Nachrichten 4/2004


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Das Letzte


Europäische Union [4/2004]

Europäische Eisenbahnagentur
Das "Transeuropäische Verkehrsnetz" umfasst etwa 78.000 Schienenkilometer (und 75.000 km Straßen). In der Arbeitsgruppe "TEN-V" haben die EU-Mitgliedsstaaten und Beitrittsländer Vorschläge entwickelt, wie die Netze reformiert werden sollen. Etwa 50% der vorrangigen Vorhaben entfallen auf Mittel- und Osteuropa. Die Bauarbeiten sollen spätestens 2010 beginnen und zehn Jahre später fertig sein. Zu den wichtigsten Projekten gehört die Schienenstrecke von Lyon über Koper und Ljubljana nach Budapest sowie von der griechisch-bulgarischen Grenze über Sofia und Prag nach Nürnberg. Insgesamt wird die Erneuerung des Netzes nach Berechnungen der EU-Kommission mehr als 600 Mrd.€ kosten.
Nach Mitteilung der Europäischen Investitionsbank (EIB) wurden bereits von 1990 bis Mitte November 2003 knapp elf Mrd. € in die Verkehrsentwicklung in Mittel- und Osteuropa investiert. Am stärksten haben Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien davon profitiert. Zurzeit finanziert die EIB eine Fülle von Projekten im Transeuropäischen Netzwerk. Der Großteil der hierfür aufgewendeten Kosten bleibt am Westen hängen: Vier Fünftel bringen westliche Geldgeber auf. (HN)


Belgien [4/2004]

Tunneldurchschlag
Auf der im Bau befindlichen Hochgeschwindigkeitsstrecke Aachen - Lüttich konnte am 20. Oktober der Durchschlag des 6.530 m langen Soumagne-Tunnels gefeiert werden. Die Gleisbauarbeiten sollen im Herbst 2005 abgeschlossen sein. 2007 kann die ganze Strecke in Betrieb gehen. (TME)


Großbritannien [4/2004]

Großauftrag an Meiningen
Der A 1 Locomotive Trust hat die Dampflokwerke Meiningen mit dem Neubau des Kessels für die Lok 60163 "Tornado" beauftragt. Der Trust verfolgt das Ziel, eine Schnellzugdampflok der Baureihe A 1 komplett neu zu bauen. Das letzte Exemplar dieser Baureihe war 1966 verschrottet worden.
Von den bisher durch Spenden eingegangen eine Million Pfund haben die Darlington Locomotive Works bereits das Fahrwerk der Lok aufgebaut. Für den Neubau des Kessels fand sich in England kein kompetenter Bewerber. Daher wurde der Auftrag nach langer Diskussion ins Ausland vergeben. Weitere 1,25 Millionen Pfund sind nötig, um den Kessel und die restlichen Bauteile der Neubaulok zu finanzieren. (AI)

Vom Zuckerfeld in den Herrenpark
Die letzte in England gebaute Dampflok wurde 1971 nach Indonesien ausgeliefert. Dort konnte man sie als Lok Nr. 4 der Zuckerfabrik Trangkil noch bis 2002 im Einsatz erleben. Nach Stilllegung der Strecken in die Zuckerfelder bemühte sich die Herstellerfirma Hunslet um einen Rückkauf und war damit im letzten Jahr erfolgreich.
Im Altersdomizil des ehemaligen Chairman von Hunslet, Graham Lee, findet die Lok nun eine neue Heimat. Die neuen Besitzer errichten einen zwei Meilen langen Rundkurs durch den weitläufigen Park um einen künstlichen See herum. Die "Statfold Barn Railway" ist der Öffentlichkeit allerdings nur bei besonderen Gelegenheiten zugänglich. Neben der Trangkil 4 ist eine weitere Hunslet-Dampflok aus dem Jahr 1944 vorhanden. Zwei weitere Loks des Herstellers Orenstein & Koppel, darunter eine Mallet, sollen in Kürze aus Java folgen. (AI)

