Argentinien, Heft I/2013

Streik bei „La Trochita“

Mitten in der touristischen Hochsaison ruhte im Januar für mehrere Wochen der Betrieb auf der Schmalspurbahn „La Trochita“ nach Esquel in Patagonien. Auslöser war die Entlassung mehrerer Mitarbeiter der Bahn durch die von der Provinz Chubut beaufsichtigte Bahnverwaltung. Daraufhin traten die Eisenbahner am 2. Januar in den Streik und forderten die Wiedereinstellung ihrer Kollegen und höhere Löhne. Die Bahnverwaltung reagierte mit der Drohung, den Betrieb wegen Unrentabilität und technischen Mängeln auf Dauer einzustellen. Aus Solidarität mit den Eisenbahnern in Esquel leiteten die Gewerkschaften der Eisenbahner Argentiniens einen mehrtägigen landesweiten Streik ein. Anfang Februar soll es zu einer Einigung zwischen den verfeindeten Parteien gekommen sein. Wie lange die Schmalspurbahn nun ihren Betrieb ohne erneute Zwangspausen durchführen kann, bleibt abzuwarten. Das Eisenbahnwesen in Argentinien leidet derzeit sowohl an der hohen Konfliktbereitschaft der Gewerkschaften als auch am Unvermögen einiger Bahnbetreiber. Am 4. Februar hat Staatspräsidentin Kirchner mitgeteilt, dass der Staat die Belgrano Cargas Railway übernehmen wird, nachdem der bisherige private Betreiber dieses größten Gütertransportunternehmens gegen Wettbewerbsbedingungen verstoßen hatte.

(The Argentina Independent, A. Illert)

 

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