Spanien, IV/2011

Finanzkrise erfasst ÖPNV-Projekte

Die Wirtschafts- und Finanzkrise und die damit verbundenen Sparmaßnahmen haben nun auch mehrere Infrastrukturprojekte in Spanien getroffen:

Auf der Baleareninsel Mallorca wartet man bis jetzt immer noch vergeblich auf die Aufnahme des elektrischen Betriebs auf der Strecke Palma de Mallorca – Inca – Enllaç. Schon bis zum Frühjahr war die elektrische Infrastruktur fertiggestellt worden. Der Fahrdraht befand sich seit dem 7. März unter Spannung  und die neuen Triebwagen unternahmen erste Probefahrten. Das Bild vom 28. April sollte eigentlich schon lange historisch ein, zeigt es doch den dreiteiligen Dieseltriebwagen 61-13 bei der Einfahrt in den Bahnhof Alaró y Consell, wo die Fahrleitungsanlagen schon von neuen Zeiten künden. Zwar wurde immerhin schon ein Teil der zukünftig nicht mehr benötigten Dieseltriebwagen zum Verkauf ausgeschrieben, doch der elektrische Betrieb zwischen Palma und Inca soll nun nach neuesten Gerüchten im Januar 2012 aufgenommen werden. Der Glaube versetzt ja manchmal Berge.
Noch schlimmer traf es die im Wiederaufbau befindliche Strecke Manacor – Artá, wo die Regierung der Balearen wegen einer Finanzierungslücke die Arbeiten ausgesetzt hat. Eine Wiederaufnahme der Arbeiten ist kurzfristig nicht in Sicht. Es wird bereits über einen Weiterverkauf der zum Teil bereits ausgelieferten, aber noch nicht in Betrieb genommenen sechs Tram-Tren-Züge von Vossloh für diese Strecke diskutiert.

Mitte September bestätigte die katalanische Regierung, dass aufgrund schlecht gefüllter Kassen die Bauarbeiten für die zukünftigen Linien 9 und 10 der Metro Barcelona eingestellt wurden. Der Vortrieb der beiden Tunnelbohrmaschinen wurde demnach unterbrochen. Die insgesamt 50 km langen, vollautomatisch betriebenen Linien sollten ursprünglich im Jahr 2016 in Betrieb gehen. Ein Streckenteil ist bereits in Betrieb. Die Gesamtkosten des Projektes werden mit 3,5 Mrd. Euro beziffert. (NaNa / TE)

Ein Kommentar

  1. Es ist schon traurig, dass im Krisenfall immer das öffentliche Wohl herhalten muss und man anfängt da zu sparen. Mobilität ist heute wichtig wie noch nie zuvor.

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