Schnelle West Coast Main Line
Seit dem 27. September verkehren die Züge zwischen London und Birmingham, Liverpool sowie Manchester deutlich schneller, nachdem der erste modernisierte Teilabschnitt der "West Coast Main Line" fertig gestellt werden konnte. Die Bedienung erfolgt nun durch 53 "Pendolini" mit Geschwindigkeiten von bis zu 125 mph. Das weitere abschließende Modernisierungsprogramm ermöglicht dann höhere Geschwindigkeiten bis nach Glasgow. Mit dem Abschluss der Arbeiten wird Ende 2005 gerechnet.
Kurz vor Betriebseröffnung fand am 21. September eine bemerkenswerte Rekordfahrt zwischen London und Manchester statt, als ein Pendolino die 184,5 Meilen lange Strecke in 1 Std. 53 Min. 52 Sek. und damit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 97 Meilen/h zurücklegte. Für die Rückfahrt nach London benötigte der Zug sogar noch 14 Sekunden weniger. Als Triebfahrzeugführer fungierte Tommy Farr, ein bekannter Eisenbahnfan und auf allen Gleisen der Welt zu Hause. Sein Chef, Sir Richard Branson, Vorstandsvorsitzender der "Virgin Trains" und der Virgin Holding bezeichnete in seiner Rede vor der Rekordfahrt den "neuen" Verkehr mit Neigezügen "als vielleicht das beste Eisenbahnsystem der Welt". Damit wird auch klar, warum der britische "Boss" Tony Blair Sir Branson als seinen "Lieblings-Unternehmer" tituliert. (ET)

Welsh Highland Railway
Die Finanzierung des kompletten Wiederaufbaus der Welsh Highland Railway (WHR) in Höhe von 10,5 Mio. Pfund ist gesichert. 1,3 Mio. Pfund steuerte das Land Wales bei, 3,7 Mio. kamen vom "Europäischen Regionalen Entwicklungsfond", weitere 5 Mio. gingen auf das Konto begüterter, meist anonymer Spender und die restlichen 500.000 Pfund konnten über den Verkauf von Anteilsscheinen aufgebracht werden.
Schon 1939 war die WHR stillgelegt worden. Für ihre Wiederauferstehung sind vor allem auch die Bemühungen der benachbarten Festiniog Railway verantwortlich gewesen. Heute sind immerhin schon knapp die Hälfte der in 610 mm Spurweite ausgeführten WHR wieder aufgebaut, weiche einst über 40 Meilen lang von Carnarvron nach Portmadoc führte und dort an die Festiniog Railway anschloss. Von Carnarvon nach Dinas benützt heute die schmalspurige Museumsbahn die Trasse der früheren, ebenfalls längst stillgelegten L&NWR-Normalspurstrecke nach Afonwen. Ab Dinas benutzen die Museumsgleise die alte WHR-Trasse und enden derzeit in Waunfawr and Rhyd Ddu, gleichzeitig höchster Punkt der ehemaligen WHR. Dieser Abschnitt war erst letztes Jahr von Prinz Charles eröffnet worden. Seither verzeichnete die WHR einen Anstieg der Fahrgastzahlen um über 50 % und befördert nun rund 50.000 Passagiere im Jahr. Der noch brach liegende Abschnitt nach Beddgelert und weiter über den AberglasIyn Pass nach Portmadoc durchquert die spektakulärste Szenerie der ganzen Strecke. Seine Fertigstellung ist für Ende 2008 geplant, die Eröffnung soll im Frühjahr 2009 erfolgen.
Für den Betrieb stehen der Museumsbahn im Moment zwei ehemalige SAR-Garratts der Baureihe NGG16 zur Verfügung. Zusammen mit weiteren, derzeit noch abgestellten oder mit noch zu importierenden Maschinen werden sie auch zukünftig das Rückgrat des Museumsbetrieb bilden. Zwei ex-SAR-Loks der Baureihe NG15 mit der Achsfolge 1'D1' warten ebenfalls auf ihre Wiederaufarbeitung. Dazu sind noch einige Dieselloks vorhanden. Das unbestrittene Juwel ist jedoch die erste Garratt der Welt, die K 1 der tasmanischen Staatsbahn, welche vor einigen Jahren zunächst im nationalen Eisenbahnmuseum eine neue Heimat gefunden hatte. Die Festiniog Railway leitete schließlich ihre betriebsfähige Wiederaufarbeitung in die Wege. Ihre Radsatzlast erwies sich allerdings zu hoch für die Festiniog Railway und so kommt sie eben auf der WHR zu neuen Ehren. (ET)

