Rumänien, III/2011

Auch Raketen sind Metall …

Aus einem rumänischen Zug wurden Mitte Juli insgesamt 64 Raketen-Sprengköpfe gestohlen worden. Terroristen? Nein, Buntmetallsammer bzw. „-verwerter“, um genauer zu sein. Wie rumänische Medien berichteten, war der gefährliche Transport am Samstag von einer Munitionsfabrik in Zarnesti bei Brasov (Kronstadt) in der zentralrumänischen Region Siebenbürgen gestartet und sollte seine Ladung nach Bulgarien bringen. Zehn Gendarmen waren zur Bewachung der heiklen Fracht abgestellt. Doch diese saßen im ersten Waggon und schauten Fernsehen. Auch der Lokomotivführer stoppte mehrfach den Zug unterwegs, unter anderem in einer Kleinstadt, wo er den Medienberichten zufolge Diesel mitnahm, um ihn nach Bulgarien zu schmuggeln. In diesem Moment drangen die Täter in einen der Waggons ein und entwendeten vier Munitionskisten. An der bulgarischen Grenze entdeckten Bahnbedienstete dann, dass ein Waggon aufgebrochen war. Die verschwundene Munition wurde wenige Tage später in Chitila bei Bukarest wieder aufgefunden wurde. Allerdings handelte es sich nicht um Sprengköpfe, sondern um 80 Zünder für sowjetische Raketenwerfer vom Typ Katjuscha. Nach Hinweisen von Ermittlern hatten die Diebe keine Ahnung, was sich in den Kisten befand. Sie hatten es offenbar auf Metall abgesehen. Die rasanten Preissteigerungen für Stahl und Eisen an den Rohstoffmärkten machen den Handel mit Altmetall zu einem lukrativen Geschäft.

(Süddeutsche Zeitung vom 20.07.2011)

 

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