen, und zwar vorerst einmal pro Woche. Ab Dezember will man ein weiteres Zugpaar wöchentlich auf die Strecke schicken und das Angebot später auf bis zu fünf Zugpaare erhöhen. (Volta o Trem/FlB, S. Rachdi)
Bahninvestitionen
Die Bahngesellschaft Ferrovia Centro Atlantico hat für ein umfangreiches Bauprogramm, das sie kürzlich vorgestellt hat, erhebliche staatliche Mittel bewilligt bekommen. Die Projekte betreffen insbesondere Umfahrungen von Städten wie Belo Horizonte, Montes Claros und Vila Velha sowie Cachoeira und Sao Felix / Bahia. Ein Teil der Gelder ist vom Transportministerium bereits ausgezahlt worden.
Ein weiteres großes Projekt, für das aber noch kein Geld genehmigt wurde, ist die "Variante da Serra do Tigre". Hier soll auf einer mehr als 300 km langen Strecke von Ibia nach Sete Lagoas außer Belo Horizonte auch die Serra do Tigre umfahren werden. Ein anderes von der brasilianischen Bundesregierung unterstütztes Vorhaben betrifft die Anbindung verschiedener Streckenabschnitte (wie Cabo bei Recife und Propria bei Sergipe) an die Verbindung Recife - Fortaleza - Sao Luis. (Volta o trem/FlB, S.Rachdi)
"Dorado de los Andes" ab Arica?
Die Strecke von Arica in Nordchile nach Visviri / Bolivien wird derzeit von zwei bis drei Güterzügen wöchentlich befahren. Da auch die EFE-Bahnverwaltung mit dieser schlechten Streckennutzung nicht zufrieden ist, könnte es in absehbarer Zeit zur Einführung eines Touristenzuges kommen; möglicherweise fährt dann der "Dorado de los Andes" (der "Goldene Andenzug") wieder. Ein touristischer Zugverkehr von Arica bis Viacha bei La Paz könnte für die Betreiber durchaus lukrativ werden. (Volta o Trem / FlB, S. Rachdi)
Staatsbahn endgültig eingestellt
Um die Jahreswende 2003/04 ist die Nationalbahn von El Salvador, die FENA-DESAL, endgültig stillgelegt worden. Alle Fahrzeuge aus dem ganzen Land sollen inzwischen in die Hauptstadt San Salvador gebracht worden sein, wo sie einem ungewissen Schicksal entgegen sehen. Mancherorts seien bereits Schienen entwendet und Bahngelände besetzt worden. Rund ein Drittel des Bahnpersonals ist bisher nicht entlassen worden. An die Privatisierung der staatlichen Bahn sei nicht zu denken, da nur minimale Einnahmen zu erwarten wären. Die Häfen Cutuco und Acajutla wurden zuletzt nur noch alle paar Monate von Güterzügen angefahren. Die Waggons konnten nur teilweise beladen werden, da sowohl sie als auch die Gleise wegen erheblicher technischer Mängel schwerere Gewichte nicht mehr ausgehalten hätten. (Volta o Trem/FlB, S.Rachdi)
Neuer Zug Oaxaca - Cuicatlan
Eine erfreuliche Meldung kommt aus dem Süden Mexikos: Dort hat die Ferrocarril del Sur im Zusammenwirken mit örtlichen Behörden auf der 115 km langen Strecke Oaxaca - Cuicutlan den Personenzugverkehr wieder aufgenommen. Zuvor mussten Streckenabschnitte wegen Hochwasserschäden ausgebessert werden. Die genannte Verbindung wird dreimal wöchentlich bedient; der jeweils gut besetzte Zug besteht aber nur aus einem oder zwei Wagen. Früher fuhr er bis Tehuacan durch. Einmal pro Woche fährt weiterhin auch ein Zug von Ixtepec bis an die guatemaltekische Grenze bei Tapachula. Weniger erfreulich ist hingegen die Nachricht, der zufolge zwischen Coatzacoalcos und Palenque, wo außer Gütern auch Personen befördert worden sind, Ende 2003 der Bahnverkehr ohne Vorankündigung eingestellt wurde. (Volta o Trem/FlB, S.Rachdi)
Strecke verschüttet
Bei Erdrutschen am Ostersamstag nahe der Inka-Festung Machu Picchu in den peruanischen Anden wurden elf Menschen getötet. Etwa 1.500 Touristen saßen fest; rund 150 wurden mit Hubschraubern ausgeflogen.