Kanaltunnel
Das Unternehmen Eurotunnel leidet seit Jahren unter der Konkurrenz der Fährbetreiber und hat durch sehr hohe Preise seit 2000 rund 25 Prozent des TransportVolumens im Passagier-Sektor verloren. Auch die Nutzung des Shuttle-Zuges durch Lastkraftwagen führt bei weitem nicht zu einer Auslastung der vorhandenen Kapazitäten. Im 3. Quartal 2004 sank der Umsatz im Lkw-Bereich sogar um 4 %. Der Anteil am Ärmelkanalgeschäft verringerte sich dabei gegenüber anderen Transporteuren auf 38 %. (Auto-Reporter / VR)


Moldawien [4/2004]

Zugverkehrsblockade
Die moldawische Teilrepublik Transnistrien hat bei Tighina tagelang eine Bahnlinie gesperrt. Betroffen waren außer dem Inlandsverkehr auch internationale Fernzüge. Die abtrünnige Region reagierte mit der Sperrung auf wirtschaftliche Sanktionen in Form von Zollblockaden, die Moldawien zuvor gegen Transnistrien verhängt hatte. Die überwiegend von Russen und Ukrainern bewohnte Republik Transnistrien betrachtet sich selbst als unabhängig, wird jedoch international nicht anerkannt. (MDZ)


Niederlande [4/2004]

Fahrgastschwund Zählte NS Reizigers 2002 noch 14,3 Milliarden Fahrgast-km, so lautete die Zahl für 2003 nur noch 13,8 Milliarden. Eine Ursache wird in der 4,9-prozentigen Fahrpreiserhöhung gesehen. Diese sorgte allerdings trotz des Fahrgastschwunds für erhöhte Einnahmen. Nun wartet man mit Spannung auf das Ergebnis für 2004. (TME)


Russland [4/2004]

Züge nach Nordsibirien
Am 28. August eröffnete der Vizepräsident der Russischen Eisenbahnen Wladimir Jakunin ein weiteres Teilstück der Nordsibirienstrecke nach Jakutsk. In Tommot gab er dem ersten Reisezug nach Moskau das Abfahrsignal. Damit war ein weiterer 360 km langer Abschnitt der Bahn von Berkakit nach Jakutsk in Betrieb genommen. Diese ist nach Fertigstellung - für 2010 erwartet - 830 km lang und stellt eine Verlängerung der Bahn vom Verzweigungsbahnhof Bamowskaja an der Transsib dar, die in Tynda die BAM kreuzt. Ab Berkakit wird sie von der Regionalgesellschaft Jakutsker Eisenbahn Co. (OAO ZDY) betrieben. Diese war und ist auch für den Bau zuständig. Die Gesellschaft besitzt sechs Doppelloks 2TE-10M und verfügt über einen Personalbestand von 600 Menschen. Man will jährlich neben den Reisezügen fünf bis sieben Millionen Tonnen Fracht transportieren, die vor allem auf die BAM übergehen. (TME)


Schweden [4/2004]

"Kustpilen" entgleist Bei einem schweren Zugunglück kamen am 10. September am Rande der ostschwedischen Stadt Kristianstad mehrere Reisende ums Leben. Nach Angaben der Polizei stieß der vor allem mit Kindern und Jugendlichen voll besetzte Regionalzug mit einem Lastwagen zusammen und entgleiste. Zwischen 30 und 40 Passagiere wurden mit teilweise schweren Verletzungen in das Krankenhaus von Kristianstad in Schwedens südlichstem Bezirk Skane (Schonen) gebracht.
Augenzeugen berichteten, dass der Fahrer eines mit Holz beladenen Sattelschleppers den Bahnübergang vier Kilometer nördlich von Kristianstad trotz sich schon senkender Schranke noch überqueren wollte. Durch die Wucht des Zusammenstoßes entgleisten alle drei Wagen des aus Karlskrona kommenden Regionalzugs "Kustpilen" mit den insgesamt etwa 80 Reisenden. Der vordere Wagen wurde völlig zerstört und kippte auf die Seite. In einer Schule in der Nähe des Unfallorts richteten die Behörden ein Krisenzentrum zur Betreuung der unverletzt gebliebenen Passagiere durch Psychologen ein. (StZ)

