Türkei, Heft IV/2013

Europa und Asien verbunden

Die türkischen Staatsbahnen TCDD haben den 13,6 km langen Marmaray-Tunnel in Istanbul in Betrieb genommen. Er verbindet unter dem Bosporus die S-Bahnlinien auf der europäischen Seite mit denen auf der asiatischen Seite lstanbuls. Die neue Verbindung kann im Zwei-Minuten-Takt bis zu 75.000 Menschen pro Stunde befördern.

Die Arbeiten für das 2,5-Mrd-Euro­Projekt nahm ein japanisch-türkisches Konsortium bereits im Jahr 2004 auf. Der Tunnel besteht durchgehend aus zwei getrennten Röhren für jede Richtung. Sie wurden auf dem Festland mit Tunnelbohrmaschinen aufgefahren, auf dem Meeresboden dagegen mit elf vorgefertigten Stahlbetonsegmenten in 56 m Tiefe verlegt, verbunden und überdeckt. Das Konsortium hat zugesichert, dass die Konstruktion auch einem Erd­beben bis zur Stärke 9 auf der Richterskala standhalten kann. Die Fahrzeit zwischen den beiden Kontinenten beträgt vier Minuten. Am Tag nach der Eröffnung am 29. Oktober gab es bereits die erste Panne: Nach einem Stromausfall am Morgen seien die Fahrgäste eines Marmaray-Zuges ausgestiegen und zu Fuß zu ihrem Zielbahnhof gelaufen, berich­teten türkische Nachrichtensender.

Siemens hat die neue Tunnelverbindung für den Nahverkehr mit einem funkbasierten Zugbeeinflussungssystem (Trainguard Sirius), elektronischen Stellwerken (Trackguard Westrace) und dem Betriebsleitsystem Controlguide 900 zur Verkehrsüberwachung sowie der Steuerung von Stellwerken und Infrastruktur automatisiert.

Zusätzlich zur Nahverkehrsverbindung wird der Tunnel in einem zweiten Schritt auch für den Fernverkehr ausgebaut. Ab 2015 soll der Marmaray-Tunnel als erste direkte normalspurige Fernverbindung zwischen dem europäischen und asiatischen Landesteil dienen. Dazu müssen die Zulaufstrecken noch dreigleisig ausgebaut werden. (NaNa)

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