Einer der Erdrutsche, die von schweren Regengüssen ausgelöst worden waren, begrub mehrere Häuser des Ortes Aguas Calientes unter sich. Ein zweiter Erdrutsch unterbrach mit mehreren 200 bis 300 Tonnen schweren Felsbrocken die Bahnlinie von Aguas Calientes zur historischen Inka-Hauptstadt Cuzco und isolierte damit die Touristenmassen von der Außenwelt. Nachdem die Strecke provisorisch repariert war, konnten die Besucher zu Fuß ihre Züge wieder erreichen. Touristen kamen nach offiziellen Angaben nicht zu Schaden. (Frankfurter Rundschau)
Ultraschnelle "Magnetwasserbahn"
US-Forscher planen eine Magnetschwebebahn von London nach New York, die mit 7.400 km/h durch den Atlantik düst und die Strecke in 55 Minuten bewältigt.
Im Modell sieht die Sache eigentlich ganz einfach aus: 100 Meter unter der Meeresoberfläche soll der Unterwasser-Express durch den Atlantik rasen, als extrem beschleunigter Zug durch einen schwimmenden Tunnel (5.000 km lang). Der besteht aus dichtem, elastischem Stahl, wird mit Metallketten im Meeresboden verankert und enthält im Inneren ein Vakuum. Mit Pumpen wird jeder Luftrest abgesaugt.
Diese Vision entstammt den Köpfen der Meeresingenieure Ernst Frankel und Frank Davidson, ehemalige Forscher am renommierten "Massachusetts Institute of Technology" (MIT). Theoretisch glauben die beiden Experten, alle Gefahren überlistet zu haben: Der gewaltige Druck in den Tiefen des Ozeans ist bei 100 Metern noch kein Problem. Auch Strömungen unter Wasser können die Tunnelröhre nicht umschmeißen, weil die im Meerboden verankerten Ketten sich der Strömung anpassen. Und wenn der Zug die Schallgeschwindigkeit überschreitet, verhindert das Vakuum ein explosionsartiges Auseinanderbrechen des Tunnels.
Auf 88 bis 175 Milliarden Dollar schätzen die Forscher die Baukosten der maritimen U-Bahn. "An die 175 Milliarden kann man getrost eine Null dranhängen", vermutet Hans Amann von der Technischen Universität Berlin. Der Professor für Meerestechnik hält den Unterwasser-Express theoretisch zwar für machbar, praktisch aber für so teuer, dass er Staaten in den Ruin triebe. Die Erfinder sind allerdings überzeugt: "Der transatlantische Tunnel wird kommen." Dass der Atlantik von Kabeln und Pipelines zwischen den Kontinenten durchzogen sei, hätte früher ja ebenfalls niemand für möglich gehalten. (Welt am Sonntag)
Zusammenstoß verhindert
Nur die Geistesgegenwart ihrer Lokführer verhinderte den Frontalzusammenstoß eines CSX-Güterzugs mit dem Amtrak-Zug 281 (New York - Niagara Falls) am 20. Februar um 17.15 Uhr bei Minoa, zehn Meilen östlich von Syracuse im Bundesstaat New York. Nachdem beide Lokmannschaften realisiert hatten, dass sie auf dem selben Gleis unterwegs waren, leiteten sie unverzüglich bei ihren Zügen eine Notbremsung ein, so dass die Züge noch rund 150 Meter voneinander entfernt zum Stehen kamen.