Zweigleisig gegen Opel
Wie man im Zuge der Globalisierung Standorte gegeneinander ausspielt, demonstriert der Konzern General Motors recht anschaulich am Beispiel seiner Tochterunternehmen Opel (Rüsselsheim, Bochum u.a. in Deutschland) und Saab (Trollhättan in Schweden). Die schwedische Regierung hat nun ein Maßnahmenpaket angekündigt, um den Standort Trollhättan gegen die Konkurrenz zu stärken. Dazu gehört neben dem vorgezogenen Bau der Autobahn zwischen Göteborg und Trollhättan auch der zweigleisige Ausbau der Eisenbahnstrecke zwischen beiden Städten, um deren Kapazität im Frachtverkehr zu erhöhen. (AI)


Spanien [4/2004]

Vossloh verhandelt mit Alstom
Die Vossloh AG steht in Verhandlungen mit dem Alstom Konzern über den Verkauf des Diesellokomotiven-Werkes in Valencia, Spanien. Eine Vertragsunterzeichnung wird für Oktober erwartet. Vossloh entwickelt und produziert über die Tochtergesellschaft Vossloh Locomotives GmbH am Standort Kiel, der früheren MaK, zwei- bis vierachsige dieselhydraulische Lokomotiven niedriger und mittlerer Leistungsklassen und hat sich in diesem Segment als Marktführer etabliert. Alstom Valencia, früher MACOSA, stellt u.a. dieselelektrische Lokomotiven her, bei denen der Antrieb von General Motors stammt. (Pressemitteilung Vossloh)

Kampf gegen Windmühlen
Einen bemerkenswerten Zug lässt die RENFE in den Frühjahrs- und Herbstmonaten ab/bis Madrid-Atocha verkehren. Die nur 30 km entfernt liegende "WeItkulturstadt" Alcala de Henares ist das Ziel. Theatervolk mit Mägden, Sancho Pansa und dem Ritter von der traurigen Gestalt beleben den Zug und unterhalten die Reisenden. Nur der Esel und der Klappergaul fehlen, die wären allerdings auch schwierig unterzubringen. Kuchen und Getränke werden kredenzt. In Alcala werden vom Schauspielervölkchen weitere Szenen aus dem Leben des Windmühlenkämpfers geboten. Selbst Königin Isabella und Kolumbus werden aus der Kruft gezerrt. Klingt alles sehr sehenswert, wer von der Lesern zur passenden Zeit vor Ort ist: Ein Bericht mit Fotos würde die Redaktion brennend interessieren ...
Der Zug des Don Quijote (offiziell: "Tren de Cervantes") verkehrt Oktober bis Dezember und dann wieder Anfang April bis Ende Juni. Abfahrt ist samstags und sonntags um 11 :00 Uhr, eine Fahrkarte kostet 15 EUR. (KWK)


Slowenien [4/2004]

Neues Bahn-Infozentrum
Am Bahnhof von Ljubljana wurde Ende Oktober ein Infozentrum eröffnet, das Bahnreisenden schneller und erfolgreicher als bisher Auskünfte erteilen soll. Das Infozentrum ist einer der Punkte im Rahmen des Projekts zur Verbesserung der Dienstleistungen im Bahnreiseverkehr der Slowenischen Eisenbahnen. (Slowenische Tourismuszentrale)


Zimbabwe [4/2004]

Dampfeinsatz beendet, Chaos bleibt. Der Einsatz von Dampflokomotiven vor den Vorortzügen von Bulawayo sorgte im Frühjahr dieses Jahres für Aufsehen unter den Eisenbahnfans. Anfang Juni war diesbezüglich wieder Normalität eingekehrt, die Züge wurden mit Dieselloks gesichtet. Dampfloks sind weiterhin im Rangierdienst von Bulawayo eingesetzt, allerdings waren hierfür im Juni nur zwei Maschinen betriebsfähig.
Während sich die Versorgung mit Treibstoff offenbar verbessert hat, kämpft die Staatsbahn NZR an anderer Stelle unverändert mit den Folgen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Zusammen mit den staatlichen Gesellschaften für Elektrizität und Telefon ersuchte sie die Regierung um Rücknahme die Lizenzen für den privaten Handel mit Kupfer. Allein der Bahn entsteht monatlich ein Schaden von umgerechnet etwa 40.000 € durch demontierte und gestohlene Leitungen.
Ein Zeitungskorrespondent berichtet von einem Nachtzug, der wegen Signalstörung drei Stunden in einem Unterwegsbahnhof aufgehalten wurde. Der Stationschef erklärte den aufgebrachten Fahrgästen, das ein kleiner Dienstzug die Strecke abfahren müsse, bevor der Express die Erlaubnis zur Weiterfahrt erhält. Der Speisewagen in dem überfüllten Zug war nicht bewirtschaftet, die Versorgung der Passagiere erfolgte durch mobile Alkoholverkäufer. Einen Service anderer Art erhielten zahlungskräftige Fahrgäste im Schlafwagen, wo Prostituierte als Passagiere getarnt ihre Dienste anboten. (CRJ, Zimbabwe Independent)


China [4/2004]

Alstom liefert neue Fahrzeuge
Ein Auftragsvolumen von über 1 Mrd. € konnte Alstom in China ergattern. Die chinesische Staatsbahn bestellte 60 achteilige Regionalzüge und 180 Hochleistungs-Doppelelektroloks. Gebaut werden die Fahrzeuge in Zusammenarbeit mit der Changchun Railway Co., der größte Teil davon in China. Die Triebwagen basieren auf der Pendolino-Technik für die Wagenkästen, werden allerdings ohne Neigetechnik geliefert. Die Züge sind 200 km/h schnell und sollen ab 2007 eingesetzt werden. (NaNa)


Indien [4/2004]

U-Bahn Neu Delhi
Zwei Jahren nach Fertigstellung einer oberirdischen S-Bahn zur Verkehrsentlastung im chronisch verstopften Neu Delhi geht zum Jahresende auch die erste U-Bahn in Betrieb. Der Baubeginn erfolgte 2001, die erste Stufe (von insgesamt vier) ist kurz vor der Fertigstellung. Im Endstadium soll das Netz 245 km unter der Erde umfassen. 60 km überirdisch sind bereits verlegt. Einer der Standardfehler wird vermieden: die Fahrpreise werden nur unwesentlich (1 Rp bei 30 Rp Kosten = ca. 0,55 EUR) über den Buspreisen liegen.
Einen sicher bei der Planung und Ausführung wichtigen Nebeneffekt hat das Projekt: Die U-Bahn ist so ausgelegt, dass sie sich im Kriegsfall als Luftschutzbunker verwenden lässt. (Spiegel 44/2004)


Argentinien [4/2004]

Neuordnung für Fernzüge
Staatspräsident Kirchner hat per Dekret am 27.9.2004 verfügt, dass der Personenfernverkehr auf der Schiene wieder Staatsaufgabe sein soll und nicht mehr in die Zuständigkeit der Provinzen fällt. Sein Vorgänger Menem hatte diesen den Provinzregierungen überlassen, was zu katastrophalen Zuständen im Bahnfernverkehr geführt hatte. Seit Herbst 2004 werden nun die Konzessionen wieder von Buenos Aires aus vergeben; dort beginnen auch die meisten Fernverkehrsstrecken, z.B. nach Bariloche, Mendoza, Cordoba und Tucuman. Die Konzessionsverträge zwischen der Regierung und den Bahnunternehmen werden nur erneuert, wenn die Konzessionäre sich verpflichten, entsprechend in die Bahnanlagen zu investieren. (Vo T / Fahrplancenter S. Rachdi)


Brasilien [4/2004]

Entgleisung aufgeklärt
Auf der auch touristisch interessanten Strecke Curitiba - Paranagua ist der Schienenverkehr nach einiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Es konnte festgestellt werden, dass die Entgleisung am Ponte Sao Joao durch einen defekten Güterwagen und nicht durch Schäden an der Infrastruktur eingetreten ist. Vor erneuter Inbetriebnahme mussten aber die in eine Schlucht gestürzten Waggons samt Soja-Fracht geborgen werden. (VoT / Fahrplancenter S. Rachdi)


Ecuador [4/2004]