Keiner der 128 Amtrak-Passagiere wurde verletzt. Auch die Zugpersonale kamen mit dem Schrecken davon, obwohl die CSX-Lokmannschaft sogar noch abgesprungen war. Ursache ganzen des Malheurs war ein überfahrenes Stoppsignal durch den Amtrak-Zug. (TRAINS)
Miami investiert in Schienenverkehr
Mehrere hundert Mio. $ sollen bis 2012 in den Ausbau des Schienenverkehrs fließen: Geplant sind die Verlängerung der einzigen Metrolinie nach Norden und Süden, neue Strecken zur Florida International University in Tamiami und zum Flughafen sowie eine Stadtbahnstrecke nach Miami Beach. Im Regionalverkehr der neugegründeten South Florida Regional Transportation Authority (bisher u.a. Tri-Rail) gehören neue Vorortstrecken, komplett zweigleisiger Streckenausbau zwischen Miami und West Palm Beach sowie die Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge zum Programm. (NaNa)
Stadtbahn fährt vorerst nicht
Eigentlich hätte dieses Frühjahr der erste, acht Meilen lange Abschnitt der neuen Stadtbahn von Minneapolis eröffnet werden sollen. Doch ein am 4. März beginnender Streik der städtischen Busfahrer und zukünftigen Stadtbahnführer ließ die Inbetriebnahme ins Nirwana fallen. Der Streikgrund war eigentlich ziemlich lapidar, es ging um gestrichene Ruhestandsvergünstigungen bei der Gesundheitsvorsorge für Fahrzeugführer, die nach dem 2. Januar 2004 eingestellt wurden. Die Metro Transit von Minneapolis begründete diesen Schritt mit den steigenden Kosten im Gesundheitswesen.
Im Moment steht ein genauer Eröffnungstermin in den Sternen. Klar ist nur, dass die gesamte, zwölf Meilen lange Stadtbahnstrecke von Minneapolis´ Zentrum ü-ber Snelling zum Vorort Bloomington und dem dortigen Super-Einkaufszentrum "Mall of America" bis 31.12.2004 in Betrieb sein muss. Sonst gehen die bundesstaatlichen Zuschüsse flöten. (TRAINS)
11.000 Euro durch die Zugtoilette
Ein Pfälzer, der mit der Bahn in einem niederländischen Zug unterwegs war, um im Nachbarland ein neues Auto zu kaufen, hatte großes Pech. Auf der Zugtoilette waren ihm 11.000 € aus seiner Kleidung gefallen und wurden durchs Klo hinunter gespült. Der Schaffner des folgenden Zuges, der alarmiert worden war, fand 4.000 € an der Strecke, der unglückliche Autokäufer weitere 1.000 €. Der Rest war wohl von weniger ehrlichen Leuten behalten worden. (Münchner Merkur)
Führerlos durch Israel
Anfang April geschah in Israel Folgendes: Ein Alstom-Wendezug war auf seinem Weg von Nahariya nach Tel Aviv. Als der Zug sich Atlit (19 km südlich von Haifa) näherte, verließ der Lokführer, der allein im Steuerwagen saß, nach Zeugenaussagen schnellen Schrittes seinen Führerraum und rannte zur nächstgelegenen Toilette. Derweil eilte der Zug mit 130 km/h in Richtung Süden. Als der Lokführer nach kurzer Zeit zu seinem Führerraum zurückkehrte, fand er zu seinem Erschrecken die Tür verschlossen. Eine elektrische Sicherung hinderte ihn daran, sie zu öffnen. Was tun? Der Lokführer rannte zurück in den Fahrgastraum und zog eilig die Notbremse - wodurch er jetzt Panik unter den Fahrgästen erzeugte.
Die Generaldirektion der Israel Railways suspendierte den Lokführer noch am selben Tag vom Dienst und ließ untersuchen, mit welchen technischen Tricks er es geschafft hatte, Sifa und Indusi auszuschalten. Nachdem das geklärt war - die Details wurden nicht verraten - wurde der Lokführer endgültig gefeuert. Der richtige Weg - so wurde in der einberufenen Pressekonferenz erläutert - wäre gewesen, den Fahrdienstleiter über Funk zu informieren; dann hätte er einen Halt einlegen können. (Aharon Gazit)
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