Zu hohes Bahndefizit
Die ecuadorianische Regierung sieht für die Staatsbahn ENFE keine Zukunft mehr. Der Bahnbetrieb läuft zwar derzeit noch auf den bekannten Strecken ab Ibarra und San Lorenzo, am Wochenende auch zwischen Quito und Cotopaxi sowie dreimal wöchentlich zwischen Riobamba und Sibambe. Aber dabei werden nur geringe Einnahmen erzielt. Das monatliche Defizit beläuft sich hingegen auf rund zwei Millionen US-Dollar, zu viel für die Staatskasse. (Vo T / Fahrplancenter S. Rachdi)


Uruguay [4/2004]

Biodiesellok
In Paysandu / Uruguay kommt demnächst die erste mit Biodiesel betriebene Lokomotive in Südamerika zum Einsatz. Sie fährt für die Staatsbahn AFE und ist für die Verwendung dieser Kraftstoffart entsprechend umgebaut worden. (VoT / Fahrplancenter S. Rachdi)


USA [4/2004]

Amtrak streicht Postzüge und mehr
Die staatliche US-Bahngesellschaft Amtrak hat ihren 60-US$-Vertrag mit der US-Post gekündigt. Bislang wurde Post in Güterwagen transportiert, die an Reisezüge angehängt waren. Auch der Expresspaketdienst wird nicht weitergeführt. Die Güterwagen werden verkauft oder verschrottet. Amtrak, eine reine Personenverkehrsgesellschaft, begründet das damit, dass diese Aktivitäten nicht nur keinen Profit abwerfen, sondern den Reisezugverkehr auch noch behindern. In einem ersten Schritt wurden die Fahrzeiten einiger Züge gekürzt.
Ferner gab es einige Kürzungen im Reiseverkehr: Der dreimal wöchentlich verkehrende "Three Rivers" von New York nach Chicago endet nun in Pittsburgh. Der "Pennsylvanian" (New York - Pittsburgh) entfiel ersatzlos. Der seither zwischen New York und Miami verkehrende "Palmetto" endet nun schon in Savannah, Georgia. Damit verloren in Florida die Städte Waldo, Ocala, Wildwood und Dade City ihren Anschluss an den Schienenpersonenverkehr. Lediglich Tampa und Lakeland werden weiter bedient, allerdings nun vom "Silver Star", welcher ebenfalls in der Relation New York - Miami verkehrt. (Railfan & Railroad)

General Motors will das lokomotivgeschäft verkaufen
Schon seit einiger Zeit sucht General Motors einen Käufer für seine Lokomotivfertigung. Als GM Electro-Motive findet in Kanada am Standort London, Ontario die Endmontage statt. Im einst so bedeutenden Werk La Grange, lIIinois, USA werden heute nur noch Motoren und Komponenten hergestellt.
Seit September 2003 hatten Verhandlungen mit Greenbrier stattgefunden, einer Investmentfirma. Sie endeten im Mai 2004 als der Baumaschinenhersteller Caterpillar Interesse zeigte. Im September 2004 wurden die Gespräche mit Caterpillar ergebnislos beendet. Jetzt gilt Greenbrier wieder als möglicher Käufer. (The London Free Press u.a.)


Venezuela [4/2004]

Bahnbetrieb an der Küste
Zwischen Puerto Cabello, Barquisimeto und Acarigua sind seit kurzem Bauarbeiten im Gange. An den dortigen Güterverkehrslinien wurden Schwellen ausgetauscht und wird Schotter angefüllt; außerdem werden die Gleise nivelliert. Auch im Landesinneren, in Richtung Turen, werden Schienenarbeiten durchgeführt. Es besteht die Hoffnung, dass es eines Tages wieder Personenverkehr auf der Schiene geben könnte. (Vo T / Fahrplancenter S. Rachdi)


Das Letzte [4/2004]

Italienische Geisterlok
Eine Lokomotive ohne Lokführer fuhr in Italien 100 Kilometer unfallfrei. Bei ihrer über zweistündigen Irrfahrt erreichte die Geisterlok zeitweise eine Geschwindigkeit von 70 km/h und konnte erst auf einer ansteigenden Strecke zum Stillstand gebracht werden. Grund für die führerlose Schienenfahrt: Dem Lokführer sei schlecht geworden und er sei aus der Lok gestürzt. (Verkehrs-Rundschau)


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